Landau
Landau wertet das Klosterbrückchen auf
Was die Landauer Gästeführer als Klein-Venedig ein wenig über den grüne Klee loben, bezeichnet Bauamtsleiter Christoph Kamplade ein wenig nüchterner als „jetzt nicht so schön“, aber mit großem Potenzial zur Verbesserung: der kleine Durchschlupf vom Johannes-Bader-Platz an der Stiftskirche über die Queich zur Gerberstraße. Dort soll sich möglichst noch in diesem Jahr fast alles ändern. Als letztes Stück der Fußgängerzone harrt das alte Klosterbrückchen noch der Erneuerung.
Was vielleicht nicht einmal jedem Landauer bekannt ist: Das Klosterbrückchen für Fußgänger ist nur der öffentlich zugängliche Teil einer alten Queichbrücke. Eine rund zwei Meter hohe Mauer trennt den höchstens 1,50 Meter breiten öffentlichen Fußweg auf der einen Seite von einem ungenutzten, breiteren kirchlichen Brückenteil auf der anderen. Letzterer ist der eigentliche Namensgeber der Klosterbrücke, denn im Bereich des Gemeindehauses und des Pfarramts der Protestantischen Stiftskirchengemeinde lag einmal ein Kloster.
Anders als in Berlin kann diese Trennmauer aber nicht fallen, denn das komplette Queichufer steht als Denkmalzone unter Schutz. Kamplade will oder muss deshalb zwar behutsam vorgehen, aber zum Mauerspecht will er trotzdem werden. Die Pläne der Stadt sehen vor, zwei Durchgänge und viele Öffnungen in die Ziegelmauer zu brechen, um sie durchlässig, durchsichtig und weniger abweisend zu machen. Hinter dieser Mauer will die Stadt Bänke aufstellen, damit man dort in aller Ruhe sitzen und den Blick auf die Queich genießen kann. Ein zum Queichgeländer passendes Tor schließt dann die Brücke zum angrenzenden Pfarrgarten hin ab. Und vielleicht finden sich Landauer, die dabei helfen, die Mauer mit Topfpflanzen zu begrünen und das malerische Eckchen „zu ihrer Brücke werden lassen“, hofft die Verwaltung.
Eines ist allerdings nicht möglich: den kompletten Durchgang barrierfrei zu machen. Zur Gerberseite hin fehlt der Platz für eine Rampe, sagt Kamplade. Aber vom Stiftsplatz aus sollen künftig auch Rollstuhlfahrer auf das Klosterbrückchen gelangen können.
Schön für Landau und den Kämmerer: Das Land übernimmt 90 Prozent der mit 100.000 Euro veranschlagten Kosten, weshalb die Stadt selbst nur 10.000 Euro aufbringen muss. Übrigens, was die Tauben – und die von Kamplade dort vermuteten Ratten – angeht: Er hofft, dass diese sich von selbst verziehen, wenn am Klosterbrückchen mehr Leben herrscht.