Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel So ist der 608. Wurstmarkt gestartet

 Ministerpräsident Alexander Schweitzer (Mitte) mit Natalie Bauernschmitt, Lea Baßler, Charlotte Weihl und Denise Stripf (von li
Ministerpräsident Alexander Schweitzer (Mitte) mit Natalie Bauernschmitt, Lea Baßler, Charlotte Weihl und Denise Stripf (von links).

Es war ein geradezu fulminanter Auftakt für den 608. Dürkheimer Wurstmarkt: Die Besucher strömten auf den Platz, bei den Schubkärchlern und im Weindorf war es rappelvoll.

„Und wo sind die Weinhoheiten?“, fragt eine Besucherin, als der Tross aus Musikern, Politikern und anderen Würdenträgern vor der Saline eintrifft. Die Sorge vor zu wenig gekrönten Häuptern ist natürlich unbegründet. Ein Wurstmarkt ohne Weinhoheiten bei der Eröffnung kann sich der Dürkheimer wirklich nicht vorstellen. Es treffen also gleich mehrere auf der Bühne ein. Besonders wichtig sind natürlich die Dürkheimer Weinprinzessin Denise Stripf, die Deutsche Weinprinzessin Lea Baßler und die Pfälzer Weinkönigin Charlotte Weihl. Die höchste Vertreterin des Pfälzer Weins hat sogar Geburtstag und so bekommt Königin Charlotte ein Ständchen von Tausenden Besuchern der Eröffnung.

Plädoyer für die Krone

Für Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) sind die Weinhoheiten „tolle junge Frauen, die selbstverständlich auch in Zukunft Königinnen und Prinzessinnen sein können und eine Krone tragen dürfen“, sagt er in Bezug auf die aktuelle Debatte rund um die Pfälzische Weinkrone. Dafür erntet er den wohl dicksten Applaus bei der Eröffnung und einige laute „Jawoll“-Rufe. Auch die aktuelle Sicherheitsdebatte-Debatte thematisierte er: „Wir lassen uns das Feiern nicht wegnehmen.“ „Egal, ob jemand Geld hat und egal, woher er kommt, Hauptsache, er hat eine Hand frei für eine Schorle“, betont der Südpfälzer.

Der Musikverein Leistadt spielt bei den Schubkärchlern.
Der Musikverein Leistadt spielt bei den Schubkärchlern.

Dass die Weinhoheiten bei den Festen einen großen Stellenwert haben, bewies dann der wichtigste Moment des Abends: Zur Eröffnung schritten neben Bürgermeisterin Natalie Bauernschmitt (CDU) und Schweitzer auch das vom Ministerpräsidenten hoch gelobte Prinzessinnen- und Königinnen-Trio zur Tat: „Der 608. Wurstmarkt ist eröffnet“, hieß es um 18.51 Uhr.

Die Dubbeglas-Orden wippen zur Musik

Um 17 Uhr war der Eröffnungsreigen mit dem Platzkonzert auf dem Ludwigsplatz gestartet. Es kam sogar die Sonne zum Vorschein, als Pfälzer Liedgut von den Treppen der Ludwigskirche erklang. Die Stadtkapelle sowie die Musikvereine Leistadt und Iggelheim legten sich mächtig ins Zeug. Gabi Aschmis-Enderle konnte es kaum erwarten, auf den Platz zu kommen. „Ich hab’ Dorscht“, sagte die 56-Jährige, während sie das Platzkonzert verfolgte. Die Dubbeglasorden an ihrer Wurstmarktkappe wippten zum Takt der Musik.

Die Winzer ziehen auf den Platz.
Die Winzer ziehen auf den Platz.

Die gebürtige Dürkheimerin aus dem Jägerthal hat einen Hessen geheiratet. Das Paar ist aus Rüsselsheim hergefahren, um ihren 23. gemeinsamen Wurstmarkt-Besuch zu feiern. Da ihr Mann das Trinken aus dem Dubbeglas immer noch üben müsse, sei er als Chauffeur hervorragend geeignet, verriet sie. Auf ihrem Programm standen neben Schorle und Bratwurst im Schubkarchstand auch ein Gastspiel beim Fotoschießen. „Die Fotos zieren zu Hause unseren Hausgang. Damit mache ich Werbung für die Pfalz.“ Unten auf dem Pfalz füllte es sich merklich. „Ein normaler Auftakt“, meinte Corinna Schmitt vom Weingut Schmitt im Weindorf. Beim Wetter geriet sie ins Schwärmen: „Es ist ideal heute. Trocken, sonnig und trotzdem kühl.“

Hoch hinaus: Nordic Tower und Anubis.
Hoch hinaus: Nordic Tower und Anubis.

Max Stiefenhöfer, Zäpfler beim Schubkarchstand 30 des Weinguts Karl Schaefer, kam bereits um 18 Uhr mächtig ins Schwitzen: „Für einen ersten Freitag hätte ich um diese Uhrzeit mit weniger Besuchern gerechnet.“

Beim Klassiker läuft es rund

Bei den Fahrgeschäften lief es gleich beim Klassiker Breakdance richtig rund. Eher ruhig war es anfangs beim Nordic Tower. Ob es am Preis lag? Acht Euro für Erwachsene und sechs Euro für Kinder fand Anna Hillreiner aus Bayern aber gar nicht so teuer: „Auf dem Oktoberfest ist man da anderes gewöhnt“, sagte sie während sie auf ihren Mann sowie ihre älteste Tochter wartete, die sich den Ausflug in bis zu 80 Metern Höhe nicht entgehen lassen wollten. „Es hätte ruhig noch etwas höher hinaus gehen können“, fand die achtjährige Helena, als sie nach wenigen Minuten schon wieder unten bei ihrer Mutter und ihren zwei Schwestern angekommen war. Ihr Vater, der aus Niederkirchen stammt, nutzte die Zeit in luftiger Höhe, um Fotos zu machen. „Der Ausblick war es Wert“, schwärmte er. Am Sonntag verlässt er seine alte Heimat wieder in Richtung Bayern, da dort wieder die Schule beginnt. Hillreiner ist mit seiner Familie im Wohnwagen angereist, der auf dem Knaus Camping-Platz steht.

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