Friedelsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Georg Friedrich Beck: Uneigennützig und voller Elan

Im Konferenzzimmer der Friedelsheimer Gruppe erinnert dieses Bronzeporträt an einen der Gründer: Ökonomierat Georg Friedrich Bec
Im Konferenzzimmer der Friedelsheimer Gruppe erinnert dieses Bronzeporträt an einen der Gründer: Ökonomierat Georg Friedrich Beck.

Der Zweckverband für Wasserversorgung wird dieses Jahr 100 Jahre alt. Ein Name ist untrennbar mit seiner Geschichte verbunden: der des Friedelsheimers Georg Friedrich Beck.

Im anlässlich des 25. Jubiläums der Friedelsheimer Gruppe herausgegebenen Heft über den „Zweckverband für Wasserversorgung Friedelsheimer Gruppe“, so der vollständige Name, wird der Ökonomierat Georg Friedrich Beck aus Friedelsheim zusammen mit den Bürgermeistern von elf Gemeinden als Gründer genannt.

Es sei erkannt worden, dass private Einzel-Wasserversorgungen in jeder Hinsicht unzulänglich seien und dass nur die öffentliche, zentrale Wasserversorgung den Bedarf an Trink-, Brauch- und Löschwasser in der erforderlichen Menge, Güte und Zeit zur Erfüllung der Bedürfnisse der „Volksernährung“ und „Volksgesundheit“ sicherstellen könne, heißt es im Geleitwort des damaligen Regierungspräsidenten Pfeiffer.

Hohe Hürden bei der Gründung

Wer die dickleibigen Akten durchblättere, könne ermessen, wie weit der Weg von dem sichtbar werdenden Gedanken, eine gemeinsame Wasserversorgung für damals elf Gemeinden der Vorderpfalz zu schaffen, bis zu dessen Verwirklichung war, schrieb der damalige Landrat in seinem Geleitwort und schilderte auch, wie hoch die Hürden sich bei den vielfach verschlungenen Verfahrenswegen auftürmten. Das zeige, mit welcher Tatkraft der geistige Schöpfer des Werkes, Ökonomierat Beck, voranschritt, der das Unternehmen bis 1933 und dann wieder von 1945 bis zu seinem Tod 1951 als Vorsitzender der Gruppe förderte.

Die Trink- und Nutzwasserverhältnisse in den Gemeinden, die sich zum Zweckverband Friedelsheimer Gruppe zusammenschlossen, lagen seinerzeit „im Argen“. Die Brunnen für den landwirtschaftlichen Gebrauch waren vielfach durch eindringende Jauche verunreinigt, was den Ausbruch von Typhus begünstigte. Der Landwirtschaft fehlte das Nutzwasser für ihre Gemüsekulturen, den Winzern das erforderliche Wasser für die Schädlingsbekämpfung.

Weitsichtige Bürger erkannten den Missstand

Weitsichtige Bürger hätten diesen Missstand frühzeitig erkannt und schon vor dem Ersten Weltkrieg die Errichtung einer von mehreren Gemeinden getragenen Wasserversorgungsanlage ins Auge gefasst. Diesen Gedanken griff nach dessen Beendigung der damalige Zweite Bürgermeister der Gemeinde Friedelsheim, Ökonomierat Georg Friedrich Beck, auf. Am 18. Oktober trafen sich die Vertreter der Gemeinden Ellerstadt, Friedelsheim, Gönnheim, Niederkirchen und Rödersheim, um über den Aufbau einer gemeinsamen Wasserversorgung zu beraten.

Das Führen der Verhandlungen oblag Beck und in der Gründungsversammlung wurde er auch zum Vorsitzenden der Gruppe gewählt. Sein Stellvertreter war Bürgermeister Tartter (Lambsheim) und Schriftführer Bürgermeister Johannes Merk (Fußgönheim). Der vom Landesamt für Wasserversorgung vorgelegte Plan sah folgende Abschnitte vor: 1. Bohrungen für drei Brunnen, 2. Hochbehälter mit Entsäuerungsanlage sowie Pumpenhäuser, 3. Ausbau der Ortsnetze mit Hausanschlüssen in den Gemeinden. Die Kosten beliefen sich auf 1,8 Millionen Reichsmark.

Mit ganzer Persönlichkeit eingesetzt

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wählte die Mitgliederversammlung im Juli 1945 erneut Beck zum Vorsitzenden. Wenn die Gruppe heute eine in jeder Hinsicht gesicherte Wasserversorgung der Mitgliedsgemeinden gewährleisten könne, müsse vor allem des Mannes gedacht werden, der sich in uneigennütziger Weise und mit seiner ganzen Persönlichkeit für die Weiterentwicklung eingesetzt habe: Ökonomierat Georg Friedrich Beck, heißt es in dem Jubiläumsheft von 1953. Anlässlich seines Todes am 9. Juli 1951 habe Oberbaurat Koller vom Wasserwirtschaftsamt die richtigen Worte gefunden: Der Zweckverband verliere in Georg Friedrich Beck jemanden, der bis zum letzten Atemzug für die Weiterentwicklung des Werkes lebte.

Die RHEINPFALZ schrieb: „Besonders tragisch mutet es an, dass Becks Begräbnistag mit der Krönung seines Lebens, der Inbetriebnahme des neuen Zusatzpumpwerkes der Wasserversorgungsgruppe in Ungstein, zusammenfällt.“

Beck hatte mit Nazis nichts am Hut

In den Friedelsheimer Heimatblättern schreibt Ernst Bedau über den Ökonomierat: Nach Kriegsende 1945 war Beck die richtige Person am richtigen Platz. Mit Gewissenhaftigkeit, Korrektheit, Kompetenz und Fingerspitzengefühl steuerte er die Geschicke Friedelsheims in schwersten Zeiten. Ihm war es zu verdanken, dass die richtigen Leute für den Wiederaufbau demokratischer Strukturen berufen wurden. Dass er mit den Nazis nichts am Hut hatte, geht eindeutig aus Becks Lebenslauf hervor: Von 1920 bis 1933 Mitglied des Kreistages, 1926 bis 1933 Mitglied im Gemeinderat und Zweiter Bürgermeister, Mitglied im Kriegerverein bis 1933, Kommandant der Feuerwehr Friedelsheim bis 1930.

Im Landesarchiv in Speyer fand Bedau die Entnazifizierungsakte zusammen mit dem eigenhändig geschriebenen Lebenslauf Becks. Geboren wurde Georg Friedrich Beck am 7. November 1882 in Friedelsheim. Alle Fragen nach Verbindungen zu Nazi-Organisationen werden in dem Lebenslauf verneint. Unter dem Stichwort Mitgliedschaft in der NSDAP steht: Ich stand der NSDAP seit 1923 ablehnend gegenüber. Beck war Mitglied in der Deutschen Volkspartei.

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