Wirtschaft Westpfalz von Vlexx-Zugausfällen betroffen
Mainzer Bahnunternehmen reduziert wegen Personalmangels für mehrere Monate das Zugangebot
Wegen Personalmangels streicht das Bahnunternehmen Vlexx ab Fahrplanwechsel am 15. Dezember bis voraussichtlich 14. Juni einen Teil der Züge. Betroffen davon sind in der Pfalz die Strecke von Kirchheimbolanden nach Alzey sowie der Regional-Express (RE) von Kaiserslautern über Rockenhausen nach Koblenz. Das Unternehmen Vlexx mit Sitz in Mainz, hinter dem die italienische Staatsbahn FS steht, begründet die Streichungen mit dem bundesweiten Lokführermangel und der verspäteten Auslieferung von neuen Triebwagen für das Elektronetz Saar. In der Tat gehört Vlexx zu den Unternehmen, die unter der verspäteten Auslieferung von Talent-Triebwagen durch Bombardier zu leiden haben. Bei der Ausschreibung des Elektronetzes Saar hatte Vlexx den Zuschlag für eines von zwei Losen erhalten, zu dem unter anderen die Regionalbahn-Linie von Homburg über Neunkirchen nach Illingen gehört. Dadurch sieht sich Vlexx gezwungen, übergangsweise bisher schon auf diesen Linien eingesetzte Triebwagen der Baureihen 425 und 426 anzumieten und das Zugpersonal auf einer weiteren Baureihe zu schulen.
Vlexx: Verlässliches Angebot
„Mit der geplanten Reduzierung der Leistungen stellen wir ein verlässliches Fahrplanangebot für unsere Kunden sicher“, betonte Frank Höhler, Geschäftsführer der Vlexx GmbH, zu dem nun angekündigten Ersatzkonzept. „Unser Ziel ist es, den Regelfahrplan schnellstmöglich wieder ohne Einschränkungen anzubieten“, so Höhler weiter. Bei der Planung der Zugausfälle habe Vlexx sich an der Leitlinie orientiert, möglichst nur Züge ausfallen zu lassen, für die Parallelverkehre bestehen oder ein Busersatzverkehr angeboten werden könne. Auf der Linie RE 17 von Kaiserslautern über Rockenhausen nach Koblenz entfällt montags bis freitags die Fahrt um 7.54 Uhr ab Kaiserslautern sowie in der Gegenrichtung die Fahrt ab Koblenz um 10.03 Uhr (Kaiserslautern an planmäßig um 11.52 Uhr). Auf der Alsenzbahn von Kaiserslautern nach Bad Münster fährt der RE 17 zweistündlich zusätzlich zur stündlichen Regionalbahn-Linie der Deutschen Bahn (DB) von Kaiserslautern nach Bingen, die auf der Alsenzbahn im Regelfall alle Halte bedient. Der Vlexx-Zug ist hier also in der Tat eher entbehrlich als auf anderen Strecken. Dennoch stellt der Wegfall des Zugpaars, das eine flotte Verbindung mit günstigem Intercity-Anschluss in Koblenz bietet, einen durchaus schmerzlichen Verlust dar. Noch etwas komplizierter ist die Situation auf der Linie von Kirchheimbolanden nach Alzey, deren Züge im Regelfall weiter nach Mainz fahren. Diese Direktverbindung war eine der großen Verbesserungen des Ende 2014 in Kraft getretenen Verkehrsvertrags. Hier fahren die Züge ab 15. Dezember am Wochenende statt weitgehend stündlich nur im Zwei-stundentakt. Für den jeweils ausfallenden Zug wird als Ersatz ein Bus eingesetzt, der etwas früher abfahren muss, um in Alzey den Anschluss nach Mainz zu erreichen. Am Werktagen werden die meisten von Vlexx gestrichenen Zügen im Auftrag des für den regionalen Schienenverkehr zuständigen Zweckverbands von DB Regio gefahren. DB Regio hat bereits einen Teil der Zugleistungen übernommen, die das zum französischen Transdev-Konzern gehörende Unternehmen Transregio wegen Personalmangels auf der Mittelrheinbahn zwischen Mainz und Köln ausfallen lässt. Allerdings verfügt DB Regio auch nicht über genug Fahrzeuge und Personal, um sämtliche Zugleistungen zu ersetzen, die die DB-Konkurrenten wegen Personalmangels nicht fahren können. Kommentar: Vlexx blamiert sich