Blickpunkt
Wie sich Schulen auf die Öffnung am Montag vorbereiten
Für die Schüler der weiterführenden Schulen gilt Maskenpflicht – zumindest, bis sie an ihrem Platz sitzen. Das erklärt Kreisverwaltungssprecherin Sina Müller. Am Platz dürften sie ihre Schutzmasken dann abnehmen, da für ausreichend Platz zwischen den Tischen gesorgt werde. „Das Land stellt für jeden Schüler eine wiederverwendbare Alltagsmaske bereit“, so Müller. Auch für Grundschüler gebe es Masken, die dann von den zuständigen Gemeinden verteilt werden. Außerdem habe der Kreis etwa 10.000 Einmal-Masken an die Schulen gegeben, „für den Notfall, falls jemand die Maske vergisst“. „Die Schulen haben Hygienepläne erstellt, die mit dem Gesundheitsamt besprochen wurden“, so Müller. Dabei gehe es zum Beispiel um die Abstände in den Klassenräumen, um Pausen- sowie Toilettenregelungen. Was den Schülertransport angeht, gehe der Kreis davon aus, dass die Busse und Züge automatisch nicht allzu voll werden, da nicht alle Schüler auf einmal zur Schule gehen.
Zur Fotoreportage geht es hier
Bei den Grundschulen sieht es ähnlich aus. In Wachenheim zum Beispiel wohnen die meisten Schüler laut Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel vor Ort. „Dadurch, dass nur die vierten Klassen wieder zur Schule gehen, werden wir keine vollen Busse haben“, so Bechtel. Auch in den Grundschulen sollen die Schüler in der Pause und auf dem Weg zum Klassenzimmer Masken tragen, während des Unterrichts aber nicht. Das bestätigt auch Stadtsprecherin Petra Wurm. In den Räumen werde ein 1,5-Meter-Abstand zwischen den Schülern, Lehrern und pädagogischen Fachkräften gewährleistet. Außerdem stünden in den Grundschulen Desinfektionsmittelspender bereit. In Wachenheim zum Beispiel seien außerdem zwei von drei Eingängen geschlossen worden, um zu kontrollieren ob Unbefugte die Schule betreten, ergänzt Bechtel. Der Eingang werde zu Stoßzeiten zusätzlich von Lehrern kontrolliert.
Kein „Begegnungsverkehr“
An der Integrierten Gesamtschule Deidesheim-Wachenheim am Standort Deidesheim wird von den Jahrgängen neun bis zwölf (360 Kinder) nur die Hälfte ab Montag täglich an der Schule sein. Die neunten und zehnten Klassen werden jeweils in zwei Gruppen unterteilt, ebenso große Kurse in der Oberstufe. Die Schüler haben jede Woche im Wechsel Unterricht. „Wir machen den Aufwand gerne. Die Motivation zum digitalen Lernen lässt mit der Zeit einfach nach“, sagt Schulleiter Georg Dumont. Jeder Jahrgang belege einen Teil im Gebäude, ein genauer Wegeplan soll verhindern, dass es Begegnungsverkehr gibt. Auch der Pausenhof wurde unterteilt. Die Schüler sollen im Hof in ihren Klassen zusammenbleiben, aber wie im Gebäude untereinander Abstand halten. Die Schüler müssen Masken auf den Gängen, im Hof und auf dem Weg zur Schule tragen. Alle Schüler sind im Gebäude untergebracht, da es in den Containern kein Wasser gibt. Würden diese mit mobilen Handwaschbecken ausgestattet, könnten dort zwei weitere Jahrgänge untergebracht werden, schätzt Dumont: „Wenn die Infektionszahlen das zulassen, würden wir auch das hinkriegen.“ In Wachenheim sei die Unterbringung kein Problem.
Schüler der Jahrgangsstufen zehn, elf und zwölf erwartet Armin Rebholz, Schulleiter des Dürkheimer Werner-Heisenberg-Gymnasiums, am Montag zurück. Insgesamt sind es 337 Schüler, von denen jeweils die Hälfte im wöchentlichen Wechsel unterrichtet wird, um die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. Während die Zehntklässler im „halben Klassenverband“ unterrichtet werden, wird der Unterricht in der Oberstufe in Kursen abgehalten. Für die Elfer und Zwölfer geht es um Punkte fürs Abizeugnis, die Zehntklässler darum, ihre Mittlere Reife zu bekommen. „Im März waren viele Kursarbeiten angesetzt, die jetzt nachgeholt werden müssen“, sagt Rebholz. Für Schüler und Lehrer sei die Situation eine Herausforderung. „Wenn die Schüler wiederkommen, haben sie sicher andere Dinge im Kopf als Mathematik und müssen einiges loswerden“, sagt der Pädagoge. Auch im WHG gelten die Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht in Gängen, auf dem Hof und dem Schulweg. „Wir sind froh, dass es wieder losgeht. Homeschooling kann den Unterricht nicht ersetzen.“
Fachsäle zu klein
„Ich denke, die Schüler sind vernünftig. Daher habe ich weniger Sorge wegen der Infektionen. Gedanken mache ich mir, wie wir den Unterricht sinnvoll gestalten können“, sagt Achim Walk, Leiter der Carl-Orff-Realschule Plus in Bad Dürkheim. So seien die Fachsäle beispielsweise für den Chemie- oder den Physikunterricht zu klein. Auch solle mehr als ein Viertel des Kollegiums aus Alters- oder Gesundheitsgründen nach Empfehlung des Kultusministeriums aus dem Homeoffice arbeiten. „Den Unterricht müssen dann andere Kollegen übernehmen. Die Schüler müssen zurück in die Schule, auch wenn bislang sehr erfolgreich online unterrichtet wurde“, sagt Walk. Auf die Hygiene- und Abstandsregeln habe sich seine Schule vorbereitet. Walk denkt darüber nach, die Schüler zu unterschiedlichen Zeiten zu entlassen, um Gedränge im Bus zu verhindern. Die Realschule plus erwartet am Montag etwa 200 Schüler der Klassenstufen neun und zehn zurück. Auch sie werden jeweils zur Hälfte im wöchentlichen Wechsel unterrichtet.
Zeitversetzte Pausen
In der Grundschule in Kallstadt beginnt am Montag der Unterricht der vierten Klassen. Dabei werden wochenweise die 4a und die 4b abwechselnd unterrichtet. Da bei Beachtung der Abstandsregeln nur acht Kinder in einem Klassenraum sein können, werden die jeweils 15 Kinder aufgeteilt, sagt Schulleiterin Verena Brunner. Sie sei optimistisch, denn schließlich habe man in der Schule „super Bedingungen“, mit zwei Eingängen und zwei Fluren, wodurch ein „Begegnungsverkehr“ verhindert werden könne. An den Eingängen seien Desinfektionsmittelspender aufgehängt. „Wir beaufsichtigen den Einlass und kontrollieren, ob sich die Kinder ihre Hände desinfizieren“, so Brunner. Die drei eingeplanten 15-minütigen Pausen finden zeitlich versetzt statt. Griffe an den Spielgeräten werden nach dem Aufenthalt einer Gruppe im Hof desinfiziert. Wie die vierten Klassen am Ende des Schuljahres verabschiedet werden sollen, will Brunner noch austüfteln. „Wir freuen uns jedenfalls sehr auf die Kinder“, betont sie.
Über ähnlich gute räumliche Bedingungen verfügt auch die Grundschule in Weisenheim am Sand. Dort hat man sich auf Wunsch der Eltern für ein Blockmodell entschieden, informiert Rektorin Andrea Kühl. Das heißt, die beiden vierten Klassen kommen täglich in die Schule, werden aber zeitlich versetzt rund zwei Stunden am Stück unterrichtet. „Schön wäre es, wenn wir vor den Ferien alle Schüler noch sehen könnten, aber das wird von der Entwicklung der Neuinfektionen abhängen“, sagt die Schulleiterin. Sie ist über 60 Jahre alt und unterrichtet deshalb erst einmal noch nicht. In den beiden vierten Klassen gibt Kühl eigentlich Sachunterricht. „Da bekommen die Kinder jetzt Aufgaben zum Experimentieren zu Hause.“