Ratgeber
Klimaanlagen für zuhause: So kühlen Sie Ihre Wohnung
Ob Ventilator, Klimagerät oder eine Klimaanlage. Sie alle geben einem das Gefühl von Kälte. Doch welche Geräte sind wirklich gut, auf Dauer sinnvoll und dabei möglichst umweltfreundlich?
Was kostet eine Klimaanlage inklusive Einbau?
Nicht nur Stiftung Warentest (Ausgabe 05/2023), sondern auch Klimatechniker empfehlen den Kauf von bewährten Splitgeräten wie beispielsweise Daikin, Mitsubishi, Midea oder Samsung. Wichtig ist zudem, dass die Anlagen von Fachpersonal eingebaut werden. Dabei variieren die Preise zwischen knapp 3000 bis hin zu 6000 Euro für Innen- und Außengerät, Montagematerial und den Einbau, erklärt Sascha Schalk, Geschäftsführer von Klimaanlagen Cool & Smart aus Ludwigshafen. Diese Schwankungen resultieren aus den verschiedenen Anforderungen und der Montageart. Hier ist individuelle Beratung notwendig, sagt der Klimatechniker.
Was sind die Vorteile einer Klimaanlage im Vergleich zu mobilen Klimageräten oder gar Ventilatoren?
Ventilatoren sind nicht vergleichbar mit Klimaanlagen, sagt Schalk. „Ventilatoren kühlen nicht ab, sondern bewegen nur Luft. Streng genommen erwärmt deren Elektromotor sogar den Raum“, erklärt er. Mobile Klimageräte verbrauchen deutlich mehr Strom und sind ineffizienter als Klimaanlagen und hätten oft nicht genug Leistung für eine anhaltende Kühle oder Entfeuchtung des Raumes, fügt der Klimatechniker an. „Das liegt daran, dass der Abluftschlauch durch ein geöffnetes Fenster nach draußen geführt wird, und warme Luft zurück in den Raum gelangt. Zudem haben sie eine extreme Geräuschentwicklung“, sagt Schalk. Einen weiteren Unterschied gibt es zwischen günstigen und Premium-Klimageräten. Wer nur wenige hundert Euro für eine Split-Klimaanlage samt billigem Montagematerial und unsachgerechter Montage ausgibt, habe hinterher oft die bekannten Probleme: Lautere Geräusche, höherer Stromverbrauch, häufigere Störungen und Ausfälle, oder Schimmelprobleme, berichtet der Geschäftsführer von Cool & Smart. Wer auf Dauer eine sinnvolle Investition in Wohlbefinden, Alternative zur Öl- und Gasheizung und Wertsteigerung der Immobilie anstrebt, sollte Wert auf Qualität legen, so Schalk.
Welche Funktionen sollte eine Klimaanlage haben?
Eine moderne Klimaanlage hat durchaus mehr zu bieten, als eine kühlere Umwelt im Haus zu schaffen. Abgesehen vom integrierten Ventilator, haben Geräte von etablierten Herstellern eine Filterfunktion, die vor allem für kranke und ältere Menschen sowie Allergiker geeignet ist. Dieser Filter hält Gerüche, Viren und Pollen zurück, berichtet Brauneis. Zudem sind hochwertige Anlagen häufig zugluftfrei, sie entfeuchten den Raum und sind deutlich leiser als Monogeräte. Außerdem können sie per App bedient und die Temperatur kann – etwa vom Arbeitsplatz aus – reguliert werden. Die interessanteste Funktion ist jedoch die Heizfunktion.
Das Heizen ist mittlerweile auch mit Klimaanlagen möglich. Sie werden sozusagen zur Wärmepumpe. Doch wie hoch sind die Energiekosten im Vergleich zu einer Öl- oder Gasheizung?
Nach Angaben von Stiftung Warentest eignen sich Klimaanlagen vor allem in der Übergangszeit als Heizung. Doch je geringer die Außentemperatur ist, desto ineffizienter sind die Klimageräte. Je nach Alter des Heizsystems sind Klimaanlagen jedoch nur teilweise preiswerter im Verbrauch als Öl- und Gasheizungen. „Nach Anwendungsfall und Gebäude kann eine Klimaanlage durchaus effizienter sein. Es sind jedoch einige Punkte zu beachten, wie Fassadendämmung, Fenster und Raumgröße“, erklärt Julia Hunsicker, stellvertretende Geschäftsführung der Fritsch GmbH in Steinwenden (Kreis Kaiserslautern). Schalk empfiehlt eine Art Hybrid-Lösung. „Bis minus fünf Grad kann man die Klimaanlage nutzen. Anschließend sollte man umsteigen auf eine normale Heizung.“
Wie umweltfreundlich sind Klimaanlagen?
Gänzlich klimaneutral funktioniert eine Anlage natürlich so lange nicht, wie sie vom Strom aus – zum Beispiel Braunkohle – betrieben wird. Aber es gibt weitere Gefährdungen für die Umwelt. Das Kältemittel (R32), welches mittlerweile eingesetzt werde, sei aber deutlich umweltverträglicher als die Vorgänger, sagt Schalk. Problematisch ist das Mittel erst dann, wenn es aus der Anlage zum Beispiel durch ein Leck austritt. „Passiert das, wäre das so, wie wenn man mit dem Auto einige Tausend Kilometer fährt“, so Schalk. Doch wie oft kommt sowas vor? Christoph Brauneis, Pressesprecher des Verbands Deutscher Kälte-Klima Fachbetriebe, spricht von einem Prozent an Lecks bei Klimaanlagen. „Ein Leck passiert nicht, wenn es sich dabei um ein Markengerät und einen fachmännischen Einbau handelt“, so Brauneis.
Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Denn gegen diese These spricht eine Studie des Umweltbundesamtes zum Thema Emissionen. „Obwohl es sich beim Kältekreislauf einer Kältemaschine um ein geschlossenes System handelt, kommt es bei der Befüllung, während des Betriebes und bei der Entsorgung zu Kältemittelemissionen“, sagt Daniel De Graaf, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt. Demnach tragen sowohl mobile Klimageräte als auch Monosplitgeräte sowie Multisplitgeräte nicht nur deswegen, sondern auch ob des freigesetzten Kältemittels und des Stromverbrauches zur Erderwärmung bei.
Wie hoch ist die Lebensdauer von Klimageräten- und anlagen?
Mobile Klimageräte überleben wie auch billige installierte Klimaanlagen maximal fünf bis zehn Jahre. Premiumgeräte hingegen können bis zu 25 Jahren benutzt werden, sagt Schalk. Dabei sei die ordentliche Wartung vorausgesetzt.
Gibt es eine sinnvolle Alternative zum Kühlen der Zimmer zu Klimaanlagen?
Ja. Des Rätsels Lösung ist nach Angaben von Stiftung Warentest ein Schutz vor der Sonne. Dächer und Außenwände lassen sich effektvoll dämmen. Vor dem Fenster können Markisen helfen und je nach Lage bieten auch Pflanzen Sonnenschutz.