1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Erik Wekesser ist ein FCK-Sinnbild: Überzeugungstäter mit Licht und Schatten

Standardschütze: Erik Wekesser tritt für den FCK regelmäßig Freistöße oder Eckbälle.
Standardschütze: Erik Wekesser tritt für den FCK regelmäßig Freistöße oder Eckbälle.

Erik Wekesser ist Stammkraft beim 1. FC Kaiserslautern und muss im Anfang-System gleich zwei Rollen ausfüllen. Der Rückkehrer ist ein Fan der neuen Spielidee.

Das 0:0 beim SSV Jahn Regensburg am vergangenen Wochenende war kein Resultat, dass ungezügelten Jubel bei den Profis des 1. FC Kaiserslautern auslöste. Das galt auch für Erik Wekesser, was den Verteidiger aber nicht davon abhielt, ein Plädoyer in eigener Sache zu halten. „Heute hat man gesehen, dass wir an unsere Spielphilosophie glauben“, sagte Wekesser. Der Blick war starr und seine Körperhaltung machte deutlich, wie überzeugt er war. Der 27-Jährige kehrte erst im Sommer zum FCK zurück, bei dem er große Teile als Jugendspieler verbracht hatte. Nach ein paar Monaten hat er sich bereits zu einem festen Bestandteil beim Zweitligisten entwickelt, der auf und neben dem Platz bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.

Wekesser glaubt an den FCK-Weg

„Wir sind uns bewusst, dass das der Schritt ist, den wir als Mannschaft und Verein gehen wollen“, sagte Wekesser unmittelbar nach dem Remis beim Tabellenletzten. Er ärgerte sich über das Resultat und die verpasste Chance, mit einem Dreier aus der Oberpfalz zurückzukehren, aber er zog das Ergebnis nicht allein für seine Bewertung heran. Der Linksfuß glaubt an den Weg, den die Roten Teufel unter Cheftrainer Markus Anfang angestoßen haben – und er will einen möglichst großen Beitrag bei der erfolgreichen Umsetzung leisten.

Erik Wekesser (Mitte) beglückwunscht Aaron Opoku zu seinem Treffer in Ulm.
Erik Wekesser (Mitte) beglückwunscht Aaron Opoku zu seinem Treffer in Ulm.

Am Ende der Vorbereitungsphase wurde Wekesser von den Kollegen in den Mannschaftsrat gewählt, wodurch offenkundig wurde, dass der Rückkehrer sich schnell im alten Umfeld zurechtgefunden hat. 2017 verließ er den FCK, weil er sich nach vielen Jahren in den verschiedenen Nachwuchsmannschaften nicht bei den Profis etablieren konnte. Das gelang ihm schließlich bei Jahn Regensburg und beim 1. FC Nürnberg, wo er sich in der Zweiten Liga durchsetzte – und sich so für eine zweite Chance auf dem Betzenberg empfahl. Bislang war der Transfer im Sommer für beide Seiten erfolgreich, denn Wekesser gehörte stets zur Startformation, wenn die Lauterer in der Liga oder im DFB-Pokal gefordert waren.

Zwei Positionen gleichzeitig

Im Grunde spielt Erik Wekesser im System von Markus Anfang zwei Positionen gleichzeitig, beziehungsweise im ständigen Wechsel. Bei Ballbesitz des Gegners agiert der 27-Jährige „klassisch“ als linkes Glied der Vierer-Abwehrreihe, um Gefahr vom eigenen Tor abzuwenden. So weit, so normal – aber im eigenen Ballbesitz wird es komplizierter. Wekesser rückt ins Zentrum ein, fungiert als Aufbauspieler, beinahe wie ein defensiver Mittelfeldspieler. Die Spielidee des Trainers sieht vor, dass die Außenverteidiger im eigenen Positionsspiel in die Mitte rücken, um einerseits eine Überzahl im Zentrum herzustellen und gleichzeitig Raum für die offensiven Außenbahnspieler zu schaffen. Es bedarf eines feinen Gespürs, um zu erkennen, wo gerade die richtige Position ist, auf der sich Wekesser aufhalten soll. Der erfahrene Profi ist gerade mittendrin, sein Spiel umzustellen.

Erik Wekesser im Einsatz.
Erik Wekesser im Einsatz.

„Ich erwarte von Erik noch mehr“, sagte Anfang und will diesen Satz nicht als Kritik verstanden wissen. Der FCK-Trainer möchte vielmehr deutlich machen, dass er glaubt, dass in Wekesser noch mehr Potenzial schlummert, er seine Leistungen steigern kann. Anfang glaubt an den FCK-Rückkehrer, der sich im Sommer im teaminternen Wettbewerb auf seiner Position gegen Florian Kleinhansl durchgesetzt hat. Oft wirkt er in den Partien unauffällig, ist aber trotzdem wertvoll für die eigene Mannschaft. Beim 0:0 in Regensburg erzielte er bei verschiedenen Analyse-Webseiten die beste Bewertung aller FCK-Profis. Ihm gelang nicht alles, aber er initiierte mit klugen Pässen im Aufbauspiel einige vielversprechende Angriffe der Roten Teufel.

Noch klappt nicht alles

„Erik ist auf einem guten Weg und weiß, woran er noch arbeiten muss“, sagte FCK-Coach Anfang über den Mann, der sich im Wechsel mit Marlon Ritter um die eigenen Standards kümmert. Bislang entstand aus den von ihm ausgeführten ruhenden Bällen noch kein Treffer, aber beim 2:2 gegen den Hamburger SV legte Wekesser aus dem Spiel heraus das 1:0 von Ragnar Ache auf. Allerdings war er durch sein zögerliches Angriffsverhalten auch am späten Ausgleich der Hamburger beteiligt.

Erik Wekesser ist ein gutes Beispiel für den Prozess, in dem sich gerade die ganze Mannschaft befindet. „Wir stehen hinter der Philosophie“, sagte er nach der Partie in Regensburg. Er war mit dem Spielansatz des eigenen Teams zufrieden, grantelte aber damit, dass Spielgeschehen und Punkteertrag in einem Missverhältnis standen: „Das darf in Zukunft nicht mehr passieren.“

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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