Bad Dürkheim
SPD-Bundestagskandidatin Isabel Mackensen-Geis: Zu Hause gerne auf der Bühne
Von Routine will Isabel Mackensen-Geis nicht sprechen, obwohl ihr erster Wahlkampf für die SPD schon zwölf Jahre zurückliegt. Wahlkampf im Winter sei eher ungewöhnlich, aber gar nicht mal so schlecht, findet die 38-Jährige. Man könne sich gut unter die Leute mischen. Nicht nur die Empfänge zum Beginn des neuen Jahres schätzt sie wegen der Möglichkeit des Austauschs. „Ich genieße den Fasching und ich gehe auch gerne auf Prunksitzungen“, verrät sie. Sie bewundere die Vereine, die so viel Zeit in ihre Auftritte und Kostüme steckten.
Dass sie sich den einen oder anderen Kalauer über die gescheiterte Ampel anhören muss, stört sie nicht. „Jedenfalls sind die Leute sehr gut informiert, man muss niemanden an die Wahl erinnern“, sagt sie. Wegen der Wahl hat sie in diesem Jahr darauf verzichtet, beim neusten Theaterstück des Vereins „Lebendiges Niederkirchen“ (Leni) wieder dabei zu sein. Beim ersten Mal 2019 mit dem Stück „Die Queen kommt“ war sie als die britische Thronfolgerin Kate zu sehen. Etwas Besonderes sei es auch nach wie vor, am Rednerpult im Bundestag zu stehen. Dabei hat sie dort bereits über 20 Mal gesprochen. „Es wird immer besser“, bekräftigt sie. Besonders gefreut habe sie sich, dass zurzeit der Ampelkoalition alle anwesenden Mitglieder der Regierungsfraktionen geklatscht hätten. Das sei bei der Großen Koalition nicht der Fall gewesen.
In der Region verwurzelt
Die Verwurzelung in der Region sei der Grund, warum sie vor Ort immer noch als „die Isabel“ wahrgenommen werde, freut sie sich. Sie fühle sich auf dem Land nach wie vor sehr wohl, betont Mackensen-Geis, die in Niederkirchen aufgewachsen ist und in Trier Politikwissenschaft studiert hat.
Seit ihrer Hochzeit 2021 mit Thomas Geis, dem Sohn des langjährigen SPD-Landtagsabgeordneten Manfred Geis, lebt sie in Bad Dürkheim. Das Paar hat eine vier Jahre alte Tochter, die in Bad Dürkheim den Kindergarten besucht. Sie nehme die gesamte Familie auch gerne mit nach Berlin, insbesondere bei Doppelsitzungswochen, erzählt sie. Dann helfen ihr Mann und die Großeltern bei der Betreuung. Mutter und gleichzeitig berufstätig sein zu können, empfindet sie als Geschenk. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beschäftige sie jeden Tag und deshalb könne sie politische Prozesse auch entsprechend mitgestalten. „Wir stehen hier immer noch vor großen Herausforderungen“, sagt sie mit Blick auf einzelne Kollegen, die ihr Bundestagsmandat aus Familiengründen abgegeben hätten. „Auch Männer“, fügt sie hinzu. Deshalb gelte es, den Politikbetrieb immer streng zu überprüfen. „Sollte sich zeigen, dass sich mein Bundestagsmandat nicht mehr mit der Familie vereinbaren lässt, dann würde ich mich für die Familie entscheiden“, stellt sie klar. Das stehe aber jetzt nicht zur Debatte.
CDU-Antrag ein „Tabubruch“
Innerhalb der SPD-Fraktion ist Mackensen-Geis inzwischen zur stellvertretenden Sprecherin für Ernährung und Landwirtschaft gewählt worden. Sie sei sehr stolz, es in diese Position geschafft zu haben. In dieser Funktion habe sie auch die Bauernproteste vor einem Jahr als sehr intensiv erlebt. Zu „ihren“ Politikfeldern zählt Mackensen-Geis auch die Waldbewirtschaftung oder den Weinbau. „Wir dürfen als Politiker nie aufhören zu erklären und mit den Menschen zu sprechen“, lautet eine ihrer Überzeugungen. Den CDU-Antrag zur Migration, der am Mittwoch mit Hilfe der AfD eine Mehrheit bekam, bezeichnet sie als „Tabubruch“. Merz habe die Brandmauer aus „purem Wahlkalkül“ eingerissen. Keiner der schrecklichen Taten, die als Begründung herangezogen wurden, hätte damit verhindert werden können, ist sie überzeugt. „Ein historischer, schwarzer Tag für die Demokratie“, urteilt Mackensen-Geis.
Zur Sache: Fünf Dinge, die ich für den Wahlkreis erreichen will
1. Mobilität fördern: Mit den Angeboten von ÖPNV, Bürgerbussen und Mobility on Demand möchte ich passgenaue Mobilität weiter ausgestalten.
2. Direktvermarktung: Nach dem Motto „Geh nicht fort, kauf vor Ort“ möchte ich regionale Anlaufstellen und unsere Landwirte unterstützen.
3. Kostenlose Gemeinschaftsverpflegung: Durch feste Verträge unterstützt man die regionale Landwirtschaft und sorgt für gute Ernährung.
4. Wohnen: Bezahlbares Wohnen braucht einen gesetzlichen Rahmen, die verschiedene Wohnformen möchte ich unterstützen.
5. Wald: Kommunale und private Waldbesitzer möchte ich unterstützen für einen klimastabilen Waldumbau.