Meinung Vulcan-Ansiedlung: Eine Nummer zu groß?

geothermiekraftwerk symbol (lukas gawenda) (54)

Die gescheiterte Kooperation mit Vulcan wirft die Stadt bei der Erweiterung des Gewerbegebiets zurück.

Innovativ und grün sollte die 2022 unter großen Schmerzen beschlossene Erweiterung des Gewerbegebiets Bruch nach Möglichkeit werden. Mit der Lithiumgewinnungsanlage und dem Geothermieheizkraftwerk der Firma Vulcan hat sich nun der zweite Leuchtturm in Luft – oder vielleicht besser Dampf – aufgelöst. Zuvor hatten bereits die Pfalzwerke ihre Pläne für eine Wasserstoffgewinnungsanlage zu den Akten gelegt.

Allerdings war gerade das Vulcan-Vorhaben vielleicht eine Nummer zu groß für Vulcan und Bad Dürkheim – ohne einen starken Partner wie die BASF im Rücken. Ein gigantisches Netz von Pipelines durch Felder und Weinberge der Vorderpfalz zu legen, um das Lithium dann in Bad Dürkheim zu extrahieren und nach Hoechst zu fahren – das alles klang von Anfang an sehr aufwendig und teuer. Zudem hätte die im Bruch gewonnene Wärme den Bedarf einer Kleinstadt wie Bad Dürkheim um ein Vielfaches überstiegen.

Auch wenn es richtig war, die Möglichkeit auszuloten: Die Verhandlungen haben die Stadt wertvolle Zeit bei der Erschließung gekostet. Ob Firmen in der Rezession noch Schlange stehen, um eine Fläche zu erwerben, ist zwar offen. Aber klar ist auch: Bad Dürkheim bleibt ein attraktiver Standort.

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