Tanken Teuerstes Jahr für Autofahrer seit 2013

Tanken ist dieses Jahr deutlich teurer geworden.
Tanken ist dieses Jahr deutlich teurer geworden.

Die Spritpreise haben im auslaufenden Jahr eine wilde Achterbahnfahrt hingelegt. Am Ende ist die Tendenz aber eindeutig.

Auf das billigste Tankjahr seit der Super-E10-Einführung folgte nun das im Jahresmittel teuerste seit 2013. Das geht aus Daten des ADAC hervor. Der November war sogar der teuerste Tankmonat überhaupt.

Bis Ende November lag der Preis für Superbenzin der Sorte E10 bei 1,514 Euro pro Liter im bundesweiten Durchschnitt. Für Diesel waren es 1,373 Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der ADAC-Kraftstoffmarktexperte Jürgen Albrecht etwas höhere Endstände, denn im Dezember waren Diesel und E10 bisher leicht teurer. Grob überschlagen läuft es also bei E10 auf ein Plus um 26 bis 27 Cent im Vergleich zum Vorjahr hinaus, bei Diesel dürften es um die 27 Cent werden.

Tanken im Januar am billigsten

Billigster Tanktag war der 1. Januar mit 1,324 Euro für E10 und 1,215 für Diesel. Die teuersten Tage fielen bei Diesel auf den 11. November mit einem Rekordwert von 1,572 Euro pro Liter. E10 kostete am 14. November 1,701 und schrammte damit nur knapp am Rekord von 1,709 von 2012 vorbei. „Bei E10 waren es fast 40 Cent Unterschied zwischen dem teuersten und dem billigsten Tag, das ist schon außergewöhnlich“, sagt ADAC-Experte Albrecht.

Wichtigster Treiber war die Entwicklung des Ölpreises. Die zeitweise gelockerten Corona-Beschränkungen sorgten für wachsende Nachfrage, doch das Angebot blieb knapp, weil große Förderländer wie Saudi-Arabien und Russland ihre Produktion nur vorsichtig ausweiteten. So legten die Preise 2021 deutlich zu: Von 50 Dollar je Fass (159 Liter) zu Jahresbeginn auf zeitweise mehr als 85 Dollar im November. Danach gaben die Märkte wieder ein Stück weit nach.

Corona-Pandemie wirkt sich auch auf Ölpreis aus

Vor allem sorgten immer wieder neue Entwicklungen in der Corona-Pandemie für Sorgen. Höhepunkt dieser Entwicklung war die Entdeckung der neuen Corona-Variante Omikron im November. Die Ölpreise stürzten daraufhin ab, fingen sich aber wieder.

Wie es 2022 weitergeht, ist aus Sicht des ADAC schwer vorherzusagen. Zu viele Faktoren hätten das Potenzial, den Ölpreis als wichtigsten Faktor für die Diesel- und Benzinpreise zu treiben oder zu senken, so Albrecht: „2022 wird spannend.“

Preise 2022 wohl auf höherem Niveau als vor Corona

Die Rohstoffexperten der Commerzbank rechnen mit bedingter Entspannung: So würden die Preise zwar tendenziell nachgeben, aber auf einem höheren Niveau bleiben als vor Corona. Auf der Angebotsseite sei mit einem Ende der Unterversorgung zu rechnen, auch weil große Volkswirtschaften wie die USA Teile ihrer strategischen Reserven auf den Markt werfen. Wie sich die Nachfrage entwickelt, ist ungewiss und abhängig vom Fortgang der Corona-Pandemie. Starke Einschränkungen der Mobilität, die zum Einbruch der Ölnachfrage im Jahr 2020 geführt hatten, erwarten die Experten der Bank aber nicht.

Autofahrer spüren den Anstieg der Spritpreise im laufenden Jahr im Geldbeutel. Vergleicht man die Kosten für einen Benzin-Pkw mit einer Fahrleistung von gut 10.500 Kilometern im Jahr und acht Litern Verbrauch pro 100 Kilometern, sind 2021 200 Euro mehr fällig als im Vorjahr. Bei einem Diesel-Pkw mit fast 20.000 Kilometern im Jahr und sechs Litern Verbrauch sind es sogar über 300 Euro. Allerdings liegt das auch daran, dass 2020 ungewöhnlich günstig war. Verglichen mit dem Spritpreisdurchschnitt der vergangenen zehn Jahre, ist der Preisanstieg 2021 nicht einmal halb so groß.

Wahrscheinlich kein Preissprung Anfang 2022

Immerhin wird das neue Jahr wohl nicht, wie das zu Ende gehende, mit einem kräftigen Preissprung starten. Damals fielen das Ende der Mehrwertsteuersenkung und die Einführung des CO2-Preises (25 Euro pro Tonne) zusammen. Mehr als 10 Cent pro Liter machte das aus. 2022 steigt der CO2-Preis um 5 Euro pro Tonne, macht auf den Liter Sprit 1,5 Cent Mehrkosten. „Das geht in den Schwankungen unter, die man den Tag über hat“, so Albrecht. Diese Schwankungen – bis zu 7 Cent zwischen dem Höchstpreis im morgendlichen Berufsverkehr und dem Tief am Abend – sollten Autofahrer ebenso nutzen wie Preisunterschiede zwischen Tankstellen.

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