Wissen
Sternenhimmel: Seltene Explosion erwartet
Zu erwarten ist die Sternenexplosion, auch als Nova bekannt, des Weißen Zwergs T Coronae Borealis (T CrB) im Sternbild Nördliche Krone (Corona Borealis). Keineswegs Astrologen, sondern wohlgemerkt Astronomen sagen das Aufleuchten des circa 2000 Lichtjahre von der Erde entfernten Sterns T CrB für das erste Halbjahr voraus. Die Explosion ist bereits 1866 und 1946 von Sternenkundigen beobachtet und ausführlich beschrieben worden. Inzwischen ist das Phänomen auch gut verstanden.
Der Weiße Zwerg namens T CrB, ein alter, kompakter Stern, bildet gemeinsam mit einem Roten Riesen (R CrB), einer weit ausgedehnten Sonne, ein Doppelstern-System. T CrB zieht stetig Materie aus der Gashülle des Roten Riesen ab, bis seine eigene Masse eine kritische Grenze erreicht. Der dann einsetzende Fusionsprozess gipfelt in einem Aufleuchten (Nova), das voraussichtlich drei bis vier Wochen anhält. Im Gegensatz zu einer Supernova bedeutet diese Art von Explosion nicht das Ende des Sterns. Vielmehr wiederholt sich der Vorgang viele Male.
Eine Woche mit bloßem Auge sichtbar
Dennoch ist das Aufleuchten des Weißen Zwergs so hell und seine Entfernung von der Erde so gering, dass es wohl über einen Zeitraum von ungefähr einer Woche mit bloßem Auge wahrnehmbar sein wird. Die bis dato jüngste Nova von T CrB anno 1946 gilt als eine der hellsten Sternenexplosionen in der Neuzeit.
Im vergangenen März hat der US-Astronom Bradley Schaefer eine Helligkeitsabnahme bei T CrB bemerkt, die er als Vorbote für das erneute Aufleuchten des Sterns mit einer Wasserstoffhülle im ersten Halbjahr 2024 deutet. Von der Pfalz aus gesehen steht das Sternbild Nördliche Krone am 15. Februar um Mitternacht am nordöstlichen Nachthimmel.
Die Sterne im Februar
Gut sichtbar sind im Februar unter den Planeten besonders Venus und Jupiter. Ersterer erscheint im Südosten als Morgenstern und Letzterer im Westen in der Nähe des ebenfalls erkennbaren Uranus. Merkur und Saturn hingegen halten sich in den nächsten Wochen bedeckt. Der innerste Planet unseres Sonnensystems befindet sich am 28. Februar von der Erde aus gesehen hinter der Sonne. Eine solche Konstellation heißt in der Astronomie obere Konjunktion. Saturn mit den charakteristischen Ringen hält sich aus irdischer Perspektive ganz in der Nähe von Merkur auf.
Im Gegensatz zu Venus ist unser äußerer Nachbarplanet Mars im Februar nur schwach sichtbar. Das ist schade, denn in den frühen Morgenstunden des 22. Februar kommt es zu einer engen Begegnung dieser beiden Planeten, wobei nur die Venus gut zu erkennen sein wird, keine oder wenige Wolken vorausgesetzt, während der Mars vergleichsweise blass erscheint.
Für Freunde unseres Erdtrabanten wichtige Ereignisse sind außer Neu- und Vollmond (9. und 24. Februar) die Begegnungen des Mondes mit der Venus (7. Februar) und dem Jupiter (15. Februar). Außerdem rückt der Mond für Raumfahrt-Interessierte mehr als fünf Jahrzehnte nach der bisher letzten bemannten Mondlandung (Apollo 17 am 11. Dezember 1972) wieder stärker in den Fokus; sei es wegen einer robotischen Mission wie der Landung der japanischen Sonde „Slim“ am 19. Januar oder der für 2026 geplanten Landung von US-Astronauten (Artemis 3).
Neues Konzept
Unsere Serie „Sternenhimmel“ soll ab sofort ein breiteres Publikum ansprechen. Die Beschreibung der Sternenkonstellationen wird auf das Wichtigste konzentriert. Zu Beginn jeder Folge stellen wir dafür beispielsweise ein besonderes Geschehen im Weltall vor oder Neues aus dem weiten Feld der Astronomie und Raumfahrt.