Winnweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Bischoff: Lichter gehen erst einmal aus

In Winnweiler wird bald erst einmal kein Bischoff-Bier mehr produziert.
In Winnweiler wird bald erst einmal kein Bischoff-Bier mehr produziert.

Es war zu erwarten, jetzt hat es die Gläubigerversammlung auch entschieden: Nachdem eine Investorengruppe in der vergangenen Woche davon abgesehen hatte, bei der Brauerei Bischoff in Winnweiler miteinzusteigen, wird nun der Betrieb kontrolliert heruntergefahren. Eine kleine Hoffnung bleibt.

Am Mittwoch hatte die saarländische Investorengruppe Brauereichef Sven Bischoff mitgeteilt, dass sie von einem Engagement in Winnweiler absieht. Als „überraschend“ bezeichnete Bischoff dies. Weniger überraschend war, dass am Montag die Gläubigerversammlung entschieden hat, dass der Betrieb, der gerade Verluste einfährt, nicht weitergeführt wird. Insolvenzverwalter Jürgen Erbe von der Kanzlei Schultze&Braun kümmert sich nun darum.

Das Herunterfahren dauert laut Matthias Braun, Pressesprecher von Schultze&Braun, wohl ein paar Wochen. „Bei einer Brauerei kann man nicht einfach den Lichtschalter ausmachen“, sagt er. Brauvorgänge würden noch abgeschlossen, letzte Aufträge bearbeitet. Danach liege die Brauerei erst einmal im Dornröschenschlaf. Die rund 40 Mitarbeiter der Brauerei wurden von Erbe bereits über die aktuelle Situation informiert. Einige wurden bereits freigestellt, ein Teil der Mannschaft wird noch für das kontrollierte Herunterfahren benötigt.

Etwas Hoffnung bleibt

Sven Bischoff hatte im Dezember 2020 ein Insolvenzverfahren beantragt. Ein Hauptgrund, so hatte er stets betont, seien die Umsatzrückgänge während der Pandemie. Das Verfahren wurde in Eigenverwaltung eröffnet, sodass Bischoff die Geschäfte selbst weiterführen konnte. Ende 2021 entschloss sich der Brauereichef, das große firmeneigene Areal in Winnweiler zu veräußern, um dort Investoren Wohnbebauung zu ermöglichen. Das Betriebsgelände, einen kleinen Teil der Gesamtfläche, wollte er vom Käufer zurückpachten.

Da für beide Pläne keine Investoren gefunden wurden, könnte das jetzt das endgültige Aus für die Bischoffbrauerei bedeuten. Ein bisschen Hoffnung bleibt dem Winnweilerer Traditionsunternehmen noch: Es sei weiterhin jederzeit möglich, dass ein Investor einsteige. „Meine Familie und ich haben bis zuletzt alles versucht, um unsere Brauerei zu retten“, sagt Sven Bischoff. „Wir glauben weiterhin an das Potenzial von Bischoff und haben in der Vergangenheit viel in die Brauerei investiert. Ich hoffe, dass in Winnweiler auch künftig Bier gebraut werden kann.“

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