Aquathlon
3000 Euro für Flutopfer bei Benefiz-Aquathlon gesammelt
Einen schnellen Lauf über 1000 Meter oder fünf Kilometer im ausgeruhten Zustand zu absolvieren – das kennen viele Freizeitsportler. Wenn davor aber noch 100 oder 500 Meter zügig geschwommen werden, spielt ein Körper, der diese Kombination nicht gewohnt ist, völlig verrückt. Das musste auch der Verfasser dieses Artikels am Sonntag im und rund um das schön sanierte und im neuen Glanz erstrahlende Freibad am eigenen Leib erfahren. 100 Meter schwimmen hört sich wirklich nicht viel an, kostet Untrainierte aber eine Menge Energie. In der Wechselzone gönne ich mir deswegen zwar eine überdurchschnittlich lange Verschnaufpause, wirklich viel bringt diese aber auch nicht, denn auf der Laufstrecke fühlt es sich so an, als ob mir jemand jegliche Muskelkraft aus Ober- und Unterkörper genommen hat – ich komme nicht voran. 500 Meter die L390 hoch, Wendepunkt, 500 Meter zurück: Die Ziellinie im Schwimmbad überquere ich in einer Gesamtzeit von 7:31 Minuten. 32 Sekunden schneller und damit Erstplatzierter auf der Kurzstrecke war Felix Schreiber vom LC Donnersberg.
Gehrmann schafft Bestzeit
Das Gefühl der unmittelbar schwindenden Muskelkraft kennen Hobbyathleten wie Ralf Gehrmann auch aus früheren Tagen. Damals, als sie selbst noch relativ untrainiert waren. Seit 2006 startet der heute 45-Jährige regelmäßig nicht nur bei Duo- oder Aqua-, sondern auch Triathlons. Die Ironman-Veranstaltungen in Frankfurt oder Arizona (USA), die Challenge Roth, Titel bei Rheinland-Pfalz- und Süddeutschen Meisterschaften stehen in der Vita des in Quirnheim lebenden Ingenieurs für Maschinenbau, der seit Anfang des Jahres offiziell für den LCD an den Start geht. Am Sonntag schaffte er über die Langstrecke die Tagesbestzeit von 28:44 Minuten. Zufrieden sei er damit und gequält habe er sich auf dem 2,5 Kilometer langen Rückweg nach dem Wendepunkt auch, berichtet er. Dem Gegenwind sei Dank. „Jeder Teilnehmer musste ja mehr oder weniger alleine laufen. Dafür haben die vielen Anfeuerungsrufe und der Applaus uns noch mal nach vorne getrieben. Insgesamt war das eine sehr gute Stimmung und Atmosphäre. Die Verantwortlichen haben das mit geballter Erfahrung und Routine organisiert und durchgeführt“, richtete Gehrmann ein dickes Lob an die Verbandsgemeinde Winnweiler, die DLRG Rockenhausen, den LC Donnersberg sowie Feuerwehr und Rotes Kreuz.
Hoffen auf Fortsetzung
Laut Bürgermeister Rudi Jacob, der seine Sportlichkeit selbst auf der Kurzstrecke unter Beweis stellte, waren rund 50 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Sebastian Stollhof von der Kreisverwaltung Kirchheimbolanden moderierte bei perfektem Sonntagswetter die Benefizveranstaltung, im Rahmen derer auch die offizielle Eröffnung des sanierten Freibads stattfand.
Die jüngsten Starter im Feld waren zehn Jahre alt – der Älteste war Gerhard Jendrischeck (73), Lauffreunden im Donnersbergkreis bestens bekannt. Nur auf eine Siegerehrung wurde, um größere Ansammlungen zu vermeiden, verzichtet. Dafür gab es für alle Teilnehmer eine Holzmedaille mit Gravur. Über 3000 Euro aus Spendengeldern und Startgebühren kamen beim Aquathlon für die Hochwasser-Opfer zusammen. „Das war eine gelungene Premiere. Jetzt hoffen wir, das Event zukünftig dauerhaft im Sportkalender platzieren zu können“, zog Steffen Brack, zweiter Vorsitzender der DLRG Rockenhausen, Bilanz.
ERGEBNISSE
Langstrecke: weiblich: 1. Sophia Schmidt (LF Naheland Bad Kreuznach, 31:54 Minuten), 2. Constanze Schmidt (LC Donnersberg, 33:34), 3. Paula Krist (TSG Eisenberg, 35:29), männlich: 1. Ralf Gehrmann (LCD, 28:44), 2. Torsten Buschmann (vereinslos, 30:22), 3. Lukas Gerlach (DLRG Rockenhausen, 31:06)
Kurzstrecke: weiblich: 1. Lara Sünder (vereinslos, 8:07), 2. Paulina Graf (DLRG Winnweiler, 9:23), 3. Maria Dörre (vereinslos, 9:43), männlich: 1. Felix Schreiber (LCD, 6:59), 2. Steffen Brack (DLRG Rock, 7:11), 3. Fabian Schmitt (FCK Fanclub Die Prinzengarde, 7:31). Alle Ergebnisse können über https://my.raceresult.com/177139/ abgerufen werden.