Ausfuhr Pfälzer Exportmotor läuft auf hohen Touren
Pfälzer Industriebetriebe mit 50 oder mehr Beschäftigten erwirtschaften knapp zwei Drittel ihrer Umsätze im Ausland. Das hat aktuell die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz berechnet und dafür Daten des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz verwendet. Ergebnis: Die Exportquote der Pfälzer Industrie lag 2022 bei 64,8 Prozent. Das ist der Anteil des Umsatzes, der durch Verkauf ins Ausland erzielt wird. 2021 hatte dieser Wert bei 66,0 Prozent gelegen. Er bewegt sich schon seit Jahren auf einem ähnlichen Niveau.
Die pfälzische Wirtschaft ist damit eine der ausfuhrstärksten Regionen Deutschlands. Der Vergleich mit Rheinland-Pfalz und mit dem gesamten Bundesgebiet macht das deutlich. Unser Bundesland erreichte 2022 eine Exportquote von 54,9 Prozent, für die gesamte Bundesrepublik waren es 50,5 Prozent. Ruth Scherer, Referentin für Wirtschaftsstatistik bei der IHK Pfalz, erläutert, woher diese große Ausfuhrstärke kommt: „In der Pfalz sind insbesondere die Branchen Chemie, Maschinenbau sowie die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen stark vertreten und zugleich deutlich exportorientiert.“ Hier betreibt zum Beispiel der Lkw-Hersteller Daimler Truck in Wörth das größte Lastwagenwerk der Welt und die BASF, der größte Chemiekonzern der Welt, in Ludwigshafen ihr Stammwerk.
Preiserhöhungen treiben Umsatz
Die große Bedeutung der pfälzischen Industrie für das gesamte Bundesland zeigt sich auch in folgenden Kennzahlen: Pfälzische Unternehmen erwirtschafteten im vergangenen Jahr 52,2 Prozent des rheinland-pfälzischen Gesamtumsatzes und 61,5 Prozent des Auslandsumsatzes in unserem Bundesland.
Scherer weist darauf hin, dass die Exportquote leicht gesunken sei, obwohl der Umsatz der Pfälzer Industrie sowohl im Ausland als auch im Inland kräftig gewachsen sei. Entscheidend dafür sei gewesen, dass der Umsatz im Inland noch stärker angezogen habe als im Ausland. Demnach stieg der Inlandsumsatz der Pfälzer Industrieunternehmen gegenüber 2021 um 17,1 Prozent auf rund 21,3 Milliarden Euro. Der Auslandsumsatz wuchs um 11,0 Prozent auf 39,1 Milliarden Euro. „Dieses Umsatzwachstum dürfte allerdings in erster Linie auf Preiserhöhungen zurückzuführen sein, die zumindest teilweise die deutlich gestiegenen Energie- und Materialkosten der Unternehmen widerspiegeln“, so Scherer weiter.
In die Berechnungen (Stand April 2023) hat die Industrie- und Handelskammer 294 Betriebe des verarbeitenden Gewerbes (2021: 297) mit 105.879 Beschäftigten (2021: 105.174) einbezogen.