Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Oberbürgermeister kündigt jede Menge neuer Projekte an

Der OB (rechts) sprach vor 300 Gästen im Rosengarten.
Der OB (rechts) sprach vor 300 Gästen im Rosengarten.

Es war eine Art Neujahrsempfang, nur im Sommer: Vor 300 Gästen kündigte Zweibrückens Oberbürgermeister Marold Wosnitza am Freitagabend jede Menge neuer Projekte an.

Richtig konkret wurde der Oberbürgermeister (OB) an vielen Stellen nicht, aber wenn all die Pläne umgesetzt werden, die er in seiner knapp halbstündigen Rede anriss, dann liegt eine Menge Arbeit vor der Stadt – und vor den Investoren, die bei einigen Projekten federführend sind. Etwa beim ehemaligen Seniorenheim in der Bickenalb zwischen Ixheim und Mittelbach – „ein wunderschönes Gebäude, das schon viel zu lange leer steht“, wie es Wosnitza ausdrückte. Was dort passieren soll, verriet der OB nicht, aber die Verträge würden bald unterzeichnet. Ähnlich beim Bahnhof: Nachdem die Gewobau das Gebäude gekauft hat und zusammen mit dem DRK dort unter anderem eine Postagentur etabliert hat, habe sich nun ein Investor gefunden, „der den Bahnhof übernehmen möchte und auch dem Rest des Gebäudes neues Leben einhauchen will“.

„Ein unglaublich hässliches Einfallstor“

Ein Investor möchte auch das ehemalige Brauereigelände entwickeln, das aber derzeit wegen eines Rechtsstreits brach liegt. Dass die Anwohner weiter gegen die Pläne klagen möchten, sei ihr gutes Recht, sagte Wosnitza, schränkte aber ein: „Aber, wenn es dann aus Sicht der Stadt endlich vorangeht, sollte man sich vielleicht auch einmal fragen, ob das Eigeninteresse wirklich das Interesse der gesamten Stadt und derer Bürgerinnen und Bürger überwiegt. Im Moment sehe ich nämlich kein Hotel, keine Seniorenresidenz, kein Wohnen, keine Arbeitsplätze. Ich sehe nur eine Abraumhalde, die das historische Ensemble der Stadt verschandelt. Und das finde ich sehr, sehr schade.“

Und es gebe eine weitere Stelle, die die Leute als hässlich empfinden. Immer wieder höre er: „Zweibrücken ist eine schöne Stadt, hat aber ein unglaublich hässliches Einfallstor.“ Gemeint war die Alte Ixheimer Straße, die nun bis 6. August gesperrt bleiben soll. „Ich ärgere mich auch“, gab Wosnitza zu. Und er verstehe die Anwohner und Gewerbetreibenden. Aber er bat auch um Verständnis: „Anstelle von einsturzgefährdeten maroden Gebäuden“ entstünden „neue Wohngebäude und eine Blicklinie, für die man sich nicht mehr schämen muss“.

Steinhauser Straße soll zweispurig werden

Am anderen Ende der Alten Ixheimer Straße habe sich bereits etwas getan: Die Fahrradeinfädelspur auf der Daimler-Brücke wurde verändert. Wosnitza: „Der Baustelleneinfahrts-Charme wird durch eine blühende lebende Verkehrsführung ersetzt.“ Für Radfahrer kündigte er zwei größere Veränderungen an: Zum einen seien die Finanzen für den Lückenschluss des Fahrradweges zwischen Oberauerbach und Winterbach verfügbar. „Das war ein langer Kampf – aber 2025 soll dieser Abschnitt befahrbar sein“, so der OB. Ein weiteres Projekt nehme gerade Fahrt auf: die Erneuerung der Steinhauser Straße, wo massiv gerast werde. Dort soll ein Fahrradweg in beide Fahrtrichtungen entstehen, und die dreispurige Steinhauser Straße soll auf zwei Fahrspuren reduziert werden. Dadurch soll auch die provisorische Überquerungshilfe am neuen Netto-Markt wegfallen. Auch für die jungen Biker hatte der OB eine gute Nachricht: Zusammen mit den Jugendlichen habe man ein Gelände für einen Bikepark gefunden. Nun werde man einen Verein gründen, der sich des Projekts annimmt und es steuert.

Wosnitza nannte außerdem die Neubaugebiete in Rimschweiler, am Gluckplatz, in Ixheim, am Himmelsberg und in Oberauerbach. Er streifte das neue Logistikzentrum von John Deere in Ernstweiler, und er erinnerte an die Pläne fürs City Outlet, wo unter anderem Platz sein könnte für Stadt- und Jugendbücherei. Im Anschluss an die Rede des Oberbürgermeisters begrüßte der OB den neuen Standortkommandeur der Niederauerbachkaserne, Oliver Henkel. Der Oberstleutnant war Mitte Juni aus dem Verteidigungsministerium nach Zweibrücken gewechselt. Seine Laufbahn hatte er einst im Lebacher Fallschirmjägerbataillon 261 begonnen.

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