Energie Neuer Pkw-Kraftstoff: In Mannheim erste öffentliche E20-Tankstelle

Testphase an Mannheimer Tankstelle läuft: Fritz Georg von Graevenitz, Vertriebsvorstand von CropEnergies, betankt ein Firmenfahr
Testphase an Mannheimer Tankstelle läuft: Fritz Georg von Graevenitz, Vertriebsvorstand von CropEnergies, betankt ein Firmenfahrzeug mit Super E20.

Das ist in Deutschland bisher einmalig: Der Bioethanol-Hersteller CropEnergies bietet in Mannheim seit Dienstagnachmittag erstmals an einer öffentlichen Tankstelle den emissionssparenden Kraftstoff Super E20 an.

Die vier E20-Zapfsäulen an der Oktan-Tankstelle in der Seckenheimer Landstraße in Neuostheim sind nach Angaben von CropEnergies, einer Tochtergesellschaft des Mannheimer Südzucker-Konzerns, in der laufenden Versuchsphase jedoch nicht für die breite Öffentlichkeit zugänglich. E20 ist noch nicht offiziell zugelassen. An jener Oktan-Tankstelle werden testweise nur Firmenfahrzeuge der Südzucker-Gruppe mit E20 betankt. Das betonte eine Unternehmenssprecherin auf RHEINPFALZ-Anfrage.

ADAC sieht mit E20 großes CO2-Einsparpotenzial

Bisher gab es laut CropEnergies das Angebot eines höheren, 20-prozentigen Bioethanol-Anteils im Kraftstoff für Benziner-Pkw nur an Betriebstankstellen auf Firmengeländen.

Der Automobilclub ADAC begrüßt den Fortschritt beim Thema E20. Gegenüber E5 und E10 ließen sich demnach die Treibhausgas-Emissionen beim Autofahren unkompliziert weiter reduzieren. Schon Super E10 biete ein Einsparpotenzial von bis zu drei Millionen Tonnen CO2 jährlich. „Über eine höhere Beimischungsquote von aktuell maximal 10 auf dann bis zu 20 Prozent Bioethanol ließen sich die Einsparpotenziale noch einmal deutlich steigern“, sagte ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze.

Noch Hürden vor genereller E20-Einführung

Damit Benziner den neuen Sprit generell flächendeckend nutzen können, muss laut ADAC die Qualitätsnorm für Ottokraftstoffe angepasst werden. Hier sei die Politik gefordert. Zudem müssten Hersteller ihre Autos für die Nutzung technisch freigeben.

Der ADAC sieht zudem die Notwendigkeit, die Fehler der E10-Einführung 2011 zu vermeiden. Es hieß, die Benzinbranche sei schuld am E10-Debakel. Sie habe versäumt, Autofahrer über die Verträglichkeit aufzuklären. „Gerade mal 24 Prozent betrug im vergangenen Jahr der Marktanteil von Super E10 am Ottokraftstoffmarkt“, so der ADAC. Das Einsparpotenzial bei Emissionen werde so nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft.

Der Naturschutzbund Nabu indes warnt, Biokraftstoffe seien ineffizient, ihre Produktion beanspruche zu viel Anbaufläche.

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