Bad Dürkheim
Adrenalin und Ausblick: Wurstmarkt-Attraktionen im Test
Wir haben fünf Fahrgeschäfte auf dem Wurstmarkt getestet und bewertet – nicht klassisch mit Sternen, sondern mit Dubbegläsern.
„Fahrt zur Hölle“ – nichts für schwache Nerven
Die neue Geisterbahn auf dem Wurstmarkt heißt „Fahrt zur Hölle“, und der Name ist Programm. Wer einsteigt, sitzt in kleinen Wagen hinter Gittern und wird sofort in eine dunkle Szenerie hineingefahren. Es ist eng, laut und immer wieder grell hell, wenn Effekte gezündet werden. Figuren tauchen plötzlich direkt vor den Fahrgästen auf, Köpfe oder Gestalten rücken nah an den Wagen heran. Viele reagieren mit Schreien, was die ohnehin laute Geräuschkulisse noch verstärkt. Gerade kleinere Kinder könnten damit überfordert sein, für sie ist die Bahn allein nicht geeignet. Erwachsene und Jugendliche dagegen bekommen hier eine Fahrt (6 Euro), die stark auf Schreckmomente setzt.
4,5 von 5 Dubbegläsern
„Ghost Rider“ – Tempo und Drehungen ohne Pause
„Ghost Rider“ gehört zu den schnelleren Fahrgeschäften auf dem Wurstmarkt. Wer einsteigt, nimmt zu zweit in einer Gondel Platz. Die große Scheibe setzt sich in Bewegung, während sich gleichzeitig die einzelnen Wagen drehen – mal sanft, mal ruckartig, fast bis zu 180 Grad. Begleitet wird das Ganze von lauter Musik und einer fast ununterbrochenen Ansage aus dem Lautsprecher. Die Stimme des Betreibers feuert das Publikum im typischen Rhythmus an, zwischen Rap-Sprech und Jahrmarktsjargon, immer einen Tick lauter als die Musik. Die Kombination aus Geschwindigkeit, Drehungen und Sound sorgt dafür, dass der Magen einiges aushalten muss. Wer kurz zuvor noch Schorle oder Deftiges gegessen hat, sollte sich den Ritt gut überlegen. Sechs Euro kostet die Fahrt, die ein paar Minuten dauert – lang genug, um ordentlich durchgeschüttelt zu werden.
4 von 5 Dubbegläsern
„Infinity“ – Kopf nach unten
„Infinity“ gehört zu den spektakuläreren Fahrgeschäften (8 Euro) auf dem Wurstmarkt. Zunächst setzt sich der 65 Meter lange Mast langsam in Bewegung. Er schaukelt leicht, steigert dann das Tempo, bis sich die Gondeln schließlich überschlagen. In bis zu 65 Metern Höhe drehen sie sich um 180 Grad und bleiben für einige Sekunden kopfüber stehen. Wer die Nerven behält, kann in dieser Position den Blick über den Wurstmarkt und Bad Dürkheim wagen – allerdings aus einer eher ungewohnten Perspektive.
Die Belastung ist deutlich spürbar: Höhe, Drehungen und die Kopf-nach-unten-Momente fordern Kreislauf und Magen. Vorher Schorle oder Deftiges zu konsumieren, ist keine gute Idee, auch danach nicht.
4 von 5 Dubbegläsern
„Hotel Edelweiß“ – ein Dorf zum Durchlaufen
„Hotel Edelweiß“ ist kein klassisches Fahrgeschäft, sondern ein Laufparcours über vier Etagen. Die Besucher bewegen sich durch eine Art Mini-Dorf im bayerischen Stil: Wände mit Ski-Ausrüstung, Bilder von Bergen und Almen, zwischendurch Türen, die sich kurz schließen und wieder öffnen. Hindernisse gibt es zwar viele, sie sind aber so gestaltet, dass auch kleine Kinder problemlos zurechtkommen.
Am Ende warten noch ein paar größere Hindernisse. Für die einen ein Spaß, für andere eher eine kleine Herausforderung an die Balance.
4 von 5 Dubbegläsern
„Swing Up“ – Fahrt für die ganze Familie
„Swing Up“ ist ein klassisches Rundfahrgeschäft, das sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht. In Gondeln sitzend werden die Fahrgäste in die Höhe gehoben, während sich das Ganze gleichzeitig dreht. Die Bewegung ist gleichmäßig: nicht zu schnell, nicht zu langsam. So entsteht das Gefühl, zu schweben, ohne dass es zu heftig wird.
Am Abend entfaltet „Swing Up“ seinen besonderen Reiz: Dann leuchten die Lichterketten am Gerüst in Regenbogenfarben, die Fahrt (5 Euro) wirkt dadurch noch stimmungsvoller.
5 von 5 Dubbegläsern



