Blickpunkt
Überzeugte Europäerin
Stella Kullmann ist mit ihren 16 Jahren bereits eine selbstbewusste und gut informierte junge Frau – und eine überzeugte Europäerin. Ihre Arbeiten zum Thema Frieden in Europa, ein Bild und eine Rede, überzeugten sowohl die Landes- wie auch die Bundesjury des Europäischen Wettbewerbs. Und auch dank etwas Glück gehörte die Schülerin der IGS Deidesheim-Wachenheim zu den sechs auserwählten Preisträgern, die Ende November zur Ausstellungseröffnung nach Berlin reisen durften. Als um eine Rede aus den Reihen der Schüler gebeten wurde, meldete sie sich freiwillig.
Der Europäische Wettbewerb fördert seit 1953 die Kreativität und Europakompetenz von Schülern. Unter einem jährlichen Motto gibt es verschiedene Aufgaben aufgeteilt in vier Altersgruppen. Die IGS Deidesheim-Wachenheim nimmt seit vielen Jahren erfolgreich daran teil. Der Landesbeauftragte für den Wettbewerb gehört zum Lehrerkollegium der Gesamtschule. „Ich mache das mit wachsender Begeisterung, es gibt so tolle Arbeiten“, sagt Sinan Beygo, Lehrer für Deutsch und Gesellschaftslehre. Der Wettbewerb stand 2020 unter dem Motto „EUnited – Europa verbindet!“.
Schüler der IGS haben schon zahlreiche Landes- und sogar drei Bundespreise gewonnen. Neben Stella Kullmann waren das Karolina Kunz (beide 11K) und Lea Hübner (10a). Normalerweise gibt es für die Preisträger eine große Siegerehrung auf Landesebene, die dieses Mal aber ausfallen musste. Der Deutsche Bundestag stellt aber anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft bis Ende Februar knapp 50 Schülerarbeiten im Paul-Löbe-Haus unter dem Titel „Europa durch die Augen von Kindern und Jugendlichen gesehen“ aus. Und zu eben jener Ausstellungseröffnung sprachen nicht nur die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth (Grüne), und die Präsidentin der Europäischen Bewegung, Linn Selle, sondern auch Stella Kullmann aus Forst.
Beeindruckt von Claudia Roth
Auch wenn der Rahmen pandemiebedingt klein blieb, war die Berlinreise für die Oberstufenschülerin eine tolle Erfahrung. Von Claudia Roth zeigte sie sich beeindruckt. „Sie war sehr interessiert, man hat gemerkt, dass sie sich mit den Arbeiten beschäftigt hat.“ Kullmann mag den Wettbewerb: „Man setzt sich mit einem Thema richtig auseinander, informiert sich.“ Dann nehme man die Welt ganz anders wahr. Das thematisiert sie auch in ihrem Wettbewerbsbeitrag, der prämierten Rede. Darin wendet sie sich an Mitschüler. Sie beschreibt, wie wichtig und wertvoll der langjährige europäische Frieden sei und dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind. Dem Wiedererstarken des Rechtspopulismus müsse man entgegentreten, damit Geschichte sich nicht wiederhole. Man solle verschiedene und zuverlässige Quellen wählen. „Fallt nicht auf Stammtischgerede rein! Informiert euch, bildet eure Meinung und zeigt diese bei den Wahlen oder bei friedlichen Demonstrationen!“, appelliert sie. Ihre Rede solle zum Nachdenken anregen. Das Bild dazu habe sie positiver gestaltet. Unter dem großen europäischen Schirm könnten so verschiedene Menschen friedlich miteinander leben.
Selbst in die Politik zu gehen, kann die 16-Jährige sich im Moment aber nicht vorstellen. Für die Zukunft stellt sie sich eher etwas Kreatives vor. Stella Kullmann besucht nämlich schon seit einigen Jahren zusätzlich eine Kunstschule. Außerdem spielt sie Schlagzeug. „Ich würde gern in einer Band spielen“, sagt sie. Aber das habe noch Zeit, momentan gehe die Schule vor. Auf jeden Fall möchte sie später etwas machen, „was die Leute erreicht“.
Im Netz