Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Wirtschaftliche Vorhersagen: O Teuerung, o Teuerung

Inflation: Für den gleichen Euro-Betrag gibt es immer weniger Ware, die Kaufkraft scchwindet.
Inflation: Für den gleichen Euro-Betrag gibt es immer weniger Ware, die Kaufkraft scchwindet.

Bei Inflationsprognosen spielt offenbar der Weihnachtsmann eine immer wichtigere Rolle. Das sollte uns zu denken geben.

Selten geben sich Volkswirte derart selbstkritisch, was ihre Vorhersagen betrifft. Die Deutsche Bank bemüht dazu sogar den Weihnachtsmann. Die Analyseabteilung des größten deutschen Geldinstituts hat gerade eine Studie darüber veröffentlich, wieso ökonomische Prognosen so oft danebenliegen. In einem Begleittext schreibt die Deutsche Bank Research unter anderem: „Seien wir ehrlich: Der Glaube an Inflationsprognosen, womöglich gar an deren Nachkommastellen für einen Zeitraum von mehreren Jahren, ist genauso fundiert wie der Glaube an den Weihnachtsmann.“

Das hindert die Deutsche Bank Research übrigens nicht daran, selbst Inflationsprognosen herauszugeben – mit Nachkommastelle. Eine solche Vorhersage zum Beispiel von Juni dieses Jahres hat sich bereits nach sechs Monaten als falsch erwiesen.

Da sollte es uns nicht mehr wundern, dass sogar die Europäische Zentralbank (EZB), die als oberste Währungshüterin im Euro-Raum die Inflation am besten verstehen sollte, mit ihren Prognosen kräftig daneben liegt. Immer noch beharrt sie darauf, dass die aktuell hohe Inflationsrate eine schnell vorübergehende Erscheinung sei. Vielleicht kann die EZB mit solchen Vorhersagen die Inflation ja einfach wegprognostizieren. Warten wir ab, was der Weihnachtsmann dazu zu sagen hat.

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