Steinbach RHEINPFALZ Plus Artikel Steinbacher restauriert besondere Ortsschilder

In die Restaurierung der Ortsschilder hat Olaf Scheibner etliche Stunden Arbeit investiert.
In die Restaurierung der Ortsschilder hat Olaf Scheibner etliche Stunden Arbeit investiert.

Sie sind die Visitenkarten eines Dorfes: die Ortsschilder. In Steinbach restauriert Olaf Scheibner mit viel Fleiß und Geschick die beiden in die Jahre gekommenen Dorfwappen. Von den Steinbachern gibt es viel Lob für sein Engagement. Nur eine Sache sitzt ihm bei der Arbeit im Nacken.

Wer in den vergangenen Monaten durch Steinbach gefahren ist, hat ihn vermutlich bereits am Straßenrand in Aktion erlebt: Olaf Scheibner. Mit Pinsel, Farbe und Schnitzmesser ausgestattet, investiert der 64-Jährige jede freie Minute, um die beiden Ortsschilder wieder auf Vordermann zu bringen.

Nach Feierabend bei der Firma Femeg in Kirchheimbolanden geht es für den Monteur direkt an die Arbeit. Denn: Die Jahreszeit arbeitet gegen ihn. „Um fünf Uhr wird es duster. Da habe ich auch immer mal ein Stückchen mit der Taschenlampe gearbeitet“, erzählt Scheibner. An Samstagen fängt er schon früh morgens an und arbeitet bis zum Sonnenuntergang.

Nach 30 Jahren zum ersten Mal restauriert

Bis zum Winter soll der heilige Johannes auf dem Dorfwappen am Ortsausgang in Richtung Dannenfels wieder in neuem Glanz erstrahlen. Einen Vorgeschmack bekommen Steinbacher und Durchreisende bereits in Richtung Autobahn-Kaiserstraße. Dort hat der gebürtige Thüringer die Restaurierungsarbeiten im Juli abgeschlossen. Vor mehr als 30 Jahren wurden die Schilder vom damaligen Ortsbürgermeister gestellt und seitdem der Witterung überlassen. Einmal sei das Schild noch überstrichen worden, aber nur oberflächlich, erzählt der 64-Jährige.

An dieser Stelle finden Sie Bildinhalte die via Knight Lab bereitgestellt werden.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Mit dem Streichen allein war es nicht getan. Bereits die Vorbereitung für den Anstrich verlangten dem Hobby-Restaurator viel Zeit und Geduld ab. In mühevoller Kleinstarbeit habe er alte Farbschichten mit dem Schnitzmesser abgetragen und dabei versucht, die ursprüngliche Struktur des Dorfwappens zu erhalten. „Wenn ich es einfach abschleife, geht die Maserung verloren. Deshalb habe ich das mit dem Messer gemacht“, erklärt der 64-Jährige. Gesplittertes Holz habe er repariert, Risse mit Acryl ausgebessert und die Stabilität mit neuen Schrauben unterstützt. Ans Aufgeben habe er trotz Hitze im Sommer und der einbrechenden Kälte nie gedacht. „Wenn ich etwas anfange, bringe ich das auch zu Ende“, sagt der Steinbacher. Das Material steuert die Gemeinde bei, die Umsetzung erfolgt in Scheibners Freizeit – ehrenamtlich.

Ortsschilder als neuer „Blickfang“

„Ich mache das gerne für den Ort“, sagt der Neubürger, der vor knapp vier Jahren seine thüringische Heimat in der Nähe von Altenburg gegen das Nordpfälzer Bergland eingetauscht hat. Seit 2021 lebt er in Steinbach. Die Idee zur Restaurierung habe Scheibner bei einer Gemeindeversammlung eingebracht. Ihm sei aufgefallen, dass die Schilder in einem „katastrophalen Zustand“ seien. Da er hobbymäßig schon immer viel schnitze und mit Holz arbeite, habe er angeboten, die beiden Ortswappen wieder herzurichten. „Ich fand das sau gut, dass er sich eigeninitiativ gemeldet hat“, lobt Ortsbürgermeister Dirk Schneider seinen Einsatz. „Das ist ein Blickfang, wenn die Leute reinkommen und es fällt direkt auf“, ergänzt er. Damit das Ergebnis seiner Arbeit auch im Dunkeln gut zu sehen ist, steuert Schneider die passende Beleuchtung bei.

Nicht nur der Ortsbürgermeister, auch die Steinbacher und Durchreisende loben den 64-Jährigen für seinen Beitrag zur Dorfverschönerung. „Es haben viele schon angehalten und gesagt, wie wunderbar sie das finden“, berichtet Scheibner. Von den Nachbarn gab es zum Dank schon Kuchen und vom Pfarrer aus dem Kloster Quittengelee. Das mache ihn froh. Auch die Enkelin des damaligen Ortsbürgermeisters, der die Schilder aufstellen ließ, habe Schneider gegenüber schon geäußert, „dass ihr Opa stolz darauf wäre“. Die Restaurierung der Schilder ist Scheibners Fußabdruck in Steinbach. „Man schafft etwas für die Ewigkeit und jeder weiß, wer es gemacht hat.“ Daran soll nach der Fertigstellung auch ein Schild mit seinem Namen erinnern.

Unterstützung durch die Dorfgemeinschaft

Es ist sein Geschenk an die Dorfgemeinschaft, die ihn von Anfang an gut aufgenommen und bei seinem Neuanfang in der Nordpfalz unterstützt hätte, betont der 64-Jährige. Egal ob Straßenfest, Weihnachtsfeier, Konzerte oder Theater – „Ich bin immer mit dabei“, sagt Scheibner. Das hört man auch: Wenn er mit dem Ortsbürgermeister spricht, mischen sich pfälzische „Brocken“ mit dem Dialekt seiner thüringischen Heimat zu einer sympathischen Mischung, die durchschimmern lässt: Er ist angekommen. In der Nordpfalz, und in „Schdoabach“, wie die Einheimischen zu sagen pflegen. „Ich schließe mich nicht aus. Ich gehöre hier dazu“, sagt der Hobby-Restaurator zufrieden.

Konkrete Pläne für ein neues Projekt gebe es noch nicht. Vermutlich wird er wieder mehr Zeit in das Veredeln von Wurzeln investieren, die er mit seinen Schnitzutensilien freilegt und zu künstlerischen Objekten verarbeitet. „Da bin ich in letzter Zeit nicht so oft dazu gekommen, weil das Projekt viel Zeit in Anspruch genommen hat“, sagt Scheibner. Außerdem will er sich weiter um die Instandhaltung der Schilder kümmern.

x