Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Mutter klagt über Drogenszene im Klosterbrückchen

Das Klosterbrückchen dient für Menschen oft als Treffpunkt, um dort Drogen zu konsumieren oder zu handeln.
Das Klosterbrückchen dient für Menschen oft als Treffpunkt, um dort Drogen zu konsumieren oder zu handeln.

Bepinkelte Wände, Müll und Geruch von Rauschmitteln, der von draußen ins Kinderzimmer dringt – eine Landauerin klagt über die Situation am Klosterbrückchen. Die Gasse mitten in der Innenstadt scheint bei Drogenkonsumenten beliebt zu sein. Die Polizei weiß um die Probleme. Ist Besserung in Sicht?

Ein Hauch von Venedig dürften Passanten in der Straße Klosterbrückchen in der Landauer Innenstadt verspüren. In einem ruhigen Bereich der Stadt, nur wenige Schritte vom Trubel des Geschäftslebens entfernt. Besser lässt sich die Atmosphäre dort wohl kaum beschreiben. Die Gasse verbindet die Fußgängerzone der Gerberstraße über ein Queichbrückchen mit dem Stiftsplatz. Das Ganze klingt sehr idyllisch. Für eine Anwohnerin aber lädt diese Ecke alles anderes als zum Träumen ein. „Es kommt mir so vor, als ob dieser Ort der Drogenumschlagplatz Nummer eins in Landau ist.“

Sie sehe dort oft insbesondere Jugendliche, die Drogen konsumieren oder mit Rauschmitteln handeln. Es überrasche sie nicht, dass ihnen gerade das Klosterbrückchen als Treffpunkt dient. „Vor allem der Treppenbereich ist von Weitem nur schwer einsehbar. Wenn Gefahr in Verzug ist, können sie schnell in Richtung Kirche oder Fußgängerzone flüchten und notfalls auch die Drogen in die Queich werfen“, berichtet die Familienmutter, die nicht namentlich genannt werden möchte.

Geruch von Marihuana im Kinderzimmer

Die Situation sei unerträglich. Sobald sich auf der Brücke Menschen berauschen, müsse sie die Fenster geschlossen lassen, sonst mache sich schnell der Geruch von Betäubungsmitteln in der Wohnung breit. Besonders belastend sei die Situation, weil der Rauch dann auch ins Kinderzimmer dringen könne. Die Drogen seien aber nicht das einzige Problem. Die Brücke werde oft vermüllt, es werde zudem gegen die Wand oder in die Queich uriniert. Ihre Lebensqualität leide. Sie spreche die Betroffenen zwar regelmäßig an, damit sie sich verziehen. Das helfe aber nicht, im Gegenteil. Dann müsse sie sich Beleidigungen anhören.

Auf langfristige Sicht gesehen wäre ein Umzug denkbar. Allerdings möchte sie, dass sich die Situation möglichst schnell verbessert. Deshalb habe sie das Ordnungsamt und die Polizei bereits verständigt. Allerdings hätten sie und andere Anwohner den Eindruck, dass beide Behörden nicht präsent genug seien. „So wie ich es mitbekomme, scheint die Polizei bei der Streifenfahrt durch die Gerberstraße nur einen Blick in diesen Bereich zu werfen. Viel sehen tun sie aber von dort nicht.“ Es wäre vielmehr nötig, dass die Ordnungshüter und Polizisten regelmäßig über die Brücke laufen. Je mehr Kontrollen, umso abschreckender wäre ihre Wirkung, ist die Leidgeplagte überzeugt.

Brücke gilt als Kontrollschwerpunkt

Die Polizei bestätigt auf Anfrage der RHEINPFALZ, dass das Klosterbrückchen wegen mehrerer Klagen als Kontrollschwerpunkt gelte. Dazu zählten auch öffentliche Grünflächen und Spielplätze wie die Anlage in der Thomas-Nast-Straße, wo kürzlich Heroin-Spritzen gefunden wurden. Seit Dezember vergangenen Jahres seien fünf polizeilich relevante Vorfälle im Klosterbrückchen registriert worden. „Es handelte sich um entsprechende Kontrollen in diesem Bereich, allerdings ergaben sich keine Verdachtsmomente auf strafrechtlich relevantes Verhalten.“

Mehr Kontrollen würden nicht zwangsläufig dazu führen, dass dem Drogenkonsum auf der Brücke ein Ende bereitet wird. Mehr Patrouillengänge wären nicht nur personalintensiv, ihre Wirkung würde auch meist nach kurzer Zeit verpuffen. Es sei darüber hinaus oft schwierig, Betroffenen, sofern sie vor Ort angetroffen werden, einen Verstoß nachzuweisen. Sei es wegen Dunkelheit, weil sich Gegenstände nicht mehr Personen zuordnen lassen oder weil andere Umstände die Kontrollen erschweren. Die Polizei sei grundsätzlich auf Hinweise der Bevölkerung angewiesen, um Straftaten nachgehen zu können.

Bauliche Änderungen geplant

Und doch könnte sich die Situation auf der Brücke nachhaltig verbessern, und zwar durch bauliche Änderungen. Etwa, wenn die Örtlichkeit ausgeleuchtet wird oder der Zugang eingeschränkt wird. Das erklärt die Polizei. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt, steht eine Sanierung und Neugestaltung des Klosterbrückchens bevor. Nach früheren Angaben sollen dafür 100.000 Euro aufgewandt werden, von denen das Land 90.000 Euro übernimmt. „Aktuell wird der Unterbau des Stegs saniert“, teilt Stadtsprecherin Sandra Diehl mit. Demnächst soll der Durchgang dann auch nachts mit einem Tor unterbunden werden, um mutmaßlichem Drogenhandel im wahrsten Sinne des Wortes einen Riegel vorzuschieben.

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