Bahnverkehr Neue S-Bahn-Züge rollen an

Bis Jahresende sollen 38 Mireo-Triebwagen für die S-Bahn Rhein-Neckar geliefert werden, weitere 19 sollen 2021 folgen.
Bis Jahresende sollen 38 Mireo-Triebwagen für die S-Bahn Rhein-Neckar geliefert werden, weitere 19 sollen 2021 folgen.

In Ludwigshafen sind die ersten drei von 57 neuen Triebwagen für die S-Bahn Rhein-Neckar eingetroffen. Die vom Hersteller Siemens als „Mireo“ bezeichneten Triebzüge sollen ab Dezember zunächst auf rechtsrheinischen Linien eingesetzt werden. Ab Dezember 2021 sollen sie dann auch auf einer Linie in der Pfalz fahren.

Für den „Mireo“, der bei der Deutschen Bahn (DB) als Baureihe 463 geführt wird, ist die Metropolregion Rhein-Neckar das zweite Einsatzgebiet. Das bundesweit erste ist die Strecke von Offenburg nach Basel, wo die Fahrzeuge bereits seit dem Zwischenfahrplanwechsel am 14. Juni eingesetzt werden. Die Lieferung der Triebwagen erfolgte dort allerdings erst so spät, dass ein Teil der für den Mireo vorgesehenen Zugleistungen übergangsweise noch mit lokbespannten Ersatzgarnituren gefahren werden muss.

In der Rhein-Neckar-Region steht nun zunächst die Schulung von Zug- und Werkstattpersonal an. Einsätze im regulären Betrieb mit Fahrgästen sind vorerst nicht geplant. Die Mireo übernehmen ab 13. Dezember den Betrieb auf rechtsrheinischen Linien, auf denen derzeit noch Triebwagen der Baureihe 425 mit nicht optimal zu den S-Bahnsteigen passendem Einstiegsbereich fahren. Die neuen Mireo erlauben ebenso wie die Triebwagen der S-Bahn Rhein-Neckar ein stufenloses Betreten der Züge an 76 Zentimeter hohen Bahnsteigen.

2022 fährt Mireo auch auf Frankenthaler Linie

Nach den gegenwärtigen Planungen übernehmen die Mireo ab 13. Dezember zunächst den Verkehr auf den Linien S 5/S51 von Heidelberg über Sinsheim nach Eppingen mit dem Seitenast von Meckesheim nach Aglasterhausen und auf der S 9 von Groß Rohrheim über Biblis, Mannheim und Schwetzingen nach Karlsruhe. Auf dem Abschnitt von Mannheim über Weinheim nach Bensheim werden im Fahrplanjahr 2021 sowohl die „Mireo“ als auch Triebwagen der Baureihe 425 eingesetzt. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 lösen die Mireo dann die bisher eingesetzten Fahrzeuge auf der Line S 6 von Mainz über Worms, Frankenthal und Ludwigshafen nach Mannheim (und teilweise weiter nach Bensheim) ab .

Die neuen Züge sind 70 Meter lang und für Tempo 160 zugelassen. Sie bieten rund 200 Sitzplätze und 26 Fahrradstellplätze. Bis Dezember 2020 sollen 38 Fahrzeuge ausgeliefert werden, die übrigen 19 sollen dann im Laufe des Jahres 2021 folgen.

Aufgabenträger investieren 270 Millionen Euro

Eigentümer der Fahrzeuge ist nicht die DB, sondern die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (SFBW). Diese Konstruktion ist inzwischen in Baden-Württemberg üblich und soll für mehr Wettbewerb bei der Ausschreibung von Nahverkehrsaufträgen sorgen. Die Nahverkehrs-Aufgabenträger in den beteiligten Bundesländern Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen investieren rund 270 Millionen Euro in die neuen Fahrzeuge. Die Laufzeit des Verkehrsvertrags beträgt 14 Jahre bis Dezember 2034 und umfasst ein Volumen von jährlich rund sechs Millionen Zugkilometern.

Auf den Linien S 1 bis S 4, die in der Pfalz auf den Strecken von Mannheim über Kaiserslautern nach Homburg und von Mannheim über Speyer nach Germersheim fahren, werden weiterhin die renovierten Triebwagen der Baureihe 425 eingesetzt. Obwohl für diese Fahrzeuge im Verkehrsvertrag eigentlich eine relativ großzügig dimensionierte Fahrzeugreserve vorgesehen ist, sind sie wegen Problemen mit der Ersatzteillieferung derzeit knapp. Deshalb laufen nun teilweise Triebwagen aus dem Saarland im S-Bahn-Fahrplan mit, die deutliche weniger Komfort und keinen zu den Bahnsteigen passenden Einstiegsbereich bieten.

Kommentar: Mireo für die Metropolregion