Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel Trotz konjunktureller Eintrübung in Europa: KSB auf Kurs

In Frankenthal hat KSB rund 1850 Beschäftigte.
In Frankenthal hat KSB rund 1850 Beschäftigte.

Der weltweit tätige Pumpen- und Armaturenkonzern aus Frankenthal ist mit den ersten neun Monaten 2023 „sehr zufrieden“. Die internationale Ausrichtung hilft dem pfälzischen Unternehmen, die allgemeine Wirtschaftsflaute hierzulande besser zu verkraften. Die Entscheidung, ob eine Investition von 70 Millionen Euro ins pfälzische Stammwerk fließt oder woandershin, soll bald fallen.

KSB tanzt auf vielen Hochzeiten. Daher kann der rund um den Globus aktive Frankenthaler Pumpen- und Armaturenhersteller konjunkturbedingte Eintrübungen in manchen Regionen der Welt – wie gerade in Deutschland – und in manchen Segmenten ausgleichen.

So ist KSB trotz der hierzulande generell nicht eben euphorischen Stimmung in der Wirtschaft „sehr zufrieden mit dem Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen“ des Jahres 2023. KSB liegt auch nach Abschluss des dritten Quartals des laufenden Geschäftsjahres bei Auftragseingang, Umsatz und Gewinn über dem Vorjahresniveau. Das hat der weltweit tätige Maschinenbau- und Service-Konzern am Donnerstag mitgeteilt.

Im Bergbaugeschäft stark

Trotz „manch rückläufiger Märkte, insbesondere in Europa“, so das Unternehmen, liege der Auftragseingang in den ersten neun Monaten mit 2,33 Milliarden Euro um 3,6 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, auch wegen teils höherer Preise.

KSB ist mit eigenen Vertriebsgesellschaften, Fabriken und Servicebetrieben weltweit präsent. Durch die breite internationale Ausrichtung kompensiere KSB „Schwankungen über viele Marktbereiche und Regionen hinweg“, hatte Stephan Timmermann, der Sprecher der Geschäftsleitung, im Sommer bei der Anhebung der Jahresprognose wissen lassen.

Dass beispielsweise Kupfer und andere Rohstoffe wie Kobalt mit Blick auf die Energiewende und auf den daraus folgenden Batterie-Boom stark nachgefragt sind, hilft auch KSB. Das Unternehmen beliefert Minenbetreiber in aller Welt unter anderem mit möglichst verschleißfesten Pumpen, die in Bergwerken auf verschiedenen Kontinenten zum Einsatz kommen.

Der Gesamtumsatz des Frankenthaler Konzerns bleibt, so KSB, im laufenden Geschäftsjahr auf hohem Niveau. Er ist in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahr um 15,9 Prozent auf 2,11 Milliarden Euro erheblich gestiegen. Das dritte Quartal war laut Konzern mit 727,2 Millionen Euro das 2023 bisher umsatzstärkste mit einem Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wesentliche Wachstumstreiber sind nach Unternehmensangaben das Ersatzteil- und das Projektgeschäft.

Für das Gesamtjahr 2022 hatte KSB mit 2,57 Milliarden Euro einen Rekordumsatz präsentiert.

„Herausforderndes Jahr 2024“

Auch den nicht konkret bezifferten Gewinn vor Zinsen und Ertragsteuern (Ebit) habe man gegenüber dem Vorjahreszeitraum erheblich gesteigert. Das Ebit für das Gesamtjahr 2022 betrug 169 Millionen Euro, der Jahresüberschuss 2022 nach Ertragsteuern lag bei 127,3 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2023 lag der Gewinn (Ebit) bei 112,1 Millionen Euro.

Trotz der allgemein guten Zahlen und dem starken Projektgeschäft wie etwa einem bedeutenden Pumpenauftrag für das Wassermanagement in einer schwedischen Bergbaumine sei im Standardgeschäft mittlerweile die konjunkturelle Abschwächung insbesondere in Europa spürbar. Dies betreffe zum Beispiel die Nachfrage nach Eta-Pumpen, die bei KSB eine große Tradition haben.

Dennoch sagt Konzernchef Timmermann mit Blick auf das noch laufende Geschäftsjahr: „Wir sind zuversichtlich, dass wir eine Profitabilität am oberen Rand unserer gesteckten Zielspanne erreichen werden.“

Auch Auftragseingang und Umsatz im Gesamtjahr 2023, fügt der KSB-Chef an, „werden sich unserer Einschätzung nach innerhalb der im Juli nach oben korrigierten Prognose bewegen – trotz steigender wirtschaftlicher Unwägbarkeiten und einer deutlichen Abschwächung im Standardgeschäft“. Timmermann betont: „Unser Augenmerk liegt jetzt darauf, unser Unternehmen auf ein herausforderndes Jahr 2024 vorzubereiten.“

KSB beschäftigt weltweit rund 15.700 Mitarbeiter, davon 4800 in Deutschland, darunter etwa 1850 am Stammsitz Frankenthal. Von jenen rund 1850 wiederum sind etwa 280 in der Fertigung der Eta-Pumpen am Stammsitz in der Pfalz beschäftigt.

Was den auf 70 Millionen Euro veranschlagten Neubau der Produktion jener weltweit häufig eingesetzten Pumpen angeht, steht die Entscheidung noch aus.

Entscheidung bis Jahresende

Ob er in Frankenthal, wo KSB diese Pumpen seit 1935 fertigt, erfolgt oder etwa in Osteuropa, ist nach Unternehmensangaben von Donnerstag noch nicht entschieden. Die Entscheidung über den Standort der modernen Fertigung, wie sie für die neue Generation dieser Pumpen nötig sei, soll bis Jahresende fallen.

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