Freinsheim
Großer Einschnitt bei Trinkwasserversorgung: Bürger müssen sich umstellen
Die Verbandsgemeinde Freinsheim wird künftig in zwei Trinkwasserzonen aufgeteilt. Während die Berggemeinden mit Weisenheim, Bobenheim und Herxheim am Berg sowie Kallstadt und Dackenheim wie bisher das weiche Wasser aus dem Pfälzerwald vom Wasserwerk Krumbachtal bekommen, werden die Bürger in Freinsheim, Weisenheim am Sand und Erpolzheim künftig mit dem Wasser aus dem neuen Brunnen in Herxheim am Berg versorgt. Es wird jedoch noch mit einem Anteil von etwa 40 Prozent mit dem Wasser aus dem Krumbachtal gemischt. Mit einer Enthärtungsanlage soll ein Härtegrad von sechs erreicht werden.
Dass sich diese Variante in den politischen Gremien durchsetzen würde, hatte sich bereits in der vergangenen Werkausschuss-Sitzung am 28. April abgezeichnet. Florence Krüger vom beauftragten Technologiezentrum Wasser aus Karlsruhe hatte nach dem Vergleich verschiedener Möglichkeiten in einer für die VG Freinsheim erstellten Studie diese Variante empfohlen.
4,7 Millionen Euro müssen investiert werden
Die Kosten lieferten der zuständige Beigeordnete Fred Krebs (CDU) und Werkleiter Felix Haller für die Sitzung des Gremiums am Dienstag. Danach müsste die Verbandsgemeinde 4,7 Millionen Euro dafür investieren. Am teuersten wird der Bau eines Betriebsgebäudes mit Wasseraufbereitung für zwei Millionen Euro. Hinzu kommen noch Kosten für die Enthärtungsanlage (Umkehrosmose) in Höhe von 800.000 Euro. Für die Brunnenbohrung sind voraussichtlich 600.000 Euro fällig. Außerdem sind noch Kosten für Grunderwerb (100.000 Euro), Planung (600.000), und den Leitungsbau zum Hochbehälter „Auf dem Groß“ (325.000) vorzusehen. Dort soll das Wasser mit dem aus Bobenheim gemischt werden.
Die Alternative wäre gewesen, das Wasser aus dem neuen Brunnen mit Hilfe von neuen Rohrleitungen ins Wasserwerk Krumbachtal zu transportieren, um es dort zu mischen und in die Leitungen zu pumpen. Dann hätten alle Bürger das gleiche Wasser gehabt. Diese Lösung war zu Beginn der Diskussion in den Fraktionen bevorzugt worden. Wie Haller und Krebs erläuterten, müssten dafür aber Rohrleitungen für 4 Millionen Euro verlegt werden. Insgesamt würde diese Lösung 7,7 Millionen Euro kosten. „Wir würden deshalb die günstigere Variante bevorzugen“, sagte Krebs.
Variantenvergleich: Kosten ausschlaggebend
Arno Krauß (FWG) gab zu, dass er sich mit der Entscheidung schwer getan habe. „Ich war der Überzeugung, dass wir keine zwei Wasserqualitäten anbieten sollten“, sagte er. Jedoch sei in der VG die Wasserknappheit bereits spürbar. Die Lage werde sich noch verstärken. Ausschlaggebend seien jedoch die hohen Kosten. Seine Zustimmung knüpfte Krauß an die Bedingung, den Härtegrad sechs für die Unterlieger festzuschreiben. Ähnlich äußerten sich Klaus Schmitz (Grüne) und Jürgen Schneider (FDP). Krebs willigte ein, die Beschlussvorlage um den Härtegrad entsprechend zu erweitern.
Alle Fraktionen stimmten zu, die Trinkwasserneuerschließung in Herxheim am Berg nach der günstigeren Variante weiterzuverfolgen. Dabei soll das Wasser nach Umkehrosmose und Mischung den Härtegrad sechs nicht übersteigen.
VG-Rat wird abschließend entscheiden
Das Thema wird abschließend noch im Verbandsgemeinderat behandelt, der wieder am 23. Juni tagt. Aufgrund des einstimmigen Beschlusses ist davon auszugehen, dass sich an der Grundsatzentscheidung nichts mehr ändern wird. Auf Wunsch vieler Fraktionsmitglieder soll es laut Krebs in dieser Sitzung auch noch mehr Informationen zu Nitrat- und Mineralgehalt des Herxheimer Wassers geben. Nach Schätzungen von Haller wird es wohl noch fünf Jahre dauern, bis die Wasserumstellung erfolgt ist.
