Meinung
Pfälzer Wirtschaft: Frust und Vorsicht dominieren
Psychologie spielt in vielen Bereichen des Lebens eine wichtige Rolle. Dies trifft um so mehr zu, je widersprüchlicher und je unübersichtlicher die Faktenlage ist. Immer noch hohe Energie- und Rohstoffpreise, Personal- und Fachkräftemangel, weiter deutlich spürbare Inflation gerade bei Lebensmitteln, die die Kaufkraft mindert: All das hat negativen Einfluss auf die Entwicklung von Unternehmen. Diese Faktoren begleiten die Wirtschaft in Deutschland und in der Pfalz schon eine Weile.
Kein Bürokratie-Abbau in Sicht
Die Ampel-Regierung in Berlin hat sich Bürokratie-Abbau auf die Fahnen geschrieben, viele Unternehmen indes sehen eher noch mehr Bürokratie auf sich zukommen. So werden die Berichtspflichten zum wichtigen Thema Nachhaltigkeit für die Firmen intensiver und komplexer. Die Frage, wie sie das stemmen sollen, verunsichert viele. Es sorgt bei einigen für Frust angesichts der ohnehin schon reichlich vorhandenen bürokratischen Auflagen und des schwierigen wirtschaftlichen wie geopolitischen Umfelds.
Von Vorschriften schier erdrückt
Einige Unternehmer, sagt etwa IHK-Konjunkturexpertin Ruth Scherer, hätten gerade das Gefühl, von Vorschriften und äußeren Problemen schier erdrückt zu werden. Das erklärt ihre Vorsicht, ihre verhaltenen Erwartungen an die Zukunft. Und es erklärt die deutliche Kritik an der ausgefeilten EU-Bürokratie in Brüssel und an der deutschen Politik. Der lange offene Streit der Ampel in Berlin, das Hin und Her beim Heizungsgesetz, hat ein ganzes Land verunsichert. Das schadet auch der Wirtschaft. Psychologie spielt eben immer mit.
Hier geht es zu einem ausführlichen Beitrag zum aktuellen Herbst-Konjunkturbericht der IHK Pfalz.