Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Streitschlichten im Ehrenamt: Kurt Freund bleibt Schiedsperson

Klaus Döpper schwört den Amtseid, daneben Kurt Freund.
Klaus Döpper schwört den Amtseid, daneben Kurt Freund.

Das Schiedsamt sei für den Rechtsfrieden wertvoll, sagt Daniel Hoffmann, Direktor des Bad Dürkheimer Amtsgerichts. Am Donnerstag hat er die neue stellvertretende Schiedsperson Klaus Döpper zum Ehrenbeamten vereidigt und Schiedsmann Kurt Freund wiederverpflichtet.

Dank der Schiedspersonen sei es mitunter möglich, vor einem Gerichtsstreit eine gütliche Einigung herbeizuführen, mit der beide Seiten leben können, erklärte Hoffmann. Als Leiter des Amtsgerichts hat er die Dienstaufsicht über die Schiedspersonen in Bad Dürkheim sowie den Verbandsgemeinden Freinsheim und Wachenheim.

Das Schiedsamt sei ein Ehrenamt, „für das es Ehre gibt, aber ansonsten wenig“, nämlich nur eine Aufwandsentschädigung, erläuterte Hoffmann. Zudem habe die Schiedsperson wenig Rechte, aber viele Pflichten. Dazu gehörten zum Beispiel Unparteilichkeit, gerechte Amtsführung und Verschwiegenheit.

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Die erste Amtszeit von Kurt Freund hat vor fünf Jahren begonnen. Damals habe er angefangen, sich etwas von seinen vielfältigen ehrenamtlichen Verpflichtungen zurückzuziehen und deshalb Zeit für neue Aufgaben gehabt, erzählte der 73-jährige Dürkheimer im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Freund war unter anderem viele Jahre Wurstmarkt-Winzermeister, Vorstandsvorsitzender der Winzergenossenschaft Vier Jahreszeiten und 35 Jahre als Vertreter der CDU Mitglied im Stadtrat. Erfahrung im juristischen Bereich hatte er bereits als Schöffe am Amtsgericht und am Sozialgericht sowie am Flurbereinigungsgericht Worms.

Wie Freund berichtete, hatte er bisher pro Jahr acht bis 13 Fälle zu bearbeiten. „In der Mehrzahl Nachbarschaftsstreitigkeiten“, erzählte er. In etwa einem Drittel der Fälle würden die Parteien mit Rechtsanwälten zum Schlichtungsgespräch kommen, in ungefähr der Hälfte der Fälle komme es zu einer Einigung.

„Der Staat muss Recht sprechen und sich verteidigen“, ist Döpper überzeugt. Er wolle innerhalb seiner Möglichkeiten dazu beitragen, „den Staat zu festigen“, sagt der 64-jährige Maschinenbauingenieur, der inzwischen Rentner ist. Er ist seit einigen Jahren Schöffe am Landgericht Frankenthal und Beisitzer im Kreisrechtsausschuss. In einer Demokratie sei ehrenamtliches Engagement wichtig, findet Döpper, der für die SPD in Ausschüssen des Stadtrats und des Kreistags aktiv ist. Schiedsperson in der Verbandsgemeinde Freinsheim ist Axel Gouverneur, Stellvertreterin Inta Kögel-Bausch. Schiedsperson in der Verbandsgemeinde Wachenheim ist Hans-Jürgen Häfner, Stellvertreter Günter Lauer.

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