Bad Dürkheim
Sparkasse Rhein-Haardt: Neue Impulse für das Kreditgeschäft
„Ich bin optimistisch gestimmt für das laufende Geschäftsjahr“, sagte Andreas Ott bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Bad Dürkheim. Wenige Minuten zuvor hatte der Bundestag das Milliarden-Kreditpaket verabschiedet. Die gesamte Bankenbranche werden von dieser Entscheidung profitieren, „da die geplanten Investitionen finanziert werden müssen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Rhein-Haardt. Es sei zwar nicht auszuschließen, dass es in Verbindung mit den neuen Zöllen wieder zu einem Anstieg der Inflation kommen könne, jedoch sehe er diese Entwicklung derzeit nicht, meinte der 57-Jährige.
Im vergangenen Geschäftsjahr gab es bei der Sparkasse Rhein-Haardt eine Veränderung im Vorstand: Aus dem Vorstandstrio wurde durch den im Dezember in den Ruhestand verabschiedeten Georg Lixenfeld ein Duo. Der Verwaltungsrat habe sich dafür entschieden, den Posten nicht wieder zu besetzen, informierte Ott. Der Vorstandsvorsitzende ist für die Steuerung, Organisation und das Personal zuständig. Der 63-jährige Thomas Distler ist als Vorstandsmitglied verantwortlich für das Kundengeschäft, die Beratungszentren oder die Baufinanzierungen.
Kreditgeschäft wächst wieder
Beim Blick auf das Geschäftsjahr 2024 sei festzustellen, dass sich die Kunden mit den weltweiten Krisen und Gegebenheiten arrangiert hätten, so Distler. Das werde auch durch die positive Entwicklung beim Kreditgeschäft deutlich: „Hier sind wir wieder zurück auf Wachstumskurs.“ Die Neuausleihungen stiegen 2024 um rund elf Prozent auf 538 Millionen Euro. 2023 gab es hier noch einen Rückgang um 39 Prozent. Ein Anstieg bei Firmeninvestitionen und bei der Nachfrage nach Baukrediten seien die Gründe für die positive Entwicklung im vergangenen Jahr, erklärte Distler. Die Bauzinsen haben sich im Vergleich zum Jahresende 2024 wieder leicht erhöht: Derzeit liegen sie laut Distler bei 3,5 Prozent.
Die Dax-Rekorde spiegeln sich auch beim Wertpapiergeschäft wider: Durch das Kursplus beim deutschen Aktienindex in Höhe von 19 Prozent wuchs das Wertpapiervermögen der Sparkassenkunden um rund 5 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro. Rund 502 Millionen Euro setzten die Sparkassenkunden 2024 mit Wertpapieren um. Insgesamt betreute die Sparkasse im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Kundenvermögen in Höhe von 5,14 Milliarden Euro (plus 1,3 Prozent). Die Bilanzsumme des Kreditinstituts ging gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro zurück. Der Jahresüberschuss konnte jedoch um 3,9 Prozent auf 5,7 Millionen Euro gesteigert werden.
Beratung per Video
Seit 1. Januar kann man sich auch per Video bei der Sparkasse beraten lassen: Von Neustadt aus kümmern sich vier Mitarbeiter um Kunden oder Nichtkunden, die mit der Sparkasse digital in Kontakt treten wollen, erläuterte Distler. Trotzdem bleibe die Sparkasse in der Fläche vertreten – auch wenn die Anzahl der Filialen im vergangenen Jahr durch die Schließung des Standorts in Weisenheim am Berg auf jetzt 31 gesunken ist. In diesem Jahr seien hier keine weiteren Reduzierungen geplant, versicherte Ott. Voraussichtlich im Oktober werde die Sparkasse in Wachenheim in den Neubau in der Weinstraße umziehen.
„Die meist genutzte Filiale ist jedoch die Filiale im Internet“, hob Ott hervor. Im vergangenen Jahr habe es rund 48,2 Millionen Zugriffe auf die Internetseiten der Sparkasse gegeben. Auf die Sparkassen-App greifen fast 51.000 Kunden zu (plus 12,8 Prozent). Durch die Kooperation mit Payback können Kunden voraussichtlich ab Juli beim Bezahlen mit der Sparkassen-Card Payback-Punkte sammeln. Kunden, die das Angebot nutzen möchten, müssen sich vorher registrieren. Die Sparkassen-Vorteilswelt entfällt durch das neue Bonussystem, für das man bislang 60 regionale Händler habe gewinnen können, informierte Ott.
Fünf PV-Anlagen installiert
Mit über 600.000 Euro hat die Sparkasse im vergangenen Jahr gemeinnützige Projekte, Vereine oder soziale Einrichtungen gefördert. Auf das frisch renovierte Flachdach am Hauptsitz in Bad Dürkheim habe man eine PV-Anlage mit 50 Kilowatt-Peak installiert. „Damit werden wir ein bisschen autarker“, sagte Ott. Zusammen mit den anderen vier Anlagen auf Dächern der Sparkasse erzeuge man jährlich etwa 170.000 Kilowattstunden Strom. Elektroladesäulen könne man den Mitarbeitern noch nicht anbieten, diese sind laut Ott aber in Planung.