Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Dürkheimer Wochenkolumne: Von Premieren und einem Wiedersehen

Für den großen Hunger: Schnappschuss von einem Stand am Wurstmarkt.
Für den großen Hunger: Schnappschuss von einem Stand am Wurstmarkt. Foto: Benss

Innenstadt statt Internet

Wer in den vergangenen Tagen in der Dürkheimer Innenstadt unterwegs war, dem wird er aufgefallen sein, der Schriftzug „Heimat shoppen“ – auf Tüten, in Schaufenstern oder auf Postkarten. Die gleichnamige Kampagne der Industrie- und Handelskammer (IHK) hat dieses Jahr pfalzweit Premiere gefeiert. Mit dabei sind auch die Gewebetreibenden in Dürkheim und Weisenheim am Sand. Die Aktion will die Einkäufer dafür sensibilisieren, dass es nicht egal ist, wo sie ihr hart verdientes Geld ausgeben: Denn Einkaufen in der Innenstadt statt im Internet hilft nicht nur den Gewerbetreibenden, sondern leistet auch einen Beitrag dazu, die City lebendig zu halten. Mit Geschäften, Cafés, Eisdielen oder Restaurants. Zugegeben: Das Angebot im Onlinehandel ist nahezu grenzenlos, und einige Dinge sind im innerstädtischen Einzelhandel nicht (mehr) zu bekommen. Hosen oder Bücher und vieles mehr dagegen schon. Dafür hat der Online-Käufer wohl kaum die Möglichkeit, nach dem Einkaufsbummel durch den Kurpark zu schlendern oder am Römerplatz einen Café zu trinken. Und Beratung gibt es obendrauf. Kostenlos. (spk)

Wuma-Groko

Premiere auch im Bundestag: die Niederkirchenerin Isabel Mackensen hat am Dienstag ihre erste Rede gehalten. Wie das so ist bei Premieren, sei sie schon aufgeregt gewesen, erzählt die 32-jährige SPD-Politikerin. Sie war für Katarina Barley, die im Juli ins Europaparlament wechselte, in den Bundestag nachgerückt. Drei Minuten Redezeit hatte Mackensen erhalten, die sie dazu nutzen wollte, zwei Schwerpunkte ihrer parlamentarischen Arbeit zu skizzieren: den ökologischen Landbau und die regionale Wertschöpfung. Doch natürlich durfte auch das Thema Wein nicht fehlen, das sie gemeinsam mit Gustav Herzog aus dem Zellertal für die SPD-Fraktion betreuen wird. Wenn man während des Wurstmarkts die erste Rede hält, dann liegt es nahe, auch einen kurzen Abstecher auf das größte Weinfest der Welt zu machen – wenigstens verbal: „Hier werden Winzerhandwerk, Tradition und friedliches Miteinander gefeiert“, erklärte sie ihren Abgeordneten-Kollegen. Und bekam dafür fraktionsübergreifend deutlich hörbaren Applaus. „Ich war so im Tunnel, dass ich selbst gar nicht gesehen habe, wer da geklatscht hat. Aber meine Mitarbeiter haben erzählt, dass der Applaus auch aus Reihen der CDU kam“, berichtet Mackensen. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner habe aufgesehen, als das Wort Wurstmarkt gefallen sei. Die Große Koalition scheint sich in diesem Punkt zumindest einig zu sein – wenn das kein gutes Vorzeichen für kommende Vorhaben sind ... (spk)

Wurstmarkt verbindet

Der Wurstmarkt ist nicht zuletzt deshalb für die Dürkheimer ein ganz besonderes Fest, weil am zweiten und dritten Septemberwochenenden Freundschaften gepflegt werden: Egal, wo es den Schulfreund oder die frühere Arbeitskollegin hin verschlagen hat, zum Wurstmarkt kommen viele zurück nach Dürkheim, um in den Schubkärchlern oder im Weindorf mit den Daheimgebliebenen alte Zeiten aufleben zu lassen. Da machen RHEINPFALZ-Redakteure keine Ausnahmen. So war es auch am Montag beim traditionellen RHEINPFALZ-Stammtisch, bei dem sich erstmals alle Leiter der Dürkheimer Lokalredaktion versammelten: Eva Klag-Ritz, von 1976 bis 1995 Chefin der Dürkheimer Lokalredaktion (ab 1980 als eigene Ausgabe), Klaus Koch (1995 bis 2001), Peter Spengler (2001 bis 2018) und Alexander Sperk (seit 2018). Klar, dass dort bei dem einen oder anderen Glas Wein Anekdoten aus den vergangenen Jahrzehnten ausgetauscht wurden. Wie es auf dem Wurstmarkt üblich ist. (spk)

Geballte Redaktionserfahrung: Eva Klag-Ritz, Peter Spengler, Alexander Sperk, Fotografin Moni Franck und Klaus Koch (von links).
Geballte Redaktionserfahrung: Eva Klag-Ritz, Peter Spengler, Alexander Sperk, Fotografin Moni Franck und Klaus Koch (von links). Foto: Franck
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