1. FC Kaiserslautern
Der FCK vor dem Rückrundenstart: Welche Chancen und welche Risiken es gibt
Mit der Partie beim Tabellenzweiten FC St. Pauli (Samstag, 13 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) geht es für die Roten Teufel los, in Hamburg soll die schlimme Serie von sechs Niederlagen hintereinander beendet werden. Fünf Neue wurden geholt, der Konkurrenzkampf angestachelt. Reicht das, um den Verbleib in der Liga zu sichern?
Wie haben sich die Neuen eingefügt?
Die Zielsetzung, durch Winterzugänge den Konkurrenzkampf im Kader anzuheizen, wurde durch bislang fünf Neue erreicht. Abzuwarten bleibt, ob Filip Stojilkovic, Ba-Muaka Simakala, Filip Kaloc (alle ausgeliehen), Dickson Abiama und Frank Ronstadt deutlich sichtbare Verstärkungen sein können. Im Trainingslager in Belek und den Testspielen deutete sich das noch nicht an. Zum Start auf St. Pauli haben Abiama und Kaloc wohl die besten Aussichten, in der Startformation zu stehen.
Hat das Trainingslager im türkischen Belek seinen Zweck erfüllt?
Trainer Dimitrios Grammozis zeigte sich am Ende der acht Tage in der Türkei zufrieden, die Spieler waren körperlich ausgelaugt. Die Übungseinheiten waren lang und intensiv, die Stimmung war okay. Das Trainingslager hat seinen Zweck deshalb erfüllt, die Bedingungen waren ideal. Das klare 0:3 im Test gegen Dynamo Dresden offenbarte aber, dass nicht alle Schwächen in der kurzen Zeit ausgemerzt werden konnten. Wie auch.
Wurden die Probleme in der Defensive behoben?
Zumindest legte Dimitrios Grammozis viel Aufmerksamkeit auf die zentrale Schwäche der ersten Saisonhälfte. Mit dem favorisierten 4-2-3-1-System, also einer Viererkette in der Defensive, wähnt der Grieche seine Mannschaft auf dem richtigen Weg. „Wir können ja nicht immer drei oder vier Tore schießen, um ein Spiel zu gewinnen“, sagte Grammozis. Entscheidend für eine Verminderung der Gegentore wird sein, die Anzahl der individuellen Fehler zu minimieren. Beim 0:3 im letzten Test gegen Dresden sorgten Aussetzer Einzelner für die Niederlage.
Ist die Offensive gut genug aufgestellt?
Dimitrios Grammozis stehen genügend Profis mit ordentlicher Qualität zur Verfügung. Weil es in der Offensive verschiedene Spielertypen gibt, kann der Trainer variabel agieren. Das ist ein Pluspunkt. Allerdings drohen zwei Gefahren. Weiterhin ist das Team von Ragnar Ache abhängig, der mit seiner Wucht und Torgefahr in der Liga den Unterschied ausmachen kann.
Der Stürmer plagt sich aber immer wieder mit körperlichen Problemen herum. Zudem fehlen im Spiel mit dem Ball Automatismen, weil sich Grammozis in der kurzen Vorbereitungsphase im Winter auf die Verbesserung der defensiven Stabilität konzentriert hat. Darunter litt die Offensive in den Testspielen.
Ist der Kader zu groß, droht Unruhe?
Durch die Wintertransfers besteht aktuell ein Überangebot an Akteuren, was aber nicht zwangsläufig zu Problemen führen muss. Derzeit machen sich alle Akteure Hoffnungen auf einen Platz im Spieltagskader, weil der neue Trainer jedem eine Chance einräumt. Nach den ersten Partien auf St. Pauli und gegen den FC Schalke 04 wird sich für einige Profis gezeigt haben, dass es schwer wird, zu Einsätzen zu kommen. „Bei gewissen Spielern wird es eine Enttäuschung geben, wenn der Kader nominiert wird“, sagte Grammozis zuletzt. Vermutlich gibt es gegen Ende des Transferfensters deshalb noch ein paar Abgänge – und die Kadergröße pendelt sich ein.
Wie ist die personelle Lage vor dem Start?
Mit Ausnahme des rotgesperrten Afeez Aremu stehen alle Akteure zur Verfügung. Fraglich ist aber, ob Ragnar Ache beim Gastspiel in Hamburg in der Startformation steht. Der Stürmer hatte sich im Trainingslager eine Fußprellung zugezogen.
Ist der FCK gerüstet für den Abstiegskampf?
Der Kader der Roten Teufel ist vor allem in der Breite gut genug aufgestellt, um in der Zweiten Liga mindestens drei Klubs hinter sich zu lassen. Nach zuletzt sechs Ligapleiten fehlt es aber an Überzeugung, es braucht schnell Erfolgserlebnisse in Form von guten Ergebnissen. Insgesamt haben die Lauterer in der Hinserie angedeutet, dass sie auch in der Spitze über ausreichend Qualität verfügen. Der FCK wird in der Liga bleiben, wenn er die üblichen Aufgeregtheiten und Absturzängste von sich fernhalten kann. Wenn alle im Klub, also auch die Fans, die Situation annehmen, werden Dimitrios Grammozis und seine Spieler ausreichend viele Punkte sammeln. Der Betzenberg kann eine beachtliche Wucht entwickeln, wenn Team und Anhänger zusammenstehen.
