Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel Pumpenkonzern KSB bleibt in schwierigem Fahrwasser auf Kurs

Hauptkühlmittelpumpen, wie diese in Frankenthal produzierte, werden in Kernkraftwerken der neuesten Generation eingesetzt.
Hauptkühlmittelpumpen, wie diese in Frankenthal produzierte, werden in Kernkraftwerken der neuesten Generation eingesetzt.

Der Frankenthaler Pumpen- und Armaturenspezialist KSB hat sich in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld auch im ersten Geschäftshalbjahr 2025 behauptet.

Schwächelnde Konjunktur, erwartete starke Einschnitte nach dem Zoll-Abkommen zwischen der EU und der US Trump-Administration, der weiter anhaltende Kriege in der Ukraine und die schwierige Lage in Nahost: Nicht nur für die deutsche Wirtschaft sind dies keine guten Vorzeichen und der Ausblick auf das Wirtschaftsjahr 2025 bleibt getrübt. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen hat es der Frankenthaler Pumpen- und Armaturenspezialist KSB auch im ersten Halbjahr 2025 seinen starken Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortgesetzt.

Wie der S-Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte, stieg der Auftragseingang von Januar bis Ende Juni dieses Jahres um 3,3 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Rekord-Geschäftsjahres 2024. Bereinigt um den Währungseffekt hätte sich ein Zuwachs von 4,7 Prozent ergeben. Den stärksten Zuwachs gab es nach Mitteilung des Konzerns im Segment Pumpen mit einem Plus von 8,2 Prozent auf 941 Millionen Euro. Wegen geringerer Ersatzteilnachfrage in den Märkten Bergbau und Energie liege das Auftragsvolumen im Servicegeschäft jedoch knapp unter dem Vorjahreswert.

Zuwachs in Europa

Zum Wachstum im Pumpensegment haben nach KSB-Angaben vor allem Aufträge aus den Marktbereichen Wasser sowie Petrochemie/Chemie beigetragen. Bedingt durch größere Einzelaufträge im Vorjahr sei der Auftragseingang im Marktbereich Energie um 14,3 Prozent geringer ausgefallen als im Vorjahr. Die stärksten Impulse bei den Aufträgen kam aus der Region Mittlerer Osten/Afrika mit einem Zuwachs von 15,9 Prozent sowie Europa mit einem Plus von 3,2 Prozent. Aufgrund des schwächeren Dollars sei das Volumen der Auftragseingänge in der Region Amerika im Vergleich zu 2024 um 3,5 Prozent gesunken.

Beim Umsatz verzeichnet KSB im ersten Halbjahr einen Zuwachs um 1,8 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro. Das stärkste Wachstum gab es im Segment Armaturen mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 201 Millionen Euro. Das Segment Pumpen trug mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 776 Millionen Euro zum Umsatz-Wachstum bei. Bezogen auf die Regionen kam das stärkste Wachstum aus dem Mittleren Osten/Afrika Asien/Pazifik mit einem Plus von 8,1 sowie Asien/Pazifik mit einem Zuwachs von 5,8 Prozent.

Starkes Plus bei Pumpen

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 108 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert, teilte KSB weiter mit. Rechnet man jedoch Kosten für die Implementierung eines SAP-Softwareprojekts (13,5 Millionen Euro) sowie den negativen Währungseffekt aufgrund des schwachen Dollarkurses (3 Millionen Euro) heraus, läge das Ebit bei 121,5 Millionen Euro und die auf das Vorsteuerergebnis bezogene Marge um 0,1 Punkte auf 8,3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2024 erhöht.

Die am Wochenende ausgehandelte Zollvereinbarung zwischen der EU und den USA – ab August werden 15 Prozent Zoll auf Exporte in die USA fällig, auf Stahl 50 Prozent – haben weite Teile der deutschen Wirtschaft und auch die Bundesregierung kritisiert. KSB zeigt sich optimistischer: „Wir sehen es als grundsätzlich erfreulich an, dass es nun zu einer Einigung im Zollkonflikt gekommen ist. Für Unternehmen ist es essenziell, unabhängig von dem Inhalt einer Einigung, Klarheit und Perspektive zu haben, auf die man sich einstellen kann“, sagte Stephan Timmermann, Sprecher der KSB-Geschäftsleitung auf Anfrage. Timmermann sieht aber auch Auswirkungen auf die Wirtschaft in den USA: „Viele Produkte aus dem europäischen Maschinenbau sind für den Aufbau der amerikanischen Wirtschaft essenziell und kurz bis mittelfristig für die US-Wirtschaft unverzichtbar. Am Ende werden Zusatzkosten wie Zölle auch die Endverbraucher belasten“.

Geringe Zoll-Auswirkung

Zwar sei auch KSB von den Zöllen betroffen, die Auswirkungen seien aber gering. Der Exportanteil von KSB in die USA liege bei 1,5 Prozent. Viel größere Sorgen bereiten dem Konzern die Auswirkungen „auf unsere europäischen Kunden und die damit verbundene Unsicherheit und Zurückhaltung bei deren Investitionen“, sagte Timmermann.

Dass KSB weiterhin auf Kurs sei, „verdanken wir unserer globalen Aufstellung in Vertrieb, Produktion und Service. Damit sichern wir Kundennähe, kurze Lieferzeiten und idealerweise Preisbildung ohne Zolleinflüsse“, sagte Timmermann. „Wir dürfen uns in dieser bewegten Welt grundsätzlich nicht zu sehr von Schlagzeilen und sich verändernden Rahmenbedingungen beeinflussen lassen. Wir müssen die zugehörigen Trends ableiten und diese mit unserem eingeschlagenen Weg abgleichen. In diesem Sinne halten wir an unseren langfristigen Wachstumsplänen in den USA fest.“

Der KSB-Konzern beschäftigt auf fünf Kontinenten rund 16.400 Mitarbeiter, davon mehr als 1900 an seinem Stammsitz in Frankenthal.

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