Kommentar Straßennamen: Frauendebatte sendet falsches Signal
Vielleicht war es die Kombination aus den Reizthemen „Grünen-Antrag“, „Gleichberechtigung“ und „Straßennamen“, die im Dürkheimer Stadtrat für eine bemerkenswert emotionale Debatte gesorgt hat. Ob es denn nicht Wichtigeres und Dringlicheres gebe als die Frage, ob Straßen künftig nur nach Frauen zu benennen sind? Das fragten sich nicht nur die Leute in Internetkommentarspalten, sondern auch Stadtratsmitglieder. Sicher! Es darf aber jeder und jede für sich selbst entscheiden, ob etwa die unmittelbar davor stattgefundene Diskussion zur Frage, welche Form und Farbe die Sichtschutzfolien für die neuen Saunen haben, bedeutsamer war. Ist der Beschluss nicht reine Symbolpolitik? Das war ein anderer Vorwurf an die Grünen. Sicher! Aber was anderes als einen symbolischen Charakter hat das Benennen einer Straße?
Der Rat hätte nicht so lange diskutieren müssen. Er hätte sich den klugen Worten der Bürgermeisterin zu Beginn anschließen können. Natalie Bauernschmitt (CDU) erkannte das Missverhältnis zwischen nach Frauen und Männern benannten Straßen an. Sie schlug vor, nicht alle Straßen künftig nach Frauen zu benennen, sondern diese vorrangig zu berücksichtigen. Das machte sie übrigens sehr ruhig und überlegt – was man von der Debatte nicht durchgehend behaupten kann. Mit seiner Entscheidung gegen den Antrag hat der Dürkheimer Stadtrat jetzt eben auch ein Signal mit Symbolcharakter gesendet. Ob das besser war?
