Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: Rektor Armin Rebholz zur aktuellen Situation am WHG

Seit 2008 offiziell im Amt: Schulleiter Armin Rebholz.
Seit 2008 offiziell im Amt: Schulleiter Armin Rebholz.

Herr Rebholz, wie ist die Situation der Schule im Jubiläumsjahr? Haben Sie genügend Lehrer, und gibt es – anders als vor dem Erweiterungsbau 1991 – genug Platz?
Statistisch gesehen haben wir genug Lehrer. Wer auf dem Papier steht, steht aber nicht unbedingt für Unterricht zur Verfügung. Mit diesem Problem steht aber das WHG nicht allein. Beim Platz müssen wir immer noch jonglieren. Das Lehrerzimmer ist zu klein, wir bräuchten noch zusätzliche Toilettenräume. Außerdem könnten wir noch Aufenthaltsräume für Mittel- und Unterstufenschüler gebrauchen. In der Corona-Krise mussten einige Jahrgangsstufen aus Platzmangel ganz zu Hause bleiben, weil wegen der Abstände nur halbe Klassen unterrichtet werden konnten.

Was zeichnet das WHG aus?
Unsere Schüler, unsere Lehrer, die Ehemaligen, die ganze Gemeinschaft. Oft zu Wurstmarktzeiten kommen ehemalige Schüler vorbei und fragen nach ihren Lehrern, eine andere Gelegenheit ist der Abiball, auch da kommen viele Ehemalige und erkundigen sich. Wir entlassen gut vorbereitete Schüler ins Berufsleben oder Studium. Von den Eltern kommen in der Hinsicht ebenfalls positive Rückmeldungen, und Firmen wie die BASF wissen, was ein Dreier im Zeugnis heißt, wenn WHG darüber steht. Studenten versichern mir immer wieder, dass sie mit dem, was sie mitgebracht haben, im Studium etwas anfangen konnten.

Wie verwurzelt ist die Schule in der Region?
Wir haben eine Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus, da erteilen Schüler älteren Leuten Nachhilfe im Umgang mit dem Handy oder erklären, wie man skypt. Wir haben die Weinbau-AG in Zusammenarbeit mit dem Weingut Schaefer und einem eigenen Heisenberg-Wein, und im Bad Dürkheimer JuKib werden die Klassenpaten für die Schulanfänger ausgebildet. Ganz toll ist auch, wie viele ehemalige Schüler ehrenamtlich für die Schule tätig sind, beispielsweise in der Bibliothek.

Sehen Sie sich in einer Konkurrenzsituation zu anderen Schulen in der Region?
Nein. Wir stellen uns vor und bemühen uns um jeden Schüler. Wir arbeiten sehr gut mit der IGS Deidesheim/Wachenheim und den Gymnasien in Grünstadt und Maxdorf zusammen. Insbesondere Letzteres ist eine Alternative für Eltern, die eine Ganztagsbetreuung für ihre Kinder wünschen. Bei uns suchen die Eltern die nicht verpflichtende Nachmittagsbetreuung. Um diese Betreuung zu organisieren, ist ein Verein gegründet worden. Hier sind ebenfalls bemerkenswert viele Ehemalige engagiert.

Vor welchen Herausforderungen standen Sie und das Lehrerkollegium in der Corona-Pandemie?
Wie erreichen wir unsere Schüler? Am Freitagnachmittag kam die Nachricht, dass ab Montag keine Schule mehr ist. Vorgaben für eine Kontaktaufnahme mit den Schülern gab es nicht. Wir haben die Sache montags in einer Dienstbesprechung diskutiert, Eltern- und Schülersprecher waren auch dabei. Da ging es zum Beispiel um die Frage, in welchem Zeitraum die Schüler ihre per Mail erteilten Arbeitsaufträge zu erledigen haben. Wir haben montags nicht die Ideallösung gefunden, wir haben aber ständig nachjustiert. Viele dachten im März noch, wir retten uns erst einmal in die Osterferien. Bei einer Begehung mit dem Gesundheitsamt bekamen wir dann konkrete Vorgaben zu den Abständen in den Klassenräumen und zur Toilettennutzung.

Werden die Jubiläumsfeierlichkeiten nachgeholt?
Für den 6. Juni war ein Schulfest geplant. Der Festakt sollte am 2. September in der Aula sein, und am 5. September ein Big-Band-Konzert von ehemaligen Bandmitgliedern. Eine Ehemalige wollte eigens aus New York anreisen. Das war der Plan. Jetzt überlegen wir, ob wir nächstes Jahr 40 Jahre Namensgebung WHG und 50 plus ein Jahr Gymnasium in der Kanalstraße feiern. Wir können aber leider noch gar nichts planen.

Mehr Infos zur Geschichte der Schule: Jubiläum ohne Feier: 50 Jahre Werner-Heisenberg-Gymnasium

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