Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Polizei: Unfälle mit Kindern nehmen zu

Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet.
Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet.

Wie sicher sind die Straßen rund um Bad Dürkheim? Darüber gibt die Verkehrsunfallstatistik Aufschluss. Dabei stehen besonders zwei Risikogruppen im Fokus, die im vergangenen Jahr Kopfzerbrechen bereitet haben.

„Die Unfallzahlen sind nahezu deckungsgleich mit 2022, aber noch lange nicht auf dem Niveau von 2019, dem letzten Jahr vor der Pandemie. Aber da möchten wir auch nicht wieder hin“, erklärt Katja Bauer, Leiterin der Polizeiinspektion Bad Dürkheim. 1349 Unfälle registrierten die Beamten auf den Straßen rund um Bad Dürkheim und den Verbandsgemeinden Freinsheim und Wachenheim im vergangenen Jahr, einen weniger als 2021. Das Ziel, dass niemand im Straßenverkehr umkommt, konnte nicht erreicht werden. Im Februar 2021 starb ein 18-jähriger Autofahrer, der von der K16 bei Wachenheim abkam und gegen einen Baum prallte, im Juli stürzte ein alkoholisierter Fahrradfahrer bei Ungstein so schwer, dass er trotz Helms seinen Verletzungen erlag.

Stark angestiegen ist die Anzahl der Unfälle, an denen Kinder beteiligt waren: von 8 im Jahr 2021 auf 26 im Jahr 2022. Dabei wurden 15 Kinder leicht- und ein Säugling schwer verletzt, der bei einem Autounfall nicht richtig gesichert war. In 18 der 26 Fälle seien aber die Kinder auch die Verursacher der Unfälle gewesen. Am stärksten gefährdet waren 2022 die 10- bis 14-Jährigen, die sich auf dem Fahrrad im öffentlichen Straßenverkehr bewegen, erklärt Bauer die Statistik. Über die Ursachen kann die Polizeichefin nur spekulieren: Durch Corona habe die Radfahrausbildung an Schulen nicht in gewohntem Umfang angeboten werden können, gleichzeitig sei die Fahrradnutzung angestiegen. Möglicherweise seien die jungen Leute im vergangenen Jahr durch die Wiederzunahme des Verkehrs im Straßenverkehr überfordert gewesen. Unfallschwerpunkte können die Beamten nicht erkennen, in einem Fall war der junge Radler nicht aufmerksam, im nächsten missachtete er eine Verkehrsregel. „Schulwegsunfälle sind nicht das Hauptproblem“, sagt Bauer – nur zwei registrierten die Beamten 2022. Mit Präventionsangeboten und gezielten Kontrollen der Räder von Kindern und Jugendlichen wollen die Beamten gegensteuern. Auch bei den diversen Radwegekonzepten in der Region stehe man beratend zur Seite. „Je mehr Radwege es gibt und je sicherer diese sind, desto weniger Unfälle ereignen sich“, erklärt Katja Bauer.

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Die Beteiligung von Fahrrad- und Pedelecfahrern insgesamt an Unfällen stieg 2022 um vier Fälle auf 56 an, wobei die Radler 26-mal als Unfallverursacher galten. Dabei wurden neun Menschen schwer und 33 leicht verletzt, ein Radfahrer verstarb nach einem Sturz.

Nach wie vor die größte Risikogruppe im Straßenverkehr sind laut Statistik die Senioren. Sie waren 2022 in 381 Unfälle verwickelt, das sind 44 mehr als im Vorjahr. 267-mal wurden sie als Unfallverursacher geführt, wobei fehlender Abstand sowie eingeschränkte Mobilität beim Rückwärtsfahren oder Wenden häufige Unfallursachen waren. Mangelnder Abstand sowie Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren waren die häufigsten Ursachen für die 1349 Verkehrsunfälle.

Erfreulich: Die Aufklärungsquote bei den insgesamt 388 Unfallfluchten stieg auf knapp 48 Prozent (2021: 44,5). Weniger erfreulich dagegen der starke Anstieg von Fällen, in denen Autofahrer alkoholisiert oder unter Drogen am Steuer erwischt wurden. Dieser Anstieg entspreche dem Landestrend, sagt Bauer. „Wir werden sehr intensiv kontrollieren, um dem Trend entgegen zu wirken“, kündigt sie an.

Zahlen und Fakten

Verkehrsunfälle: 1349 (2021: 1350)Personenschäden: Schwerverletzte 34 (40), Leichtverletzte 125 (100), Getötete 2 (0).Hauptunfallursachen: Abstand 488 (426), Vorfahrt 81 (79), Geschwindigkeit 64 (88), Überholen 19 (17), Alkohol 37 (20), Drogen 5 (2).Unfallzahlen Risikogruppen: Kinder und Jugendliche 26 (8), 18- bis 24-Jährige 184 (200), Senioren ab 65 381 (337), Lkw-Fahrer 130 (152), Motorradfahrer 43 (44).

Unfallfluchten 388 (373), Aufklärungsquote 47,9 Prozent (44,5)Wildunfälle 118 (160).

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