Frankfurter Börsen-Info RHEINPFALZ Plus Artikel Starker Endspurt – schwacher Start ins neue Jahr?

Der Dax hat in der vergangenen Woche wohl selbst die Erwartungen derer übertroffen, die ohnehin auf einen Jahresschlussspurt geh
Der Dax hat in der vergangenen Woche wohl selbst die Erwartungen derer übertroffen, die ohnehin auf einen Jahresschlussspurt gehofft hatten

Die Aktienmärkte setzen auf eine weitere Leitzinssenkung – das treibt die Werte nach oben. Aber wie lange lange geht das noch?

Geht dem Dax nach einer atemberaubenden Woche mit sieben Gewinntagen hintereinander nun die Puste aus? Mit einem Anstieg um rund 1000 Punkte oder annähernd 5 Prozent binnen einer Woche hat er nicht nur die Marke von 20.000 Punkten übertroffen, sondern wohl selbst die Erwartungen derer, die ohnehin auf einen Jahresschlussspurt gehofft hatten. Von relativ wenigen Werten angetrieben hat der Leitindex sein Plus binnen eines Jahres auf etwa 23 Prozent ausgebaut. Über einen Zeitraum von drei Jahren sind es sogar 56 Prozent – und zwar trotz der Folgen des Ukraine-Kriegs.

Von einer „in dieser Dynamik völlig unerwarteten und unter fundamentalen Gesichtspunkten schwer nachvollziehbaren Jahresendrallye“ sprechen die LBBW-Analysten. Allerdings ließen Indikatoren baldige Gewinnmitnahmen erwarten. „Das könnte dann einen schwachen Start ins neue Jahr bedeuten.“ Übersetzt heißt das: Bloß nicht übermütig werden!

Zeichen auf Leitzinssenkung

Womöglich wird es schon in dieser Woche unruhig, wenn im großen Stil Gewinne realisiert werden. Als zentrales Ereignis steht am Mittwoch die Bekanntgabe der neuen US-Inflationszahlen für November an – wichtig auch mit Blick auf die Fed-Sitzung in der übernächsten Woche. Möglich, dass die US-Notenbank am 18. Dezember die Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte senkt.

Schon am 12. Dezember tagt wieder die Europäische Zentralbank. Eine Vielzahl von Börsenfachleuten zeigt sich zuversichtlich, dass die Leitzinsen gleichfalls um 25 Basispunkte gesenkt werden. Die Ratsmitglieder der Notenbank rechneten mit einem Erreichen des EZB-Inflationsziels von 2 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2025, heißt es von der Commerzbank. Hinzu kommen – Zölle-Liebhaber Donald Trump lässt grüßen – Sorgen über das Wirtschaftswachstum. Die EZB dürfte weiter auf Sicht fahren: Ein größerer Zinsschritt wird ebenso wenig erwartet wie die Vorhersage weiterer Absenkungen.

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