Bad Dürkheim / Wurstmarkt
Fahrgeschäftetest: Was sollten sich Wurstmarkt-Besucher nicht entgehen lassen?
Menschentrauben schieben sich über das Gelände, an jeder Ecke blinken Lämpchen, Musik vermischt sich mit Ansagen aus dröhnenden Lautsprechern: Als Wurstmarkt-Neuling ist es bei so vielen Eindrücken nicht einfach, den Überblick zu bewahren. Zum Glück kennt sich Lea Baßler aus. An ihrem letzten Wochenende als Dürkheimer Weinprinzessin zeigt sie mir, welche Fahrgeschäfte „einfach dazugehören“.
Los geht’s mit dem Klassiker „Musik-Express“. „Das weckt jedes Mal Kindheitserinnerungen“, sagt Baßler während des Wartens. Wirklich lange stehen wir nicht an, obwohl wir bei weitem nicht die einzigen Fahrgäste vor der beliebten Attraktion sind. Und schon setzt sich der Zug, der zu bekannten Hits seine Runden dreht, mit uns an Bord in Bewegung. Die Drehungen und das wellenförmige Auf und Ab der Wagen ist für jemanden wie mich, dem schnell bei Autofahrten schlecht wird, gut zu verkraften. „Ist doch ganz entspannt“, lautet meine erste Einschätzung. Sogar filmen und La-Ola-Wellen sind noch drin. Doch dann wird’s wilder.Jetzt ist Festhalten und pure Muskelkraft gefragt, um den Fliehkräften entgegenzuwirken. „Ui ui ui“, sagt Baßler und hält vorsichtshalber ihre Krone fest. Die muss ja schließlich ein Tag später heile bei ihrer Nachfolgerin ankommen. Unser Gekicher verrät aber: Der Nervenkitzel macht Spaß.
Ein starker Magen ist gefragt
Voll gepumpt mit Adrenalin geht es mit dem „Polyp XXL“ weiter. „Die Krake ist eins meiner absoluten Lieblingsgeschäfte. Das fahre ich schon seit ich klein bin“, erzählt Baßler. Daher ist die Attraktion, die traditionell immer auf dem Wurstmarkt dabei ist, ein Muss. „Aber wir werden einen Drehwurm bekommen“, warnt die Weinprinzessin. Denn die Wagen, die an den Tentakeln der Krake hängen, drehen sich zusätzlich um die eigene Achse und senken sich ruckartig ab. Völlig überrascht von dem Gefühl des freien Falls entfährt uns der ein oder andere Schrei. Damit bleiben wir nicht die Einzigen. Hat man sich erst mal an die Bewegungsabläufe gewöhnt, ist es eine echte Gaudi. Übelkeit ist zum Glück kein Thema.
Weil wir immer noch nicht genug von diesem kribbeligen Gefühl in der Magengegend haben, muss jetzt eine Neuheit her. „Die Wildwasserbahn war das letzte Mal vor sieben Jahren da“, erzählt Baßler. Deswegen müssten wir die uns gebotene Chance ergreifen. Gesagt, getan. Abwechslung bietet sie auf jeden Fall. Statt sich zu drehen, fahren Fahrgäste in einem Boot zwei steile Wasserfälle herunter. „Dieses Mal muss die Krone sicher verstaut werden.“ Ein Mitarbeiter nimmt den Kopfschmuck in Gewahrsam. Beim Blick über den Bootsrand wird uns schon etwas mulmig. Doch bevor wir weiter darüber nachdenken können, ist die Fahrt auch schon vorbei. Schade, es hätte ruhig länger gehen dürfen. Und nass sind wir geworden. „Wir sind ja nicht aus Zucker“, sagt Baßler entspannt und lacht.
Doch nicht getraut
Völlig übermütig wollen wir uns zum Schluss auf den Freefall Tower wagen. Doch beim Anblick, wie die Menschen plötzlich metertief fallen, ist klar: Es bleibt beim Kettenkarussell. Das geht immer. Baßler hat dazu noch eine Anekdote auf Lager: „Die frischgekürte Weinprinzessin fährt zusammen mit dem Bürgermeister immer eine Runde Kettenkarussell. Deswegen gehört es für mich auf dem Wurstmarkt immer dazu.“



