Spielplatz Warum Topfpflanzen im Krankenzimmer tabu sind

krank

Schnittblumen können Patienten in einigermaßen guter Verfassung nichts anhaben. Auch nachts nicht. Es stimmt zwar, dass Blumen – wie alle Pflanzen – im Dunkeln Sauerstoff verbrauchen, doch die Menge ist so gering, dass für den daneben liegenden Menschen noch genügend Luft zum Atmen bleibt. Eine echte Gefahr geht allerdings von Topfpflanzen aus, weshalb die im Krankenhaus verboten sind. „Sie bergen das Risiko, dass mit der Zeit Schimmelpilze in der feuchten Erde anwachsen, die sich dann über Sporen verbreiten können“, erklärt Winfried Ebner, Oberarzt im Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene an der Universitätsklinik Freiburg. Diese Sporen seien eine Infektionsquelle für Patienten mit einem geschwächten Immunsystem, die in der Regel in allen Bereichen eines Krankenhauses behandelt werden, so Ebner.

Topfpflanzen in Hydrokultur sind bei guter Pflege weniger anfällig für Schimmel, weshalb sie in Wartebereichen oder Fluren stehen dürfen. Nur auf Intensivstationen und in Zimmern mit Patienten mit sehr schwachem Immunsystem sind auch Schnittblumen verboten, weil solche Patienten nicht mit unbehandeltem Leitungswasser in Berührung kommen dürfen. Auf Intensivstationen ist zudem schlicht kein Platz für herumstehende Vasen.

x