BASF RHEINPFALZ Plus Artikel Chemiekonzern will große Chance E-Mobilität ergreifen

Rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt die BASF weltweit in der Forschung.
Rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt die BASF weltweit in der Forschung.

Die BASF hält ihre Ausgaben für die Forschung konstant hoch. Ein Schwerpunkt dabei ist die Entwicklung von Materialien für die Elektromobilität.

Das Unternehmen werde auch im kommenden Jahr in etwa so viel in die Forschung investieren wie in der jüngsten Zeit. Das sagte das für den Bereich zuständige Vorstandsmitglied, Melanie Maas-Brunner, am Donnerstag der RHEINPFALZ bei der digitalen Forschungspresskonferenz des Unternehmens. Für 2020 bezifferte sie die globalen Forschungsausgaben mit 2 Milliarden Euro.

Die BASF hatte bereits im Oktober mitgeteilt, dass die Forschungsaktivitäten des Unternehmens künftig organisatorisch in einer zentralen Einheit mit Sitz in Ludwigshafen gebündelt werden. Der Schritt soll im zweiten Quartal 2022 vollzogen werden. Demnach werden 3500 Forscher am Stammsitz verbleiben. 1800 Forschende mit geschäftsnahen Tätigkeitsfeldern gehen direkt in die Unternehmensbereiche. Ziel sei, die Forschung schneller zu machen und der BASF ihre Innovationsführerschaft zu erhalten, so Maas-Brunner. In den Geschäftsbereichen könnten die Forschenden rascher auf Markttrends reagieren. Ein wesentlicher Ansatz in der Forschung sei die Modellierung neuer Moleküle und das Design neuer Produkte per Quantencomputertechnologie.

2,5 Mal mehr Chemieprodukte in E-Fahrzeug als in Verbrenner

In der Elektromobilität – einem Ansatz zur Verringerung der Treibhausgasemissionen weltweit – steckten für die BASF viele Chancen, betonte Forschungschefin Maas-Brunner. Denn in einem E-Fahrzeug steckten deutlich mehr Chemieprodukt als in einem Verbrenner – der Faktor betrage etwa 2,5. Zur Einordnung: Bisher betrug der Anteil der Fahrzeugindustrie am Umsatz der BASF ein Fünftel. In Zukunft dürfte dieser Anteil also signifikant steigen.

Produkte für die E-Mobilität, an deren Entwicklung die BASF kontinuierlich forscht, sind etwa Batteriematerialien, die die Energiespeicher leistungsstärker, zuverlässiger und haltbarer machen sollen. Dazu gehören aber auch spezielle Kunststoffe, Kühlerschutzmittel, die im Falle eines Unfalls nicht mit einer Hochspannungskomponente der Batterie reagieren, sowie neuartige Lacke und Klebstoffe mit bestimmten Eigenschaften.

Ernährung der Weltbevölkerung große Herausforderung

Ein weiteres für die BASF wichtiges Forschungsfeld, das zu einem der innovativsten Wirtschaftszweige überhaupt gehöre, wie Maas-Brunner ausführte, sei die Landwirtschaft. Um bis 2050 eine Welt mit nicht mehr sieben, sondern zehn Milliarden Menschen zu ernähren, müssten die Erträge um die Hälfte gesteigert werden – auf einer auch klimabedingt kleineren Anbaufläche. Beiträge dazu könnten beispielsweise eine von der BASF gezüchtete widerstandsfähige und ertragreiche Weizensorte leisten sowie ein neu entwickeltes Pflanzenschutzmittel mit dem Namen Revysol, das gegen Pilze wirkt.

Den Kommentar zum Thema lesen Sie hier.

Mehr zum Thema
x