Landtagswahl
CDU-Abgeordneter Markus Wolf: Wahlkampf-Höhepunkt mit Kanzler Merz
„Mein Ziel ist ganz klar das Direktmandat für den Wahlkreis“, sagt Markus Wolf, der von der CDU auf Listenplatz 9 gesetzt wurde. Da er von zahlreichen Wahlkreissiegen seiner Partei ausgeht, ist der „Wiedereinzug in den Landtag nur über das Direktmandat wirklich sicher.“ Dafür und für die CDU als stärkste Kraft arbeite er seit Wochen – und noch bis 22. März – intensiv im Wahlkampf: an Haustüren, bei Auftritten auf Marktplätzen, auf Neujahrsempfängen und bei Podiumsdiskussionen.
Als Landtagskandidat für die CDU tritt der Politikwissenschaftler zum dritten Mal an. 2015 setzte der damals 35-Jährige alles auf eine Karte, kündigte als Projektleiter im Schwarzwald, unterlag jedoch dem SPD-Kandidaten Manfred Geis. 2020 versuchte er es erneut – nach fünf Jahren Winzertätigkeit in Leistadt beim Weingut August Dehn und Sohn. Mit knapp zwei Prozentpunkten Vorsprung zu SPD-Kandidat Christoph Spies sicherte er sich den direkten Einzug in den Landtag 2021. Dort ist er Mitglied im Petitionsausschuss sowie im Ausschuss für Klima, Energie und Mobilität, seit Dezember 2024 auch stellvertretender Fraktionssprecher. Außerdem sitzt er seit über 20 Jahren im Stadtrat Bad Dürkheim und im Kreistag.
Pendeln zwischen Kur- und Landeshauptstadt
Die Verzahnung von oben nach unten und umgekehrt ist Wolf wichtig. Die Pendelei zwischen der Kur- und der Landeshauptstadt empfindet er nicht als Ballast. „Basisbindung ist wichtig. Aus Gesprächen mit Unternehmern im Wahlkreis entstehen Parlamentsinitiativen; Themen aus Mainz kann ich umgekehrt auf Bad Dürkheim runterbrechen.“
Bei zahlreichen Abendterminen, die sowohl im Wahlkampf als auch im Parlamentsbetrieb anstehen, kann Wolf auf die Unterstützung seiner Familie zählen. „Sonst geht es nicht“, sagt der Abgeordnete. Montags bis mittwochs bringt er nach Möglichkeit seine beiden Kinder zur Kita. Im Sommer kommt die Tochter in die Grundschule. Bildungsthemen stehen für Wolf daher privat und beruflich derzeit besonders im Fokus.
Ziele der CDU sind Sprachstandserhebungen im Kindergarten sowie eine verbindliche Sprachförderung. In der Grundschule sollten Kinder garantiert von 8 bis 14 Uhr betreut werden, inklusive Unterricht, Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung. Daneben sollen Ganztagsangebote fortbestehen. „Der Fokus sollte auf den Grundkompetenzen Rechnen, Schreiben, Lesen liegen. Fremdsprachen können auch später erworben werden.“ Mit dem etwas längeren Angebot bis 14 Uhr erkenne die CDU auch die veränderten Realitäten an: „Die Zeiten, in denen Schüler mittags in jedem Elternhaus Unterstützung finden, sind vorbei.“
In den weiterführenden Schulen setzt die CDU auf stärkere Vernetzung von Schulsozialarbeit und im Fall der Fälle auf konsequentere Sanktionen. „Es kann nicht sein, dass manche Schüler Unterricht verhindern und anderen Chancen verbauen“, sagt Wolf. Eine Schulstrukturdebatte helfe dagegen nicht weiter: „Wir müssen die vorhandenen Strukturen stärken und mehr Qualität anbieten.“
Hoffen auf Regierungsmehrheit nach 35 Jahren
Um das zu erreichen, hofft Wolf auf einen Ministerpräsidenten Gordon Schnieder. Nach 35 Jahren Opposition in Rheinland-Pfalz sei es Zeit für einen Wechsel: „Mit Initiativen hat man auch in der Oppositionsrolle Einfluss, damit der Laden aber wieder funktioniert, braucht es einen Politikwechsel.“
Den wollen Wolf und seine Parteifreunde auch im Bereich Wirtschaft: „Wir müssen Bürokratie abbauen.“ Wolf verweist auf den struktur- und landschaftsprägenden Weinbau in der Region: „Wir haben eine brutale Marktlage, viele Betriebe agieren am Rand der Wirtschaftlichkeit. Um sie nicht zu verlieren, brauchen wir mehr Vertrauen in die Betriebe, weniger Schreibtischarbeit und eine Förderung der Absatzmärkte.“
Neben vielen Gesprächen und Terminen in den kommenden Wochen freut sich Wolf besonders auf den Höhepunkt des Wahlkampfes: Am 20. März findet in der Bad Dürkheimer Salierhalle eine Veranstaltung mit CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder und Bundeskanzler Friedrich Merz statt. 900 Gäste werden erwartet, es gelten höchste Sicherheitsvorkehrungen, die Anmeldungen starten demnächst. „Auch wenn viele Gespräche im Vorfeld dafür nötig sind, ich bin stolz, unseren Bundeskanzler in der Pfalz begrüßen zu können“, sagt Wolf beim Pressegespräch und macht sich auf zum nächsten Wahlkampftermin.