1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel FCK-Wirbelwind Daisuke Yokota: Die Wechselwirkung der Fanliebe

Ein Bild, an das sich die FCK-Fans gewöhnen könnten: Daisuke Yokota jubelt im Trikot der Roten Teufel.
Ein Bild, an das sich die FCK-Fans gewöhnen könnten: Daisuke Yokota jubelt im Trikot der Roten Teufel.

Daisuke Yokota hat sich beim FCK schnell zum Publikumsliebling entwickelt. Der Japaner lebt seinen Traum und möchte sich einen noch größeren erfüllen.

Es gibt Momente im Leben eines jeden Menschen, die bleiben unauslöschlich in den Gedanken haften, weil sie einem den Atem rauben. Daisuke Yokota hat einen solchen Moment Ende August erlebt, auf dem Rasen des Fritz-Walter-Stadions. Er wusste wenig über den 1. FC Kaiserslautern, aber er bekam an einem Samstagabend einen Eindruck davon, was es bedeutet, für diesen Klub zu spielen.

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Unvergesslicher Moment: Daisuke Yokota steht vor den Fans auf der Westtribüne.
Unvergesslicher Moment: Daisuke Yokota steht vor den Fans auf der Westtribüne.

„Den Moment, als ich zum ersten Mal vor der Westkurve im Fritz-Walter-Stadion stand, kann ich gar nicht in Worte fassen. Das war überwältigend“, sagt Yokota. Er sitzt nun, Anfang November, in den Katakomben der Arena auf dem Betzenberg. Inzwischen hat er viele Augenblicke erlebt, in denen ihn Glücksgefühle durchströmten. Ende August stand er in Shorts und Turnschuhen vor der Tribüne, auf dem die treuesten Anhänger der Roten Teufel stehen. Unmittelbar nach seiner Verpflichtung wurde der Japaner während des Heimspiels gegen Hertha BSC vorgestellt. Seither hat er das Erlebnis Betzenberg zwei Mal mit Trikot und Fußballschuhen genossen, beim 3:0 gegen den SC Paderborn und dem 2:2 zuletzt gegen den 1. FC Magdeburg spielte Yokota vor und für die FCK-Anhänger. „Das ist eine riesige Motivation, die Unterstützung gibt mir Extra-Energie“, erzählt er, während in seinen Augen eine kindliche Freude sichtbar wird: „Jetzt kann ich alle zwei Wochen in diesem Stadion spielen, vor so vielen Menschen.“

Erstaunlicher Weg

Daisuke Yokota hat seit seiner Vorstellung Ende August beim FCK einen erstaunlichen Weg beschritten, denn er ist innerhalb weniger Wochen zum Leistungsträger, zum Publikumsliebling und anerkannten Topspieler der Zweiten Liga geworden. Mit seinen Dribblings, seiner Beweglichkeit und der Fähigkeit, auf dem Platz in Bruchteilen von Sekunden oft sehr gute Entscheidungen zu treffen, ist er eine erhebliche Verstärkung für die Roten Teufel. Entweder wirbelt er auf dem rechten Flügel oder er sorgt auf der Zehnerposition hinter Stoßstürmer Ragnar Ache für Gefahr. In sieben Pflichtspielen für die Lauterer war er bereits an vier Toren direkt beteiligt.

Mitunter wirkt es so, als würden ihm die äußeren Umstände Flügel verleihen, weil er sich gefühlt spielerisch leicht gegen seine Gegenspieler durchsetzt – und vermutlich geben ihm die Fans einen Extra-Kick. Das wird verständlich, wenn man sich vor Augen führt, wo der Japaner bis vor anderthalb Jahren als Profi sein Glück versuchte, beziehungsweise eher versuchen musste. In der ersten lettischen Liga stand er beim Valmiera FC unter Vertrag. Eines der besten Teams der Liga zwar, aber die Spiele mussten ihn eher an die Verbandsliga Südwest erinnern. Yokota versuchte vor ein paar hundert Zuschauern, auf sich aufmerksam zu machen.

„Ich wollte es in Europa schaffen“

„Während meiner Zeit in Lettland war meine größte Motivation mein Traum, den ich vor Augen hatte. Ich wollte es in Europa schaffen, mich in größeren Ligen beweisen. Ich wollte in eine der Top5-Ligen kommen“, sagt Yokota, warum er den Glauben und den Spaß nicht verlor. Über die polnische und die belgische Liga geriet er ins Sichtfeld der Lauterer, die beherzt zugriffen, als sich im August die Möglichkeit ergab, den Japaner in die Pfalz zu holen. Vorerst ist Yokota ausgeliehen, Stand heute muss er im Sommer zum KAA Gent zurück.

Kaum zu bremsen: Hier kann der Magdeburger Daniel Heber Daisuke Yokota nicht stoppen.
Kaum zu bremsen: Hier kann der Magdeburger Daniel Heber Daisuke Yokota nicht stoppen.

Doch damit beschäftigt sich der 24-Jährige nicht, denn er lebt gerade einen Traum und genießt die Zuneigung der FCK-Anhänger. „Ich spüre die Liebe der Fans. Das erzeugt einerseits ein wenig Druck, weil ich in jedem Spiel besonders gut sein möchte. Aber es macht mich auch sehr stolz und steigert mein Selbstvertrauen, wenn die Fans meinen Namen rufen“, erzählt er. Und offenbar entsteht daraus eine Wechselwirkung. Die Jubelrufe treiben Yokota zu besseren Leistungen, deshalb gibt es mehr Jubelrufe und so weiter. Yokota umschreibt das so: „Ich habe inzwischen mehr Selbstvertrauen, das macht es für mich auf dem Feld einfacher. Ich finde, dass wir als Mannschaft mehr Selbstbewusstsein entwickelt haben in den vergangenen Wochen.“

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Der Traum sind die Blauen Samurai

Deshalb blickt Yokota mit einem guten Gefühl auf die Partie am Freitag (18.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) beim 1. FC Nürnberg. Bei den Franken wollen Yokota und seine Kollegen den positiven Trend bestätigen, den sie mit sieben Punkten aus den zurückliegenden drei Ligaspielen aufgezeigt haben. Der Japaner möchte mit einer Topleistung zu einem Sieg beitragen – und auf dem Weg, sich einen weiteren Traum zu erfüllen, weiterkommen. „Mein größter Traum ist die Weltmeisterschaft 2026“, sagt er. Mit starken Leistungen im Trikot der Roten Teufel möchte er die Verantwortlichen der Nationalmannschaft davon überzeugen, ihn zu einem Lehrgang einzuladen. „In Gent waren manchmal Beobachter der Nationalmannschaft da“, verrät er.

Daisuke Yokota im Trikot der Blauen Samurai, so lautet der Spitzname der japanischen Fußballer, würde ganz sicher wieder Momente erzeugen, die auf ewig im Gedächtnis des Publikumslieblings der FCK-Fans haften bleiben würden.

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