Wirtschaft VW will Umstiegsprämie zahlen

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«Wolfsburg/Bad Kreuznach.» Der Volkswagen-Konzern hat nach dem Diesel-Gipfel bekräftigt, eine „Umstiegsprämie“ für alte Dieselfahrzeuge anbieten zu wollen. Sie soll für Diesel mit den Abgasnormen Euro 1 bis Euro 4 gelten, wie VW gestern in Wolfsburg mitteilte.

Die Prämie werde derzeit von den einzelnen Konzernmarken wie Volkswagen Pkw, Audi, Skoda und Porsche ausgearbeitet und bald angeboten. Einzelheiten – etwa zur Höhe der Prämie – wurden nicht genannt. Der VW-Konzern will bei rund vier Millionen Euro-5- und teilweise Euro-6-Dieseln ein Software-Update machen, und zwar europaweit. Darunter sind auch 2,5 Millionen Fahrzeuge, für die schon Nachrüstungen angeordnet wurden. Unterdessen hat sich der in den USA im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal festgenommene Volkswagen-Manager schuldig bekannt. Er gestand gestern vor einem Gericht in Detroit ein, Teil einer Verschwörung zur Irreführung der US-Aufsichtsbehörden und zum Verstoß gegen Umweltgesetze gewesen zu sein. Nach einer Absprache mit der Staatsanwaltschaft drohen ihm nun bis zu sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe zwischen 40.000 und 400.000 Dollar (etwa 34.000 bis 340.000 Euro). Die Staatsanwaltschaft ließ die meisten Anklagepunkte fallen, das Strafmaß sinkt deutlich – im Extremfall hätten dem Manager 169 Jahre Haft gedroht. Das Strafmaß soll am 6. Dezember verkündet werden. Der Mann war im Januar in Florida nach einem Urlaub vor dem Heimflug nach Deutschland festgenommen worden. Er gehört zu früheren und aktuellen Managern unterhalb der Konzernführung, die von der US-Justiz für die Manipulation von Abgaswerten und deren Verschleierung verantwortlich gemacht werden. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat gestern ein Bußgeldverfahren gegen mehrere Audi-Vorstände im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre eingeleitet. Wegen möglicher Verletzung von Aufsichtspflichten laufe ein solches Verfahren gegen noch unbekannte Vorstände des Autobauers, so eine Sprecherin. Das Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz begrüßt, „dass beim Diesel-Gipfel der politische Wille erkennbar war, Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge zu verhindern.“ Für die verabredeten Software-Updates stünden die Kfz-Werkstätten in Rheinland-Pfalz bereit, so Hans Werner Norren, Präsident des Kfz-Landesverbands Rheinland-Pfalz. Jetzt müsst mit den Herstellern noch geklärt werden, dass die Arbeit auch angemessen vergütet werde. Wichtig sei jedoch vor allem, dass das gemeinsame Ziel erreicht werde, die Luftqualität in den Städten zu erhöhen und gerichtlich verfügte Fahrverbote – beispielsweise in Mainz oder Ludwigshafen – zu verhindern. „Wie groß der Erfolg des Diesel-Gipfels war, wird am Ende in den Messstationen gemessen werden“, sagt Norren. Drei Stadtregionen in Rheinland-Pfalz können auf Geld für die Modernisierung des Stadtverkehrs hoffen. Der Fonds „Nachhaltige Mobilität für die Stadt“ im Umfang von 500 Millionen Euro soll den 28 am stärksten betroffenen Regionen in Deutschland zugute kommen. Bund und Hersteller zahlen in gleichen Teilen ein. Die Auswahl der Regionen folgt nach Angaben aus dem Verkehrsministerium in Mainz von gestern einer Liste von 28 Gebieten in Deutschland, in denen die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) anhaltend überschritten werden. An der Spitze stehen Berlin und Stuttgart. Mit dabei sind aber auch Mainz, Koblenz/Neuwied und Worms/Frankenthal/Ludwigshafen.

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