Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel DRK-Chef fordert: Impfzentren wieder öffnen

Manche hatten bereits zwei Stunden ausgeharrt, wie sie berichteten.
Manche hatten bereits zwei Stunden ausgeharrt, wie sie berichteten.

Mit einem solchen Andrang hat der Zweibrücker Rotkreuz-Chef Hans Prager nicht gerechnet: Über zwei Stunden mussten manche Impfwillige am Mittwochvormittag vorm Impfzentrum in der Kälte auf ihren Piks warten.

Viele Menschen kamen zur dritten Corona-Impfung. Die Impfstation zog kurzerhand vom Impfbus auf dem Alexanderplatz ins ehemalige City-Outlet um. Prager fordert, dass die Impfzentren wieder eröffnen. Bisher kamen pro Tag zwischen 100 und 120 Impfwillige zum Piks an den Impfbus. Für den Mittwoch rechnete Prager mit rund 400 bis 500 Menschen. Die Folge: eine lange Wartezeit am Morgen. Teilweise über zwei Stunden standen die Leute – Jung und Alt – im Kalten. Temperatur: knapp über dem Gefrierpunkt. Eine von ihnen war Laura Rittershofer aus Zweibrücken, sie wartete knapp zwei Stunden auf ihre Booster-Impfung. Am Morgen reichte die Schlange bis an die Ecke Lammstraße, gegen Mittag war sie deutlich kürzer geworden.

Prager: Hausärzte und Impfbusse reichen nicht aus

„Die Impfzentren haben zu früh zugemacht“, kritisiert Prager im RHEINPFALZ-Telefonat heftig. Nun, da jeder, dessen Zweitimpfung sechs Monate zurückliegt, die sogenannte „Booster-Impfung“ bekommen kann, steigt die Impfnachfrage wieder. „Die Leute merken, es bricht noch mal aus“, so Prager, sie wollen sich schützen. Problem: Die Hausarztpraxen und die Impfbusse können laut dem DRK-Chef die Nachfrage kaum stemmen, gerade in den Praxen laufe das Impfen neben dem Regulärbetrieb. Und genau der ist in der aktuellen Erkältungszeit ohnehin höher als sonst.

Mehr zum Thema

Der Impfbus stand am Mittwoch in Zweibrücken.
Kommentar

Macht die Impfzentren wieder auf!

Die Impfbusse haben einen großen Nachteil

Die Impfbusse kommen laut Prager zwar gut bei den Leuten an, in der kalten Jahreszeit haben sie aber einen enormen Nachteil: Geimpft wird im Bus, der Papierkram wird jedoch vorm Bus in einem Pavillon erledigt. Als es noch warm war, kein Problem, so Prager. Jedoch kann er von seinen Leuten nicht erwarten, dass sie den ganzen Tag in der Kälte sitzen. Deshalb zog die Impfmannschaft am Mittwochmorgen auch vom Impfbus auf dem Alexanderplatz kurzerhand ins ehemalige Impfzentrum um. „Das war eine Entscheidung von uns, dorthin zu gehen.“ Das Impfzentrum selbst war laut Prager nicht mehr betriebsbereit, die Utensilien für den Piks kamen aus dem Impfbus. Die Impfdosen sollten allerdings ausreichen, im schlimmsten Fall, so Prager, würden die Dosen bei den umliegenden Hausarztpraxen geordert. „Es war aber ein Zufall, dass wir gerade ins ehemalige Impfzentrum gegangen sind. Wir wären auch woanders hingegangen“, fügt der DRK-Chef hinzu.

An die Wartenden verteilte das Rote Kreuz warmen Tee. Wer nicht über zwei Stunden warten wollte, bekam einen Ausweichtermin für die Zweibrücker Hausarztpraxis von Ulrich und Christoph Gensch. Außerdem verdreifachte das DRK die Anzahl der Helfer und kündigte an, bis in den Abend zu impfen, anstatt nur bis 17 Uhr.

Schon am Tag zuvor war der Andrang am Bus gewaltig, da stand er auf dem Pirmasenser Exerzierplatz. Aus angrenzenden Apotheken musste Impfstoff-Nachschub geordert werden.

Gegen 10.15 Uhr standen die Impfwilligen bis an die Lammstraße.
Gegen 10.15 Uhr standen die Impfwilligen bis an die Lammstraße.
Wegen der Kälte war das Personal des Impfbusses kurzerhand umgezogen.
Wegen der Kälte war das Personal des Impfbusses kurzerhand umgezogen.
x