Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Rekordjahr für die BASF

Die BASF war wohl länger Zeit selbst überrascht über den positiven Geschäftsverlauf 2021: Blick auf die Acetylen-Anlage im Ludwi
Die BASF war wohl länger Zeit selbst überrascht über den positiven Geschäftsverlauf 2021: Blick auf die Acetylen-Anlage im Ludwigshafener Stammwerk.

Die BASF wird aller Voraussicht nach für das Geschäftsjahr 2021 den höchsten Umsatz ihrer Unternehmensgeschichte ausweisen. Der Gewinn wird einer der größten der vergangenen elf Jahre sein. Damit stünden eine höhere Dividende und eine höhere Mitarbeiterbeteiligung in Aussicht.

Wenn der Ludwigshafener Chemiekonzern am diesem Freitag die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegt, dann wird er für 2021 einen Rekordumsatz ausweisen. Das erwartete jedenfalls die BASF selbst, so hat sie es Ende Oktober prognostiziert. Der Konzern rechnet demnach mit einem Umsatz zwischen 76 Milliarden und 78 Milliarden Euro. Das wäre der höchste der Konzerngeschichte.

Auch die Analysten in den Bank- und Investmenthäusern sind als Beobachter ähnlicher Meinung. Ihre Erwartungen schwanken aktuell um einen durchschnittlichen Umsatz von knapp über 77 Milliarden Euro, wobei die Bandbreite der Vorhersagen von fast 74 Milliarden bis mehr als 78 Milliarden Euro reicht. Das geht aus einem monatlich erstellten Überblick hervor, den der Dienstleister Vara Research für die BASF erstellt.

Einen Umsatzrekord konnte die BASF zuletzt für das Geschäftsjahr 2014 vermelden mit 74,3 Milliarden Euro. Das ist also schon einige Jahre her. Im ersten Coronajahr 2020 war der Erlös auf 59,2 Milliarden Euro eingebrochen. Umso erstaunlicher der nun erwartete gewaltige Sprung von um die 30 Prozent im vergangenen Jahr.

Prognosen nach oben korrigiert

Der Ludwigshafener Chemiekonzern war seit Ende 2020 offenbar selbst überrascht von der Aufwärtsdynamik des eigenen Geschäfts, musste er doch mit seinen Prognosen immer wieder nach oben nachsteuern. Ende Februar 2021 noch erwartete die BASF einen Jahresumsatz von 61 Milliarden bis 64 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis (Ebit vor Sondereinflüssen) von 4,1 Milliarden bis 5,0 Milliarden Euro.

Auch beim Gewinn liegen die Erwartung des Konzerns selbst und die der Analysten inzwischen deutlich über dieser Prognose: Die BASF geht beim Ebit vor Sondereinflüssen von 7,5 Milliarden bis 8 Milliarden Euro aus, die Analystenerwartungen schwanken um einen Durchschnitt von 7,9 Milliarden Euro.

Dabei sollte man nicht vergessen: Für 2020 noch musste die BASF ein negatives Betriebsergebnis von 191 Millionen Euro ausweisen. Hier hatte der Konzern vor allem coronabedingt Sondereinflüsse von fast 3 Milliarden Euro zu verkraften, im Wesentlichen Wertberichtigungen.

Mit dem nun erwarteten Ebit vor Sondereinflüssen von mindestens 7,5 Milliarden Euro könnte die BASF das zweit- oder drittbeste Ergebnis der vergangenen elf Jahre einfahren, zumindest gemessen am Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen bereinigt um nicht fortgeführte Geschäfte, wie zum Beispiel die Öl- und Gasaktivitäten, die 2017 ausgegliedert wurden.

Die Dividende dürfte steigen

Das pandemiebedingt schwache Ergebnis 2020 hatte zur Folge, dass für das Geschäftsjahr erstmals seit 2009 keine höhere Dividende als im Vorjahr gezahlt wurde. Die Aktionäre mussten sich mit einer unveränderten Ausschüttung von 3,30 Euro pro Aktie begnügen. Die BASF wich damit von ihrer erklärten Dividendenpolitik ab, die Ausschüttung pro Aktie Jahr für Jahr zu erhöhen.

Zudem fiel die Erfolgsbeteiligung für die Mitarbeiter der BASF SE, die für das Stammwerk steht, deutlich geringer aus als im Vorjahr. Sie hätte sogar ganz ausfallen können, denn der vereinbarte Schwellenwert, der die Auszahlung einer Erfolgsbeteiligung auslöst, war 2020 unterschritten worden. Die BASF zahlte dennoch, um „den großen Einsatz des BASF-Teams im Pandemiejahr 2020“ zu würdigen.

Angesichts der Umsatz- und Gewinnerwartungen für 2021 können die Aktionäre nun aber wohl davon ausgehen, dass die Dividende – wie zumindest in den vergangenen zehn Jahren üblich – um 10 Cent auf 3,40 Euro erhöht wird. Davon gehen auch die Analysten überwiegend aus, allerdings reicht der Höchstwert der Erwartungen hier bis zu einer Dividende von 3,50 Euro pro Aktie. Auch die Mitarbeiterbeteiligung dürfte höher ausfallen als für das Jahr 2020.

Beschäftigung stabil?

Bei der Beschäftigung stehen die Zeichen auf Stabilität: Äußerungen des Konzernvorstandsvorsitzenden Martin Brudermüller Ende Oktober 2021 deuten jedenfalls darauf hin, dass der Personalstand am BASF-Standort Ludwigshafen eher konstant bleiben könnte. Das aktuelle Beschäftigungsniveau, sagte der BASF-Chef damals, sei kein schlechter Indikator für die kommenden Jahre. Die Beschäftigtenzahlen am Standort würden in den nächsten Jahren nicht deutlich nach unten gehen.

An ihrem Standort Ludwigshafen zählte die BASF Ende September vergangenen Jahres 38.385 Mitarbeiter. Im Stammwerk waren es 34.426. Dem Standort Ludwigshafen werden neben dem Stammwerk weitere Gruppengesellschaften in der Region zugerechnet.

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