Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Winzer: Protest mit Traktorfahrt

Die Winzer wollen demonstrieren, aber nicht blockieren.
Die Winzer wollen demonstrieren, aber nicht blockieren.

Die Dürkheimer Winzer beteiligen sich an den Protesten gegen die geplanten Agrar-Kürzungen der Bundesregierung. Per Sternfahrt geht es am Montag nach Ludwigshafen.

Bei den Bauernprotesten am 8. Januar wollen die Landwirte gegen geplante Kürzungen von Subventionen demonstrieren – einige davon hat die Bundesregierung inzwischen wieder zurückgenommen.

Nach Aussagen der Dürkheimer Winzer Martin Freund und Philipp Hoffmann beteiligen sich in Bad Dürkheim 20 bis 30 Winzer an der geplanten Sternfahrt. Dabei wollen sich die Landwirte mit Kollegen aus der Region am Vormittag auf dem Dürkheimer Wurstmarkt treffen. „Der Veranstalter rechnet mit insgesamt 200 Teilnehmern“, sagt Freund. Organisiert wird die Sternfahrt von der Bauern- und Winzerschaft sowie der Landwirte-Organisation Land schafft Verbindung (LSV). Unter den 200 Landwirten, die sich in Bad Dürkheim treffen, seien neben Winzern auch andere Landwirte wie Obstbauern, so Freund. Endpunkt der Sternfahrt ist der Platz vor der Friedrich-Ebert-Halle, wo es eine gemeinsame Kundgebung mit anderen Teilnehmern der Sternfahrt geben wird.

Keine Teilnahme an „Guerilla-Aktionen“

Die Dürkheimer Winzer legten Wert darauf, nicht an „Guerilla-Aktionen“ teilzunehmen, betont Freund angesichts verschiedener geplanter Blockade-Aktionen, auch in der Pfalz. „Hauptsache stören“ sei nicht die Haltung. „Wichtig ist, dass in dem Kontext eine Botschaft steckt“, sagt Freund. Der „Krawall“ stehe nicht im Fokus. Für Aufmerksamkeit soll die Aktion aber sorgen, die rund 200 Landwirte werden mit Traktoren unterwegs sein.

Das geplante und nun wieder abgeschwächte Ende der Agrar-Diesel-Subventionen und andere von der Bundesregierung jüngst beschlossenen Dinge seien nur kleine Bausteine von vielen, die die Landwirte kritisieren, betont Freund. Der Wegfall der Agrar-Diesel-Vergünstigung hätte die Weinbaubetriebe „nicht als erstes getroffen“, sagt Freund. Kritik an der Politik gebe es dennoch. So sei der Mindestlohn ein großes Thema für die Winzer. „Der macht Sonderkulturen richtig teuer“, sagt Freund. Viele Regelungen, etwa der Mindestlohn für Saisonarbeiter, aber auch die Verordnungen zum Pflanzenschutz, seien aus Sicht der Winzer nicht zu Ende gedacht. Unter anderem diese Betroffenheit und die Existenzangst einiger Betriebe wolle die Versammlung am Montag zum Ausdruck bringen.

Laut Innenminister Michael Ebling (SPD) liegen im Land 95 Anmeldungen für Demonstrationen vor, die rund 10.000 Teilnehmer umfassen. Es wird mit größeren Beeinträchtigungen für die Bevölkerung – inklusive erheblichen Verkehrsbehinderungen – gerechnet.

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