Nils-Nager-Adventskalender RHEINPFALZ Plus Artikel 14. Dezember: Die Bedeutung unseres Weihnachtsschmucks

Pfarrerin Jessica Rust-Bellenbaum erzählt, was es mit unserem Tannenbaumschmuck auf sich hat.
Pfarrerin Jessica Rust-Bellenbaum erzählt, was es mit unserem Tannenbaumschmuck auf sich hat.

Den schönsten Weihnachtsbaum der Welt haben Oma Nagute und Opa Nörgel in ihrem Wohnzimmer. Der ist immer richtig groß und es riecht, nachdem er aufgestellt wurde, dann so angenehm nach Wald. Und er wird immer schon am 2. Advent mit Liebe ganz bunt geschmückt. „Wir wollen doch lange Freude an dem Baum haben“, erklärt Oma Nagute. Die Sachen mit denen geschmückt wird, haben übrigens oft eine lange Tradition.

Als ich Oma Nagute vor kurzem gefragt habe, ob es egal ist, was man an die Zweige hängt, schickte sie mich zu Jessica Rust-Bellenbaum nach Steinbach. Sie ist dort Pfarrerin und ich konnte zusammen mit anderen Besuchern einen Gottesdienst und ihre Ansprache rund um den Christbaum und seinen Schmuck miterleben. Ich habe mich in der Kirche auf eine Bank ganz vorn gesetzt und war gespannt.

Direkt vor mir stand ein mächtiger Baum, aber der war nur grün, vollkommen ungeschmückt. Das sollte sich allerdings bald ändern. Doch zunächst erzählte Jessica Rust-Bellenbaum uns etwas über die Geschichte des Weihnachtsbaums: „Sein Ursprung liegt in Bräuchen heidnischer Kulturen, bei denen immergrüne Pflanzen ein Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft waren. Die ersten Weihnachtsbäume standen vor 600 Jahren zunächst einmal nur auf öffentlichen Plätzen. Erst im 18. Jahrhundert holten sie christliche Familien in ihre Häuser als Sinnbild der Hoffnung und des ewigen Lebens. Die evangelischen haben angefangen, die katholischen kamen Ende des 19. Jahrhunderts dazu.“

Der Stern von Bethlehem

Das fand ich als Biber-Bub so mittelinteressant; ich wollte eher wissen, was es mit dem Schmuck auf sich hat. Da ging Jessica Rust-Bellenbaum auch schon zu einer Kiste, holte einen Apfel heraus, hängte ihn an einen Zweig und erklärte: „Der Apfel ist zur Symbolfrucht für das Paradies geworden und für die Unsterblichkeit und die Auferstehung. Er ist der Vorläufer für die heute beliebten kräftig roten Weihnachtskugeln. Ein paar davon bekommt nun unser Baum.“

Jetzt sah die Tanne schon viel netter aus, fand ich. Und die Pfarrerin machte weiter, hielt jetzt Strohsterne in der Hand und sagte dazu: „Sterne erinnern uns natürlich an den Stern über dem Stall von Bethlehem, dem alle gefolgt sind. Und wenn sie aus Stroh gefertigt sind, auch an die Futterkrippe, in der das kleine Kind gebettet lag.“

Früher war mehr Lametta

„Natürlich ist alles, was die Menschen weihnachtlich stimmt und mit schönen Erinnerungen verbunden ist, geeignet als Baumschmuck“, fuhr sie fort. „Lametta gehörte früher dazu. Es sollte als Symbol für Engelshaar den Baum besonders glänzen lassen und kommt aus ökologischen Gründen nicht mehr zum Einsatz.“

Lametta! Da war doch was! Jetzt fiel es mir wieder ein: Meine Tante Naglinde hat öfter davon erzählt, wie sorgfältig sie nach den Feiertagen immer das Lametta gebügelt hat, um es im nächsten Jahr erneut zu verwenden. Eigentlich war sie damit – zumindest ein bisschen – ökologisch.

Das wahre Licht der Welt

Aber ich musste mich wieder auf Jessica Rust-Bellenbaum konzentrieren, die nun am Schluss ihrer Ausführungen auf das Wichtigste für einen geschmückten Weihnachtsbaum zu sprechen kam: „Es ist das Licht, es sind die Kerzen, die jeden Baum vollenden und besonders machen. Vor 1700 benutzte man mit Öl gefüllte Nussschalen, bevor Wachskerzen und die inzwischen gebräuchlichen LEDs sie ablösten. Aber egal, aus welchem Material sie sind, sie alle stehen für den Glauben, dass Jesus Christus das wahre Licht der Welt ist.“

Da die Pfarrerin nach und nach all die Dinge, die in ihrer Predigt vorkamen, an der Tanne angebracht hatte, stand jetzt am Ende des Gottesdienstes ein richtig schön geschmückter Weihnachtsbaum vor mir.

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