Gesundheit Warnung vor gefährlichen Schlankmachern

Davon lassen Verbraucher besser die Finger, rät das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz.
Davon lassen Verbraucher besser die Finger, rät das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz.

Der Zoll hat verdächtige Lieferungen nach Rheinland-Pfalz aus dem Verkehr gezogen. Experten fanden gefährliche Substanzen in den vermeintlichen Schlankmachern.

Sie werden im Internet bestellt auf dubiosen Seiten, die das Blaue vom Himmel versprechen: Pülverchen und Pillen, die schnell und einfach zur Traumfigur verhelfen sollen. Doch das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz warnt (LUA): Hinter wechselnden Namen verberge sich oft die gleiche Gefahr: „Wunderpillen aus dem Netz machen krank statt schlank“. Das LUA rät dringend davon ab, Mittel zum Abnehmen im Internet zu bestellen oder von Privatpersonen zu kaufen. Sie seien im besten Fall einfach nur wirkungslos, im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich.

Aktuell haben die Fachleute des Landesuntersuchungsamtes erneut innerhalb weniger Wochen gesundheitsschädliche Arzneiwirkstoffe in fünf Schlankheitsmitteln nachgewiesen, die im Internet bestellt wurden. Die Produkte enthielten den Angaben zufolge Sibutramin und teilweise auch Phenolphthalein. Beide Stoffe haben aber wegen schwerwiegender Nebenwirkungen keine Zulassung mehr. Hinzu kommt: Die Käufer haben keine Chance zu erkennen, welcher Gesundheitsgefahr sie sich aussetzen. Denn auf den Produkten fehlt laut LUA die Angabe der Inhaltsstoffe. Das mache sie „doppelt gefährlich“, so das Amt.

Gefährliche Wechselwirkung

Das LUA warnt aktuell ausdrücklich vor den fünf Produkten Royal Slim, Zotreem advance slim, Forskolin Extract, Complex Coffee LK und Slimming Advanced. Sie alle seien schädlich. Käufer aus Rheinland-Pfalz hatten sie im Ausland bestellt. Bei der Einfuhrkontrolle durch den Zoll seien sie aufgefallen und zur Laboranalyse ins LUA geschickt worden.

Einer der gefundenen gefährlichen Inhaltsstoffe ist Sibutramin. Die Substanz wurde laut LUA früher in legalen Arzneimitteln gegen Adipositas (Fettleibigkeit) unter ärztlicher Aufsicht verabreicht. Wegen gravierender Nebenwirkungen besitze der appetithemmende Wirkstoff aber seit 2010 keine Zulassung mehr. Der Grund: Sibutramin könne den Blutdruck stark erhöhen und Herzerkrankungen hervorrufen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Psychopharmaka drohten gefährliche Wechselwirkungen, die sogar zu Todesfällen geführt hätten.

Die andere Substanz, Phenolphthalein, wirkt nach Angaben des Amtes abführend und gaukele dadurch einen schnellen Gewichtsverlust vor. Der Wirkstoff sei bereits vor vielen Jahren vom Markt genommen worden, weil er im Verdacht stehe, Krebs auszulösen.

Die fünf untersuchten Produkte mit den gesundheitsgefährdenden Wirkstoffen werden vom Landesuntersuchungsamt als nicht zugelassene Medikamente eingestuft. Solche Mittel dürften in Deutschland nicht verkauft werden. Der Handel damit sei nach dem Arzneimittelgesetz eine Straftat, die mit einer Freiheits- oder mit einer Geldstrafe geahndet werden könne.

Krank statt schlank

Das LUA weist in Schlankheitspillen aus dem Internet immer wieder gesundheitsschädliche Substanzen nach und rät grundsätzlich davon ab, im Kampf gegen Übergewicht den Versprechen auf dubiosen Internetseiten zu glauben. Auf den eigenen Seiten im Netz listet das Amt eine lange Reihe entsprechender Produkte auf, die nicht schlank sondern krank machten.

Das Landesuntersuchungsamt mit Sitz in Koblenz und Standorten in Landau, Mainz, Speyer und Trier beschäftigt 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter Lebensmittelchemikerinnen, Tierärzte, Ärztinnen und Biologen mit ihren Laborteams. Sie untersuchen unter anderem Lebensmittel auf Schadstoffe oder irreführende Kennzeichnung. Das LUA ist nach eigenen Angaben in Rheinland-Pfalz der zentrale staatliche Dienstleister im Verbraucherschutz und im Gesundheitsschutz von Mensch und Tier.

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