Falkenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Erste Modellstation legt los: Startschuss für den neuen Naturschutz

Klimaschutzministerin Katrin Eder (rechts) übergibt den Förderbescheid an Pollichia-Präsident Michael Ochse.
Klimaschutzministerin Katrin Eder (rechts) übergibt den Förderbescheid an Pollichia-Präsident Michael Ochse.

Die Modell-Naturschutzstation Süd in Rheinland-Pfalz startet im Schatten der Burgruine Falkenstein. Ministerin Katrin Eder erhofft sich ein Umdenken in der Umsetzung von Natur- und Artenschutz.

Geht es nach Katrin Eder, dann wird man sich irgendwann mit Freude an den „Startschuss der Naturschutzstationen im Schatten der Burgruine Falkenstein“ zurückerinnern. „In fünf, in zehn, vielleicht in hundert Jahren“, meinte die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin. Dort übergab sie nun feierlich den Förderbescheid über knapp 500.000 Euro an Michael Ochse, den Präsidenten des Naturschutzvereins „Pollichia“, der Träger der ersten Modell-Naturschutzstation sein wird.

Es ist die erste von zwei Modellstationen. Der Donnersbergkreis macht dabei mit dem Landkreis Bad Dürkheim und der Stadt Neustadt an der Weinstraße gemeinsame Sache. Was künftig Modell-Naturschutzstation Süd heißen wird, soll der Anfang der „größten strukturellen Veränderung der vergangenen Jahrzehnte im rheinland-pfälzischen Naturschutz sein“, heißt es vonseiten des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität. Ziel ist es, dezentral und regional Akteure aus Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen zusammenzubringen, die dann vor Ort gezielt Aufgaben des Naturschutzes angehen können. Eine Neu-Organisation also, eine Art Umstrukturierung des Naturschutzes, angelehnt an das, was bereits andere Bundesländer umsetzen. „Und das mit Erfolg“, wie Eder erklärt. Vor der Burgruine Falkenstein kamen die handelnden Akteure nun zusammen, um das Projekt feierlich zu eröffnen. Parallel soll im Norden von Rheinland-Pfalz die zweite Modellstation auf den Weg gebracht werden. „Mit der neuen Station verbinden wir die Hoffnung, den Schutz unserer Landschaft und ihrer wundervollen Natur auf neue Beine stellen zu können“, erklärte Pollichia-Präsident Ochse. „Wir freuen uns dabei besonders, dass hier Interessengruppen aus Landwirtschaft und Kommunen mit uns zusammenarbeiten wollen und danken allen Beteiligten für ihr Vertrauen in uns und in die Sache“, ergänzte er.

Mit an Bord sind unter anderem der Bauern- und Winzerverband (BWV) und weitere Gruppen aus der Landwirtschaft. „Wir erhoffen uns vor allem eine Kommunikationsplattform und die Möglichkeit über ein größeres Areal hinweg miteinander im Austausch zu sein“, erklärt Gerold Füge, Vorsitzender des BWV im Donnersbergkreis. Auch sind neben der Pollichia weitere Gruppierungen aus dem BereichNaturschutz und Vertreter der Kommunen und der Verwaltung mit dabei. „Beim ersten informativen Treffen hatte man noch eine gewisse Anspannung gemerkt. Es gab viele Fragen und Zwischenrufe“, blickte Michael Ochse auf die vergangenen Monate zurück. Die Skepsis sei aber gewichen und die verschiedenen Gruppen hätten zusammengefunden. „Für ein gemeinsames Ziel, den Naturschutz“, wie von allen Seiten betont wurde. Rainer Guth, Landrat des Donnersbergkreises, sieht in der Zusammenarbeit eine „wichtige Basis für die Weiterentwicklung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Region“. Das zeige sich auch bereits darin, dass der Kreis bereits Modellregion für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen sei.

Eine Kernaufgabe der Modell-Naturschutzregionen wird es nun sein, ein Fundament zu schaffen, auf dem dann künftig zahlreiche weitere Regionen an den Start gehen können. Ab 2026 sollen nach und nach bis zu 12 solcher Naturschutzregionen ihre Arbeit aufnehmen. Die beiden Modellregionen solchen bis dahin Abläufe erproben und entwickeln. Ein stichfestes Konzept gibt es dafür nicht. „Es soll Pionierarbeit geleistet werden“, betont Ministerin Eder. Und da sei es manchmal besser, nicht zu viele Vorgaben zu machen. Auch wolle man nicht einfach andere Bundesländer kopieren. Das Ministerium stehe dabei als landesweite Koordinierungsstelle zur Verfügung. Gestalten sollen nun bewusst diejenigen, die vor Ort auch den Naturschutz leben und betreiben können.

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