Unternehmen Siemens: Abbau von 6000 Stellen trifft auch Karlsruhe
Wie die RHEINPFALZ aus Unternehmenskreisen erfuhr, sollen in Karlsruhe rund 300 Arbeitsplätze wegfallen. Siemens zählt dort zusammen 3500 Beschäftigte. Die Niederlassung in Mannheim mit rund 600 Mitarbeitern ist demnach von diesem Stellenabbau nicht betroffen.
Der Jobabbau trifft vor allem das zuletzt schwächelnde Automatisierungsgeschäft in der Sparte Digital Industries (DI), wie das Unternehmen mitteilte. Der Abbau soll in Deutschland ohne betriebsbedingte Kündigungen ablaufen. Konzernchef Roland Busch hatte bereits im Herbst einen Stellenabbau im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich angekündigt. Das Automatisierungsgeschäft in DI leidet seit einiger Zeit unter anderem an hohen Lagerbeständen bei Kunden und Händlern, was zu schwacher Nachfrage und schlechter Auslastung der Kapazitäten führt. Der Umsatz war deutlich abgesackt. Zuletzt ging der Konzern aber von einer Verbesserung im laufenden Jahr aus.
2000 offene Stellen im Konzern
Insgesamt laufen die Geschäfte bei Siemens gut: Im ersten Quartal machte der Konzern einen Gewinn von 2,1 Milliarden Euro. Der Personalbestand in Deutschland insgesamt, so hieß es weiter, werde „in der Tendenz konstant“ bleiben, da Siemens in anderen, wachsenden Bereichen Personal aufbaue. Nach RHEINPFALZ-Informationen ist rund ein Drittel des Personalabbaus in Deutschland bereits erreicht durch Renteneintritt, Vorruhestandsregelungen, interne Stellenwechsel und natürliche Fluktuation. Siemens zählt derzeit bundesweit rund 2000 offene Stellen im Konzern. Der Großteil des Stellenabbaus dürfte Standorte in Bayern treffen, da dort die meisten Werke von DI angesiedelt sind. Von der Arbeitnehmerseite kam Kritik. „Wir haben kein Verständnis für die geplanten Maßnahmen bei der DI und sind angesichts der massiven geplanten Abbauzahl überrascht und verärgert“, sagte die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Birgit Steinborn.