Gönnheim RHEINPFALZ Plus Artikel Unmut über Dreck und Technik: Bestattung in Gönnheim sorgt für Ärger

Die Aussegnungshalle in Gönnheim. Vieles ist hier in die Jahre gekommen.
Die Aussegnungshalle in Gönnheim. Vieles ist hier in die Jahre gekommen.

„Ich schäme mich zu Tode für dieses Gönnheim“, sagt die in Gönnheim wohnende Conny Eller. Bei der Beerdigung ihres Mannes sei einiges schiefgelaufen.

Der Friedhof sei in Gönnheim generell „ein Problem“, sagt Eller. Als Hauptkritikpunkte nennt sie mangelnde Sauberkeit in der Trauerhalle und den Toiletten sowie Probleme mit der Übertragungsanlage. Zudem zeigt sie sich unzufrieden mit dem von der Gemeinde beauftragten Bestattungsinstitut, mit Bürgermeister Wolfram Meinhardt (FWG) sowie mit den zuständigen Mitarbeitern des Fachbereichs Bürgerdienste der Verbandsgemeindeverwaltung Wachenheim.

Es sei bekannt, dass die Trauerhalle und die Toiletten „sehr schmutzig“ seien, sagt Eller. Ihr verstorbener Mann Horst Eller war ein im Basketball bekannter Sportfunktionär. Zu seiner Bestattung seien viele Gäste von außerhalb erwartet worden, deshalb sei es ihr wichtig gewesen, dass alles in Ordnung sei. „Die Trauerhalle war total verdreckt und die Toiletten voller Spinnweben“, sagt Eller. „Ich habe dafür gesorgt, dass geputzt wird.“ Hinter der Toilettentür sei jedoch nicht gereinigt worden. Das habe sie bei ihrer Kontrolle nicht bemerkt. Für die Sauberkeit sei das von der Gemeinde beauftragte Bestattungsinstitut zuständig. Da dieses die Toiletten nicht putze, würden das die Gemeindearbeiter übernehmen.

Grundreinigung einmal im Jahr

Nach Angaben von Meinhardt ist das Bestattungsinstitut lediglich mit der Reinigung der Trauerhalle beauftragt. „Wir putzen vor jeder Beerdigung, und einmal pro Jahr machen wir eine Grundreinigung“, sagt das Ehepaar, das das Institut leitet. Die Trauerhalle sei alt und schwer sauber zu halten. So seien auf den Bodensteinen im Flur etwa Spuren eines Wasserschadens sichtbar, die sich nicht beseitigen ließen.

In der Vergangenheit habe es vereinzelt Beschwerden über die Sauberkeit in der Trauerhalle gegeben. Diese seien „in enger Rücksprache mit allen Beteiligten aufgearbeitet“ worden, teilt Daniel Gölbert, Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung Wachenheim, auf Anfrage mit. Die Toilette auf dem Friedhof „ist nicht die hübscheste“, sagt Meinhardt. Er gebe auch „offen zu“, dass die Sauberkeit dort nicht immer optimal sei. Es habe Gespräche gegeben, und man bemühe sich um Verbesserungen. Da sich Eller vor der Bestattung über mangelnde Sauberkeit beschwert habe, sei das stille Örtchen am Tag der Beerdigung noch einmal gereinigt worden. „Toilette und Waschbecken waren super sauber, aber es wurde vergessen, hinter der Tür die Spinnweben zu entfernen. Das kann und will ich nicht schönreden“, sagt Meinhardt.

Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass die Sauberkeit einer Friedhofstoilette für manche Menschen eine so große Bedeutung habe. Außerdem gebe es unterschiedliche Auffassungen davon, was sauber sei. „Ich nehme es ernst und gelobe Besserung“, sagt Meinhardt.

Draußen war nichts zu hören

Nach Angaben von Eller nahmen 219 Trauergäste an der Bestattung ihres Mannes teil. Viele hätten vor der Trauerhalle stehen müssen und dort die Ansprachen nicht verstanden. Laut Eller ist das Mikrofon im Rednerpult eingebaut gewesen. Der Trauerredner habe dies nicht bemerkt und sein Manuskript auf das Mikrofon gelegt. Dem Bestattungsinstitut wirft sie vor, dass die anwesenden Mitarbeiter den Redner nicht darauf hingewiesen hätten, dass draußen nichts zu verstehen gewesen sei.

Wer dafür verantwortlich war, dazu gibt es unterschiedliche Aussagen. „Das waren nicht unsere Mitarbeiter“, sagt das Ehepaar, das das Bestattungsinstitut führt. Eller habe ein anderes Institut mit der Bestattung ihres Mannes beauftragt. Dieses wiederum erklärt, dass das von der Gemeinde beauftragte Bestattungsinstitut für die Tonanlage zuständig sei.

Er habe Eller ausdrücklich gesagt, dass sich der Trauerredner vor der Bestattung mit der Übertragungsanlage vertraut machen und nichts verstellen solle, so Meinhardt. Wenn es stimme, dass auch die anderen Redner draußen nicht zu verstehen gewesen seien, könne die Ursache nicht das Manuskript auf dem Mikrofon gewesen sein. „Probleme mit der Mikrofonanlage entstehen zumeist, wenn mit der Anlage nicht vertraute Dienstleister unwissentlich falsche Einstellungen vornehmen“, teilt die Verbandsgemeindeverwaltung mit.

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