Metall- und Elektroindustrie Weniger als 3,8 Millionen Jobs in größter Industriebranche
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall teilte am Freitag mit, dass in der größten deutschen Industriebranche seit 2019 über 270.000 Arbeitsplätze verloren gegangen seien. Im Dezember 2025 seien laut Daten des Statistischen Bundesamts in der Metall- und Elektroindustrie noch 3,792 Millionen Frauen und Männer beschäftigt gewesen. Das entspricht einem Minus von 6,7 Prozent gegenüber dem Beschäftigungshöchststand von 2019.
Jobabbau geht wohl weiter
Die Beschäftigung in der M+E-Industrie sinke seit fast zwei Jahren ununterbrochen, sagte Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer. „So eine lange Phase des Personalabbaus haben wir weder in der Finanzkrise 2009 noch in der Coronakrise 2020 gesehen.“ Die Zahlen zeigten, in welcher strukturellen Krise sich der Standort befinde. Angesichts der Unterauslastung der Produktionskapazitäten, die sich zum Jahresanfang weiter vergrößert habe, rechnet Kroemer mit dem Verlust von bis zu 150.000 weiteren Arbeitsplätzen im laufenden Jahr.
Gesamtmetall bekräftigte angesichts der neuen Zahlen die Forderung nach „weiteren, tiefgreifenden Reformen“.
Konkrete aktuelle Zahlen für die Lage der Metall- und Elektroindustrie in der Pfalz und Rheinland-Pfalz liegen nicht vor. Allerdings sagte Felix Mayer vom Arbeitgeberverband Pfalzmetall auf Nachfrage, die Branche befinde sich derzeit „im Rückwärtsgang“.
Krisenzeichen auch in Rheinland-Pfalz
M+E ist nicht die einzige Industriebranche, die in der Krise steckt. Das zeigen Zahlen des Statistischen Landesamts für Rheinland-Pfalz. Demnach gab es im produzierenden Gewerbe im vergangenen Jahr 499.900 Beschäftigte, womit die Beschäftigtenzahl erstmals seit 2010 die 500.000er-Marke unterschritt. Im Vergleich zu 2024 ging die Beschäftigung um 10.500 Stellen zurück. Der Großteil des Rückgangs entfiel dabei auf das Verarbeitende Gewerbe (minus 8300).