Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wurstmarkt: Warum Feuerwehren an der „Wilden Maus“ und dem „Infinity“ üben

Am „Infinity“ werden aus einer Höhe von etwa 30 Metern ein Dummy und ein Mitarbeiter des Fahrgeschäftes von den rot gekleideten
Am »Infinity« werden aus einer Höhe von etwa 30 Metern ein Dummy und ein Mitarbeiter des Fahrgeschäftes von den rot gekleideten Höhenrettern abgeseilt.

Wenn die Fahrgeschäfte während des Zwischenmarktes auf dem Wurstmarkt still stehen, rücken alljährlich Einsatzkräfte verschiedener Feuerwehren aus.

Wie in den vergangenen Jahren auch hat Thomas Wolf von der Dürkheimer Wehr die Übung organisiert und 17 Einsatzkräfte von der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen und den Freiwilligen Wehren Frankenthal und Bad Dürkheim zu der gemeinsamen Übung eingeladen. Aufmerksame Beobachterin der Aktionen ist auch Dürkheims Bürgermeisterin Natalie Bauernschmitt (CDU). „Solche Übungen sind auch für mich als Bürgermeisterin und Veranstalterin des größten Weinfestes der Welt sehr wichtig. Die Zusammenarbeit mit den anderen Wehren, die uns mit ihren Möglichkeiten und ihrem Equipment unterstützen, ist wichtig, um auf Krisensituationen vorbereitet zu sein“, sagt Bauernschmitt, die ihren Dank an alle Beteiligten der Übung richtet.

„Wir üben heute parallel am ,Infinity’ und der ,Wilden Maus’“, erklärt Wolf. Das sei deshalb möglich, weil sich im Fuhrpark der Dürkheimer Wehr seit Jahresbeginn auch ein Teleskopgelenkmast (TGM) mit einer Arbeitshöhe von 25 Metern befindet. Die Kameraden aus Ludwigshafen verfügen über ein größeres Fahrzeug, das bis zu einer Höhe von 70 Metern Einsätze fahren kann. „Unsere Einsatzkräfte üben mit unserem TGM an der ,Wilden Maus’, da können wir alle Bereiche erreichen, die Kollegen aus Ludwigshafen haben sich am ,Infinity’ positioniert“, informiert Wolf.

Rettung in 65 Metern Höhe möglich

Holger Hornung von der Dürkheimer Wehr erklärt, dass mithilfe der Ludwigshafener Kollegen auch eine Bergung im „Infinity“ möglich wäre, wenn das Fahrgeschäft am höchsten Punkt von 65 Metern „hängen bliebe“. Am Übungstag werden jedoch „nur“ vom Mittelteil des „Infinity“ aus einer Höhe von etwa 30 Metern ein Dummy und ein Mitarbeiter des Fahrgeschäftes von den rot gekleideten Höhenrettern aus Frankenthal nach unten abgeseilt.

Der Berichterstatter und der RHEINPFALZ-Fotograf haben die Gelegenheit, die „Rettungsaktion“ hautnah vom Rettungskorb des TGM zu verfolgen. Beeindruckend ist dabei, wie akribisch und doch routiniert die Einsatzkräfte ans Werk gegangen sind. Bei solchen gefährlichen Aktionen ist mindestens immer ein zweiter Kollege mit oben, der alle Handgriffe des „Abseilers“ beobachtet und verbal bestätigt. Hier gilt das sogenannte „Vier-Augen-Prinzip“. Erst wenn alle Karabinerhaken und die Seile sicher befestigt seien, könne das Abseilen nach unten beginnen. Der Höhenretter, der Dummy und auch der Mitarbeiter des Fahrgeschäftes kommen schließlich wieder wohlbehalten am Erdboden an.

Großer Dank an Schausteller

Bei der Aktion an der „Wilden Maus“ geht es darum, an einer Gondel die sogenannte Absturzsicherung zu simulieren. „Das heißt, dass die Einsatzkräfte zur Unglücksstelle hochklettern, um die Person dort oben zu sichern. Je nachdem, wie die örtlichen Begebenheiten aussehen, wird die Person über den Rettungskorb des TGM geborgen oder von den Höhenrettern abgeseilt“, erklärt Wolf, dessen Tochter Valerie im Team der Absturzsicherung mitarbeitet.

„Für uns sind solche Übungen enorm wichtig und wir danken auch den Schaustellern, dass sie uns immer wieder die Gelegenheit geben, an den großen Fahrgeschäften zu üben“, lobt Wolf. „Dadurch erweitert sich unser Erfahrungsschatz, was die örtlichen Gegebenheiten, die Konstruktion und die Erreichbarkeit der Fahrgeschäfte angeht.“ Man wisse künftig ganz genau, in welchem Winkel der TGM stehen muss und wie man im Fahrgeschäft hochklettern könne. „Heute ist alles super gelaufen und wir sind alle sehr zufrieden, denn jeder hat für sich wieder etwas mitgenommen“, lautet das Fazit von Thomas Wolf, der sich später am Stand der Freunde der Feuerwehr, der immer am Mittwoch stattfindet, auch eine wohlverdiente Schorle im Kreise der Feuerwehr-Kameraden genehmigt.

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